Silvia Mergenthal (* 1957 in Nürnberg) ist eine deutsche Anglistin und emeritierte Hochschullehrerin.
Silvia Mergenthal wuchs in Herzogenaurach auf und studierte Anglistik und Germanistik an den Universitäten Erlangen-Nürnberg, Austin/Texas und St. Andrews/Schottland. Nach dem Ersten und Zweiten Staatsexamen ging sie für zwei Jahre als DAAD-Lektorin nach Großbritannien.
1989 promovierte sie. 1994 habilitierte sie sich in der Universität Erlangen-Nürnberg. Von 1997 bis 2023 war sie Professorin für Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. Sie war während der Lehrtätigkeit für Forschungssemester in Australien und Großbritannien. Während ihrer Zeit als Prorektorin reiste sie in Länder wie Russland, die Ukraine, Estland, Indien oder Singapur.
Die Wissenschaftlerin war, unter anderem, Gleichstellungsbeauftragte der Universitäten Erlangen-Nürnberg von 1995 bis 1997, Konstanz von 2003 bis 2004 und Studiendekanin im Jahr 2008.
2020 bemühte sie sich für ihre Universität erfolgreich um den Titel der Europäischen Universität für Konstanz, bei dem fünf Reformuniversitäten sich zu einem transnationalen Netzwerk mit gemeinsamen Werten und Zielen in Forschung, Lehre und institutioneller Weiterentwicklung zusammenschlossen, um eine ideale europäische Hochschule zu entwickeln.
2023 begann sie im Moderatorenteam der Nürnberger Mittagslesungen, bei denen 45-minütige Buchvorstellungen von geladenen Gästen auszugsweise dargeboten werden und die Moderatorinnen auch selbst Literatur vorstellen. Außerdem war sie zu diesem Zeitpunkt in der Jury für die Verleihung des Deutschen Fußball-Kulturpreises.
Silvia Mergenthal war bzw. ist Mitglied einiger nationaler und international ausgerichteter Vereinigungen zu ihren Fachgebieten und im Deutschen Hochschulverband.
Die Wissenschaftlerin gehört trotz des Ruhestands weiterhin zum Team für Englische Literatur und Allgemeine Literaturwissenschaft der Universität Konstanz.
Silvia Mergenthal lebt in Nürnberg und führt als ausgebildete Kirchenführerin regelmäßig durch die Nürnberger Lorenz- bzw. Sebalduskirche.
Während ihrer aktiven Zeit arbeitete die Silvia Mergenthal vor allem an schottischer Literatur und Kultur, Kriminalliteratur, der literarischen Darstellung von Städten, und Literatur zur Zeit des Ersten Weltkriegs.
Sie bearbeitete um die 2010er Jahre herum das Sonderthema Fußball. Sie erforschte, wie diese Sportart in literarischen und filmischen Kontexten (Verfilmungen von Nick Hornbys Roman Fever Pitch, Das Wunder von Bern von Sönke Wortmann und Merry Christmas des französischen Regisseurs Christian Carion) dargestellt wurde. Dabei fand sie heraus, dass der Symbolgehalt dieses Sports so hoch ist, dass er für gemeinsam erlebten Sinn und als identitäts- und erinnerungsstiftende erfolgreiche Maßnahme über Zeiten und Nationalitäten hinweg angesehen werden kann. Mergenthal wünschte sich angesichts der angespannteren Arbeitsmarktsituation für angehende Anglisten um die 2010er Jahre herum ein breiter gefächertes Interesse über den klassischen Literaturkanon hinaus bei Studierenden dieser Fachrichtung.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mergenthal, Silvia |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Anglistin |
| GEBURTSDATUM | 1957 |
| GEBURTSORT | Nürnberg |