Simine Vazire (* 1980 in Grenoble) ist Professorin für Psychologie an der University of Melbourne. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der Metawissenschaft, der Sozialpsychologie und der Persönlichkeitspsychologie. Sie engagiert sich insbesondere für die Verbesserung wissenschaftlicher Praktiken in der Psychologie.
Simine Vazire wurde 1980 in Frankreich geboren und wuchs in den USA auf. Das Bachelorstudium schloss sie 2001 am Carleton College mit dem Hauptfach Psychologie und dem Nebenfach Frauenstudien ab. 2006 erhielt sie ihren PhD in Psychologie von der University of Texas at Austin, USA, mit einer Arbeit über „The Person from the Inside and Outside“. An der Abteilung Psychologie der University of Texas at Austin war sie von 2006 bis 2007 auch Postdoc. Im Herbst 2007 ging sie als Gastwissenschaftlerin an die Abteilung Psychologie der University of Virginia, USA. Von 2012 bis 2017 war Simine Vazire Assistant Professor an der Washington University in St. Louis, USA, und von 2012 bis 2014 dort Saul and Louise Rosenzweig Chair in Personality Science und Associate Professor. Von 2013 bis 2014 war sie Fellow am Center for Advanced Study in the Behavioral Sciences der Stanford University. 2014 wechselte sie als Associate Professor an die Abteilung Psychologie der University of California, Davis, USA, wo sie 2018 Professorin wurde. Seit 2020 ist sie Professorin an der Melbourne School of Psychological Sciences, University of Melbourne, Australien.
Simine Vazire forscht zu den Praktiken der Psychologie und ihrer Verbesserung (Metawissenschaft) und in der Sozial- und Persönlichkeitspsychologie. In der Metawissenschaft interessiert sie sich besonders dafür, wie Wissenschaft, in ihrem Fall die Psychologie, sich selbst korrigiert. Ihr Fokus liegt auf Forschungsmethoden und -praktiken. und auf Systemen wie dem Peer-Review. Dabei geht es ihr auch darum, Vertrauen in wissenschaftliche Forschung zu stärken. In der Persönlichkeits- und Sozialpsychologie liegt ihr Fokus darauf, ob Menschen sich selbst kennen und wo blinde Flecken in der Selbstkenntnis sind. Sie forscht auch zu Wohlbefinden und Glück.
Simine Vazire hat verschiedene Institutionen zur Verbesserung von Wissenschaft gegründet, etwa mit Brian Nosek 2016 die Society for the Improvement of Psychological Science. Im Jahr 2015 rief sie die Zeitschrift Collabra: Psychology ins Leben, war dort bis 2019 Mitherausgeberin und ist seit 2020 Editor in Chief. Sie ist Forscherin am repliCATs-Projekt, das versucht, die Glaubwürdigkeit publizierter Forschung in acht sozialwissenschaftlichen Bereichen, unter anderem Psychologie, zu ermitteln. Ebenfalls beteiligt ist sie am MetaMelb Lab., einer Institution der Metawissenschaft oder Metaforschung an der Universität von Melbourne, die wissenschaftliche Praktiken erforscht, um das Vertrauen in Wissenschaft zu stärken.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Vazire, Simine |
| KURZBESCHREIBUNG | französische Psychologin |
| GEBURTSDATUM | 1980 |
| GEBURTSORT | Grenoble, Frankreich |