Mochau (Döbeln)

Mochau
Stadt Döbeln
Wappen von Mochau
Koordinaten: 51° 8′ N, 13° 11′ OKoordinaten: 51° 8′ 7″ N, 13° 11′ 13″ O
Höhe: 248 m
Fläche: 4,53 km²
Einwohner: ca. 425 (15. Mai 2022) HW
Bevölkerungsdichte: 94 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2016
Postleitzahl: 04720
Vorwahlen: 03431, 034325
Mochau (Sachsen)
Mochau (Sachsen)
Lage von Mochau in Sachsen
Sommerkirche Mochau
Ehemaliges Bahnhofsareal der Kleinbahn Wilsdruff-Gärtitz
Schauanlage im ehemaligen Bahnhofsbereich von Beicha der Schmalspurbahn Wilsdruff–Gärtitz

Mochau ist ein Ortsteil der Stadt Döbeln im sächsischen Landkreis Mittelsachsen und gleichzeitig der Name der Ortschaft Mochau. Die Ortschaft besteht aus den Ortsteilen Mochau selbst, Beicha, Choren, Dreißig, Geleitshäuser, Gertitzsch, Gödelitz, Großsteinbach, Juchhöh, Kleinmockritz, Leschen, Lüttewitz, Maltitz, Markritz, Meila, Nelkanitz, Petersberg, Präbschütz, Prüfern, Schallhausen, Schweimnitz, Simselwitz und Theeschütz. Als Ortschaft nach der Sächsischen Gemeindeordnung hat sie gemäß ihrer Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher. Ortschaft Mochau hat eine Fläche von 38,8 km³.

Geographie

Das Ortsgebiet liegt etwa fünf Kilometer nordöstlich der Kernstadt von Döbeln und 20 Kilometer westlich von Meißen im höchsten Teil der Lommatzscher Pflege (ca. 300 m über NN). Hier befindet sich die Wasserscheide zwischen dem Flüsschen Jahna und dem Ketzerbach.

Geschichte

Dorfgemeinschaftshaus Mochau

Mochau wurde im Jahr 1090 in einer Schenkungsurkunde des Markgrafen Heinrich I. von Eilenburg erstmals urkundlich erwähnt. Dort befand sich zwischen dem 11. und dem 13. Jahrhundert der Sitz eines Burgwardes, der mit vier urkundlichen Erwähnungen nach 1100 einer der meistdokumentierten Burgwardbezirke in Mittelsachsen darstellt.

Mochau gehörte, wie seine heutigen Ortsteile Lüttewitz, Prüfern (anteilig) und Theeschütz, später zum kursächsischen Amt Nossen. Dabei war nur Theeschütz keine Nossener Exklave im Kreisamt Meißen.

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Präbschütz eingegliedert.

Am 1. Januar 1996 erfolgte der Zusammenschluss mit den vormaligen Gemeinden Beicha, Choren, Lüttewitz und Mochau zur Großgemeinde Mochau. Ortsteile waren Beicha, Choren, Dreißig, Geleitshäuser, Gertitzsch, Gödelitz, Großsteinbach, Juchhöh, Kleinmockritz, Leschen, Lüttewitz, Maltitz, Markritz, Meila, Mochau, Nelkanitz, Petersberg, Präbschütz, Prüfern, Schallhausen, Simselwitz, Schweimnitz und Theeschütz.

Zum 1. Januar 2016 wurde die Gemeinde in die Nachbarstadt Döbeln eingegliedert.

Eingemeindungen

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Beicha01.01.1996
Choren01.01.1877
01.01.1937
01.07.1993
Zusammenschluss mit Niedertoppschädel zu Choren-Toppschädel,
Umbenennung von Choren-Toppschädel in Choren,
Zusammenschluss mit Lüttewitz-Dreißig zu Lüttewitz
Choren-Toppschädel01.01.1937Umbenennung in Choren
Dreißig10.10.1965Zusammenschluss mit Lüttewitz zu Lüttewitz-Dreißig
Gertitzsch01.07.1950
01.01.1974
Eingemeindung nach Theeschütz,
Umgliederung von Lüttewitz, OT Theeschütz nach Choren
Gödelitz, Gutsbezirkum 1922Eingemeindung nach Beicha
Großsteinbach (Nieder-)01.01.1969
Kleinmockritz01.07.1950Eingemeindung nach Dreißig
Leschen01.11.1935Eingemeindung nach Lüttewitz
Lüttewitz10.10.1965
01.07.1993
01.01.1996
Zusammenschluss mit Dreißig zu Lüttewitz-Dreißig,
Zusammenschluss von Lüttewitz-Dreißig und Choren zu Lüttewitz
 
Lüttewitz-Dreißig01.07.1993Zusammenschluss mit Choren zu Lüttewitz
Maltitz01.11.1935Eingemeindung nach Lüttewitz
Markritz01.11.1935Eingemeindung nach Lüttewitz
Meila01.11.1935Eingemeindung nach Beicha
Nelkanitz01.11.1935Eingemeindung nach Beicha
Niedertoppschädel01.01.1877Zusammenschluss mit Choren zu Choren-Toppschädel
Obersteinbach01.04.1936Eingemeindung nach Großsteinbach
Obertoppschädelvor 1875Eingemeindung nach Choren
Petersberg01.11.1935Eingemeindung nach Lüttewitz
Präbschütz01.07.1950
Prüfern01.07.1950Eingemeindung nach Dreißig
Schallhausen01.01.1952Eingemeindung nach Simselwitz
Schweimnitz01.11.1935Eingemeindung nach Beicha
Simselwitz01.01.1968
Theeschütz01.01.1960Eingemeindung nach Lüttewitz
Ost-West-Forum Gut Gödelitz

Politik

Im letzten Stadtrat seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilten sich die 14 Sitze folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen (in Klammern die prozentuale Stimmenverteilung bei der Wahl):

Letzter Bürgermeister war Gunter Weber.

Sehenswürdigkeiten

Spätbarockes Schloss in Choren
Kirchenruine Mochau, sog. Sommerkirche

Wirtschaft und Infrastruktur

Höchste Priorität hatte in der Gemeinde die Entwicklung eines neuen Gewerbegebietes „Am Fuchsloch“. Am 15. Juni 2007 war hier der erste Spatenstich für das europäische Entwicklungszentrum von „Signet Solar“, das ab Mitte 2008 ca. 130 Mitarbeiter beschäftigte. Am 4. Juni 2010 stellte Signet Solar einen Insolvenzantrag, derzeit ist der Geschäftsbetrieb eingestellt.

Verkehr

Durch die Ortsteile Choren und Juchhöh im Süden führte die B 175. Die Gemeinde war auch über die A 14 Anschluss Döbeln-Ost (etwa fünf Kilometer) zu erreichen. Bis 1969 bestanden im Ort und den Ortsteilen Simselwitz, Kleinmockritz und Beicha Stationen der ehemaligen Schmalspurbahn Wilsdruff–Gärtitz. Diese Stationen waren bedeutungsvoll während der Rübenkampagne für den Transport zur Zuckerfabrik Döbeln. Die umfangreichen Nebengebäude der Bahn sind noch gut erhalten, wie in Simselwitz das Stations- bzw. Empfangsgebäude. In Beicha befindet sich eine Schauanlage am ehemaligen Bahnhof.

Kommunale und kulturelle Einrichtungen

Ansässige Unternehmen

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Mochau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Gemarkung Mochau, Stadt Döbeln. In: GEOindex. Abgerufen im Februar 2026.
  2. ↑ Mochau: Ortsteil von Döbeln. (Aus 100 Meter-Gitter sowie Geometrien für "Ortslagen" berechnet). In: www.citypopulation.de - Population Statistics. Online-Dienst für Statistiken, abgerufen im Februar 2026.
  3. ↑ Hauptsatzung. (PDF; 135 kB) § 1. In: Webauftritt. Stadt Döbeln, abgerufen im Februar 2026.
  4. ↑ Gerhard Billig: Die Burgwardorganisation im obersächsisch-meißnischen Raum: archäologisch-archivalisch vergleichende Untersuchungen. Veröffentlichungen des Landesmuseums für Vorgeschichte Dresden 20, Dt. Verl. der Wiss, Berlin 1989, ISBN 3-326-00489-3. S. 119–121
  5. ↑ StBA: Gebietsänderungen im Jahr 2016
  6. 1 2 3 4 Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  7. 1 2 3 Gemeinde- und Ortsverzeichnis für das Königreich Sachsen, 1904, Herausgeber: Statistische Bureau des königlichen Ministeriums des Inneren
  8. 1 2 3 4 5 6 7 Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
  9. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  10. 1 2 3 4 5 Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen
  11. 1 2 3 4 5 6 7 Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, 3. Auflage, Verlag für Sozialpolitik, Wirtschaft und Statistik GmbH, Berlin, 1936, Herausgeber Statistisches Reichsamt