Sindlbach Gemeinde Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz | |
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| Koordinaten: | 49° 22′ N, 11° 27′ O |
| Höhe: | 429 m ü. NHN |
| Einwohner: | 633 (31. Dez. 2023) |
| Eingemeindung: | 1. Mai 1978 |
| Postleitzahl: | 92348 |
| Vorwahl: | 09189 |
Sindlbach aus der Vogelperspektive im Juli 2016 | |


Sindlbach ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern und eine Gemarkung.
Das Pfarrdorf liegt im Oberpfälzer Jura auf 429 m ü. NHN circa 3,5 km nordöstlich des Gemeindesitzes und 1,5 km östlich der Bundesautobahn 3. Sindlbach liegt an der Kreisstraße NM 8 zwischen Langenthal und Irleshof bzw. der Bocksmühle rechts des Sindelbachs.
Die Gemarkung Sindlbach hat eine Fläche von 10,557 km². Sie ist in 1462 Flurstücke aufgeteilt. In der Gemarkung liegen die Gemeindeteile Bischberg, Burkertshof, Langenthal und Sindlbach.
| Stöckelsberg | Deinschwang | |
| Oberölsbach | Haimburg | Litzlohe |
Quelle
Gemäß den Forschungen der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften setzt sich der Ortsname aus dem bairisch-althochdeutschen Personennamen (Kosename) "Sundilo" (im Gen. "Sunilin") und dem bairisch-althochdeutschen Wort "pah" (Bach) zusammen, so dass sich die Namensbedeutung "(Siedlung am) Bach des Sundilo" ergibt.
Gelegen an der karolingischen Handelsstraße von Franken nach Amberg, einem wichtigen Verkehrsweg des Mittelalters, beginnt die Ortsgeschichte im Jahre 1128 mit dem ersten Eintrag in der "series parochorum" (der Liste der Sindlbacher Geistlichen) der Kirche St. Jakob zu „Sǒndelbach“.
Im 12. Jahrhundert treten auch Ortsadelige in Erscheinung. So wird in einer Urkunde des Eichstätter Bischofs Gebhard II. vom 12. November 1129 in der Zeugenliste der Adelige "Chŏnradus de Sŏndelbach" an erster Stelle, noch vor "Henricus de Perege" (Berg bei Neumarkt) oder "Marquardus de Altorf" (Altdorf bei Nürnberg) aufgeführt.
Im Zeitraum zwischen 1130 und 1150 übertrug "Perhtolt von Sŏndilbach" mit seinem Eintritt in das Regensburger Kloster Prüfening seinen Besitz in Sindlbach mit der Auflage des lebenslangen Nießbrauchs für seine Gattin "Hiltigunt". Mit diesem "Berchtold von Sindlbach" dürfte das Adelsgeschlecht der Sindelbacher spätestens im Jahre 1181 am Mannesstamme erloschen sein, da das Kloster Prüfening dieses "predium quod Sunnilbah nuncuptvr" (Anwesen namens Sindlbach) mit Urkunde gleichen Jahres an Herzog Otto von Bayern abtrat.
Mit dem oben genannten "Berchtold von Sindlbach" dürfte das Adelsgeschlecht der Sindelbacher spätestens im Jahre 1181 am Mannesstamme erloschen sein, da das Kloster Prüfening dieses "predium quod Sunnilbah nuncuptvr" (Anwesen namens Sindlbach) mit Urkunde gleichen Jahres an Herzog Otto von Bayern abtrat. Sindlbach wird daraufhin in einem Urbar des herzoglich-bayerischen Amts Troßberg des Jahres 1326 aufgeführt.
Heinrich von Stein erwarb im Jahre 1369 Teile der Feste Haimburg, der auch Sindlbach zugehörte. Im Jahre 1370 wurde ihm daraufhin von Kaiser Karl IV. das Privileg erteilt "daß er seyn Dorf Sindelbach .... befestigen, Wochenmarkt und ein stat da by machen dürfe". Dieses Stadtrecht blieb für das Dorf jedoch ohne Bedeutung, da Heinrich von Stein bereits im Jahre 1371 ohne männliche Nachkommen, so dass das Lehen heimfiel.
1388 kam die Haimburg und mit ihr Sindlbach über die Erben der Steiner an den Pfalzgrafen Ruprecht d. Ä. 1429 schenkte der Neumarkter Bürger Heinrich Schemitzer (Schnitzer) seinen Hof zu Sindlbach dem drei Jahre zuvor im Pfarrbezirk Sindlbach gegründeten Kloster Gnadenberg. Außerdem erhielt das Kloster 1435 ein weiteres Gut zu Sindlbach von Friedrich Smid zu Gnadenberg. In Sindlbach wurden vergrabene Goldgulden aus der Zeit von 1400 bis 1475 gefunden, die sich heute im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg befinden. 1451 verzichtete der Pfarrer von Sindlbach auf Zehnt und Pfarrrechte bei den Klostergütern. 1650 hatte das Kloster nur noch ein „Söldengütl“ in Sindlbach inne.
Auch das Kloster Kastl hatte in Sindlbach Besitzungen. Durch den Landshuter Erbfolgekrieg 1504 kam Sindlbach mit dem pfälzische Pflegamt Haimburg als Pfand an die Reichsstadt Nürnberg. Diese gab das Amt und damit auch Sindlbach durch den Vergleich vom 23. Dezember 1521 an den Pfalzgrafen zurück. 1542 bis 1626 war Sindlbach mit dem Herzogtum Pfalz-Neuburg protestantisch. Im Dreißigjährigen Krieg erlitt der Ort großen Schaden; so wurden 1634 Kirche und Pfarrhof von den Schweden niedergebrannt. Die Kirche wurde 1640 von den Bewohnern wiederaufgebaut. Im gleichen Jahr beginnen die Pfarrmatrikel. 1698 wurde der Pfarrhof von Pfarrer Guldenknopf provisorisch wiederaufgebaut. 1702 wurden die Filialen Ober- und Unterölsbach von der Pfarrei abgetrennt und Gnadenberg zugeteilt; 1928 wurde der Weiler Unterried, auch Hönighof genannt, von Sindlbach nach Litzlohe umgepfarrt. 1720 kommt es zu einem Schulhausbau, wo der „Lehrermesner“ wohnt und tätig ist. 1785 wurden an der Stelle des alten, abgebrannten Pfarrhofes am Pfarrgarten bei der Kirche ein neuer mit Stadel, Stallungen und Backofen erbaut und der provisorische als Tropfhaus verkauft (1796 abgebrochen). 1796 kam es zur Errichtung eines „Lob- und Dankbündnisses zu Ehren der seligen Jungfrau Maria und des Apostels Jakobus“ für Befreiung vom Franzoseneinfall am 15. August des Vorjahres.
Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, bestand das Dorf aus 35 Untertanen. 32 gehörten dem pfälzischen Kastenamt Haimburg, je einer dem Stift Kastl, dem Klosterrichteramt Gnadenberg und der Widumshof der Pfarrkirche Sindlbach. Die Hochgerichtsbarkeit übte das Pflegamt Haimburg aus, das zuletzt in Personalunion mit dem Pflegamt Pfaffenhofen geführt wurde. 1803 wurde der äußere Friedhof angelegt; der innere, aufgelassene, wurde 1835 Schulgarten.
Im Königreich Bayern (1806) wurde der Steuerdistrikt, bei der Gemeindebildung um 1810/20 die Ruralgemeinde Sindlbach (auch: Sindelbach) gebildet. Ihr gehörte noch Bischberg (früher auch „Bischofsberg“), Burkertshof und Langenthal an. Sie war dem Landgericht Kastl im Bezirksamt Velburg unterstellt.
1840 vergrößerte die Gemeinde das Schulhaus; der Schulleiter war gleichzeitig Chorregent, Organist und Kantor der Pfarrei. 1890 erweiterte die Pfarrei die Kirche. 1902 wurde die Lourdesgrotte der Familie Endres benediziert. 1937 existierte eine Station der ambulanten Krankenpflege mit zwei Niederbronner Schwestern. Die evangelischen Christen am Ort gehören zur Kirchengemeinde Eismannsberg.
Am 1. April 1939 wurde die Gemeinde Haimburg aufgelöst und deren Orte Gebertshof und Haimburg wurden in die Gemeinde Sindlbach eingegliedert, die Haimburger Ortsteile Oberwall und Unterwall hingegen kamen zur Gemeinde Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz.
Um 1950 gab es im Ort einen Landpolizei-Posten.
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Sindlbach am 1. Mai 1978 nach Berg eingemeindet. Letzter Bürgermeister war 1968 bis 1978 Johann Obermeier.
Die Einwohnerzahl des Dorfes lag im 19. Jahrhundert bei etwa 220 bis 260 und stieg nach dem Zweiten Weltkrieg auf über 300 an, um in den 1980er Jahren die 500er-Marke zu überschreiten und zum Jahresende 2015 bei 608 zu liegen (321 männlich, 287 weiblich).
Es gibt im Ort die katholische Pfarrkirche St. Jakobus. Mit den Nachbarpfarreien Gnadenberg und Stöckelsberg ist sie dem Pfarrverband Berg zugehörig.
Die evangelischen Christen am Ort gehören zur Kirchengemeinde St. Andreas & Bartholomäus in Eismannsberg.
Von besonderer Bedeutung ist die "Wallburg Sindlbach", ein rd. 2 m hoher und 50 m langer Abschnisswall mit einem Graben im Vorfeld.
Durch Sindlbach führt die Linie Prag-Nürnberg des Jakobsweg. Weitere Fernwanderwege sind der Frankenweg und der Rangau-Pfalz-Weg.
Von Sindlbach führt der von Kastl herkommende Oberpfälzer Jakobsweg weiter nach Gnadenberg und Feucht. Nach 2570 km wird Santiago de Compostela erreicht.
Der älteste Verein des Pfarrdorfs ist die am 24. September 1882 gegründete Freiwillige Feuerwehr. Mit seinen rd. 260 Mitgliedern zeichnet die Feuerwehr für den Zivilschutz des Dorfes verantwortlich. Mit seinen etwa 520 Mitgliedern ist der 1. FC Sindlbach e.V. der mitgliederstärkste Vereins des Orts. Die Traditionspflege liegt in Händen des Heimat- und Volkstrachtenvereins Sindlbach e.V.
Die Mühle von Sindlbach war eine Getreidemühle und Säge, die, angetrieben von zwei oberschlächtigen Wasserrädern, seit 300 Jahren der Familie Sendlbeck gehört. 1935 wurden die Mühlräder durch eine Turbine ersetzt. 1965 wurde der Mahlbetrieb eingestellt, der Sägebetrieb dagegen beibehalten.
Sindlbach liegt direkt an der Kreisstrasse NM6. Diese führt in westlicher Richtung in rd. 2,3 km Entfernung über die Staatsstrasse St2240 zur Autobahnauffahrt Oberölsbach der Bundesautobahn A3. Die ÖPNV-Anbindung durch den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) erfolgt über die Buslinien 512 und 518 des OVF, die zur Berufsschule Neumarkt bzw. zur Mittelschule Berg führen.