Singlespeed

Klassisches Tourenrad ohne Gangschaltung (hier: Hollandrad)
Sportliches Singlespeed (hier von 1962)
Singlespeed-Rennrad
Hochräder (hier 1886) hatten einen starren Gang
Opel-Fahrrad von 1935, damals waren Schaltungen noch selten

Ein Singlespeed (von englisch single speed ‚ein Gang‘, auch Eingangrad) bezeichnet ein Fahrrad, das keine Gangschaltung hat. Die Übersetzung kann bei Singlespeed Fahrrädern nur durch Umbau geändert werden, indem mindestens eines der verbauten Zahnräder ausgetauscht wird.

Geschichte

Die Geschichte des Fahrrads beginnt mit dem Singlespeed ohne Freilauf, den es in den 1860er Jahren, als der Antrieb über Pedale und Kette erfunden wurde, genauso wenig gab wie die Gangschaltung. Die Gangschaltung in der Hinterradnabe mit Freilauf wurde 1902 erfunden und fand ab 1924 nennenswerte Verbreitung, so dass der Anteil der Eingangräder seitdem erheblich gesunken ist. Dennoch gibt es nach wie vor Fahrräder ohne Gangschaltung, meistens kombiniert mit einer Rücktrittnabe. Diese Bauart blieb bis vor wenigen Jahrzehnten weltweit vorherrschend, erst mit breitem Aufkommen erschwinglicher Schaltnaben wurden sie verdrängt. Heute haben nur noch wenige Fahrräder keine Gangschaltung. Dazu zählen Kinderfahrräder und Hollandräder. Seit einigen Jahren finden Singlespeeds jedoch wieder eine zunehmende Verbreitung, vor allem in Großstädten und zum Bergabfahren (Downhill) in Bikeparks.

Gründe für Verzicht auf eine Gangschaltung

Vorteile

Nachteile

Übersetzung

Die Übersetzung wird von der Anzahl der Zähne beim Kettenblatt und Ritzel bestimmt. Sie muss lang genug sein, um auf ebener Strecke oder bergab eine angemessene Geschwindigkeit zu ermöglichen, gleichzeitig aber kurz genug, um das Anfahren und das Befahren von Steigungen zu ermöglichen. Die beim Anfahren ungünstige Übersetzung wird von Fahrern meist durch ein sich Abstoßen von der Fahrbahn überbrückt.

Im Mountainbike-Bereich gilt 2:1 als Standardübersetzung. Das bedeutet, dass das vordere Kettenblatt doppelt so viele Zähne besitzt wie das hintere Ritzel. Zum Fahren im alpinen Gebiet wird gerne eine leichtere Übersetzung genommen. Wer überwiegend in der Ebene fährt, wählt einen schwereren Gang. Beim Rennrad liegt die übliche Übersetzung je nach Einsatzbereich und Kraft zwischen 2,1:1 (Wintertraining Straße, z. B. 39/18) und etwa 3,3:1 (z. B. 52/16, eine weit verbreitete Standardübersetzung bei Sechstagerennen).

Zum Vergleich: Die im Straßenradrennen bei flachem Streckenprofil gefahrenen Übersetzungen liegen hingegen zwischen 3,2:1 und fast 5:1. Allerdings erfordert selbst eine Übersetzung von z. B. 53/11 im Endkampf (bei Geschwindigkeiten bis zu 70 km/h) eine Trittfrequenz von etwa 115/min, was die Bedeutung des trittfrequenzorientierten Trainings – beispielsweise mit dem starren Gang – unterstreicht.

Kettenspannung

Voraussetzung für einen störungsfreien Antrieb ist eine stets ausreichend gespannte Kette. Die allmähliche Kettenlängung im Betrieb erfordert regelmäßiges Nachspannen. Dafür gibt es mehrere Methoden:

Hinterbau eines Mountainbikerahmens mit horizontalen Ausfallenden

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Wettkampfbestimmungen für den Bahnrennsport. (PDF; 1,1 MB) In: Ausgabe 04/2023. Bund Deutscher Radfahrer e. V., abgerufen am 22. Februar 2024.