Sinzing

Wappen Deutschlandkarte
Sinzing
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sinzing hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 48° 59′ N, 12° 2′ OKoordinaten: 48° 59′ N, 12° 2′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Regensburg
Höhe: 338 m ü. NHN
Fläche: 44,03 km²
Einwohner: 7306 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 166 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 93161, 93152
Vorwahlen: 0941, 09404
Kfz-Kennzeichen: R
Gemeindeschlüssel: 09 3 75 199
Gemeindegliederung: 27 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Fährenweg 4
93161 Sinzing
Website: www.sinzing.de
Erster Bürgermeister: Martin Brix (CSU)
Lage der Gemeinde Sinzing im Landkreis Regensburg
KarteLandkreis Amberg-SulzbachLandkreis ChamLandkreis Dingolfing-LandauLandkreis EichstättLandkreis KelheimLandkreis LandshutLandkreis Neumarkt in der OberpfalzLandkreis Pfaffenhofen an der IlmLandkreis SchwandorfStraubingLandkreis Straubing-BogenRegensburgForstmühler ForstKreuther ForstBrunn (Oberpfalz)AlteglofsheimAltenthannAufhausenBach an der DonauBarbingBeratzhausenBernhardswaldBernhardswaldBrennbergBrunn (Oberpfalz)DeuerlingDonaustaufDuggendorfHagelstadtHemauHolzheim am ForstKallmünzKöferingLaaberLappersdorfMintrachingMötzingNeutraublingNittendorfObertraublingPentlingPettendorfPfakofenPfatterPielenhofenRiekofenRegenstaufSchierling (Oberpfalz)SinzingSünchingTegernheimThalmassingWenzenbachWiesent (Gemeinde)Wörth an der DonauWolfsegg (Oberpfalz)Zeitlarn
Karte

Sinzing ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Regensburg in Bayern. Die Stadtrandgemeinde liegt westlich von Regensburg und stellt sich vor allem als Wohngemeinde dar.

Geographie

Sinzing als „Tor zum Labertal“ liegt an der Schwarzen Laber und der Donau, etwa acht Kilometer westlich von Regensburg.

Gemeindegliederung

Es gibt 27 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Geschichte

Sinzing wurde 921 erstmals urkundlich erwähnt. 1031 wurde der Gemeindeteil Eilsbrunn erstmals erwähnt, der im Dreißigjährigen Krieg von den Schweden fast vollständig zerstört wurde, ebenso wie die Burganlage der Burg Niederviehhausen in Niederviehhausen, von der nur noch der Turm steht. Ab 1145 existierte bei Sinzing eine Fährverbindung über die Donau, deren Abgaberecht beim Kloster Prüfening lag. Bis 1485 gehörte diese Flussquerung zur Handelsroute Regensburg-Nürnberg. Die Ortsgeschichte ist mit dem Adelsgeschlecht der Sinzinger verbunden. Bis zum 17. Jahrhundert wurde auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Wein angebaut.

Die durch das bayerische Gemeindeedikt 1818 begründete Gemeinde Sinzing umfasste die folgenden Orte:

Im 19. Jahrhundert gab es zahlreiche Mühlen und seit 1836 mehrere auf Initiative des Verlegers Friedrich Pustet betriebene Papierfabriken sowie eine Tabakfabrik. Die hohe Zahl der Arbeiter und ihre Aufgeschlossenheit machte Sinzing zum „roten Dorf“, wie es bereits kurz nach 1900 genannt wurde. Sinzing war in Folge durch die vielen ansässigen Arbeiter eine Hochburg der Sozialdemokratie. Sehr aktiv, auch in kultureller Hinsicht, waren die „roten Radler“, eine organisierte Radfahrergruppe, die in Sinzing als „Solidarität Sinzing“ als sozialdemokratische Sportlergruppe auftrat. Die Dominanz der Sozialdemokraten in Sinzing hielt bis zum Erscheinen der NSDAP und bis zum 22. März 1933, als der sozialdemokratische Bürgermeister Georg Pommer von der NSDAP seines Amtes enthoben wurde und durch einen Bürgermeister der NSDAP ersetzt wurde, an. Der Vertreter der Kreisleitung der NSDAP aus Regensburg forderte die Mitglieder des Gemeinderates in dieser Sitzung dann auf, „fortan im Sinne der nationalen Erhebung die gemeindlichen Geschäfte zu führen“.

Der Fährbetrieb an der Donau bei Sinzing, der mindestens seit 1145 bestanden hatte, wurde mit der Eröffnung des Autobahnanschlusses an die A3 im Jahr 1966 eingestellt. Die inzwischen motorisierte Fähre Prüfening verbindet weiterhin den Regensburger Stadtteil Großprüfening mit Kleinprüfening in der Gemeinde Sinzing.

Eingemeindungen

Im Jahr 1946 wurde die Gemeinde Kleinprüfening eingegliedert. Am 1. Juli 1972 entstand im Zuge der Gemeindegebietsreform durch Zusammenlegung der ehemals selbständigen Gemeinden Sinzing, Viehhausen, Eilsbrunn und Bergmatting die Gemeinde Sinzing.

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 5700 auf 7390 um 1690 Einwohner bzw. um 29,7 %.

Blick auf Sinzing mit Donau und Autobahnbrücke A3

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 20 Mitgliedern und dem Ersten Bürgermeister. Bei der Kommunalwahl vom 8. März 2026 führte das rechts dargestellte Ergebnis zu folgender Sitzverteilung:

Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2026
(in %)
 %
50
40
30
20
10
0
38,0
(−5,5)
30,1
(n. k.)
23,5
(+5,4)
8,4
(+1,4)

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Sitzverteilung im Gemeinderat Sinzing seit 1. Mai 2026
    
Insgesamt 20 Sitze

Bei der Wahl 2026 haben von den 5.916 stimmberechtigten Einwohnern 4.450 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 75,2 Prozent lag.

Bürgermeister

Berufsmäßiger Erster Bürgermeister ist Martin Brix (CSU). Er ist seit 23. Januar 2024 im Amt.

Sein Vorgänger Patrick Grossmann war ab 2008 im Amt und wurde zuletzt bei den Kommunalwahlen 2020 mit 62,39 % bestätigt. Durch seinen Einzug in den Bayerischen Landtag wurde die außerturnusmäßige Bürgermeisterwahl vom 21. Januar 2024 erforderlich, bei der sich Martin Brix mit 50,1 % durchsetzte.

Liste der Bürgermeister von Sinzing:

  • 1899–1904 Franz Bayerl
  • 1904–1906 Anton Ziegler
  • 1906–1919 Georg Freihart
  • 1919–1920 Alfred Espach
  • 1920–1925 Rupert Held (SPD)
  • 1925–1929 Georg Freihart
  • 1929–1933 Georg Pommer (SPD)
  • 1933–1945 Michael Wagner (NSDAP)
  • 1946–1948 Josef Gruber
  • 1948–1950 Wilhelm Jehl (SPD)
  • 1950–1952 Martin Hacker (SPD)
  • 1952–1962 Hans Dirmeier
  • 1962–1972 Christian Kirchberger (CSU)
  • 1972–1990 Fritz Dürr (Freie Unabhängige Wählergemeinschaft)
  • 1990–2008 Franz Xaver Wiesner (CSU)
  • 2008–2023 Patrick Grossmann (CSU)
  • seit 2024 Martin Brix (CSU)

Wappen

Blasonierung: „Über einer gesenkten, eingeschweiften, fünfmal von Silber und Blau geteilten Spitze gespalten von Silber und Rot; vorne ein durchgehendes rotes Balkenkreuz, hinten auf silbernem Dreiberg ein silberner natürlicher Rosenstrauch.“
Wappenbegründung: Die vier im Rahmen der Gebietsreform 1972 zur neuen Gemeinde Sinzing zusammengeschlossenen Gemeinden haben sich in gerichts- und grundherrschaftlicher Beziehung verschiedenartig entwickelt. In den Gemeindeteilen Bergmatting, Eilsbrunn und Sinzing hatte die Klosterhofmark Prüfening umfangreichen Grundbesitz. Dies wird durch das Wappen des Klosters Prüfening – auf silbernem Grund ein durchgehendes rotes Kreuz – dargestellt. Die Gemeindeteile Viehhausen und auch Eilsbrunn waren überwiegend in adeligem Familienbesitz. Das Wappen der Freiherren Rosenbusch fand bereits im alten Gemeindewappen von Viehhausen Verwendung. Im Wappen der Gemeinde Sinzing weist das redende Wappen auf die Familie Rosenbusch hin. Das mittelalterliche Geschlecht der Herren von Laber, die im gesamten Laber-/Donauraum eine Rolle spielten, ist durch ihr Wappen – fünfmal von Silber und Blau geteilt – ebenfalls im neuen Gemeindewappen vertreten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Baudenkmäler

Alte Kirche Mariä Himmelfahrt
Kirche St. Wolfgang in Eilsbrunn
Gelber Fels, westlich von Eilsbrunn

Bodendenkmäler

Naturdenkmäler und Geotope

Musik

Sport und Vereine

Wirtschaft und Infrastruktur

Sinzing hat eine gut ausgebaute Infrastruktur mit Handels-, Dienstleistungs- und Handwerksbetrieben. Die örtliche Nahversorgungssituation ist gut.

Verkehr

Haltepunkt Sinzing

Medien

Für das Gemeindegebiet erscheinen Ausgaben der Tageszeitungen Mittelbayerische Zeitung und Regensburger Zeitung sowie wöchentlich das Anzeigenblatt der Mittelbayerischen Zeitung, die Rundschau. Die Bürgerzeit, eine landkreisweite monatliche Zeitung durch den Verleger Stefan Kolleth, sowie das Regensburger Wochenblatt, eine Ausgabe der Wochenblatt Verlagsgruppe, wurden bis Ende 2021 eingestellt. Im Gemeindegebiet können neben den überregionalen Programmen auch die Radiosender Radio Charivari, Radio Gong FM und der regionale Fernsehsender TVA empfangen werden.

Öffentliche Einrichtungen

Bildung

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Sinzing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2025. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Mai 2026, abgerufen am 21. Mai 2026 (Hilfe dazu).
  2. ↑ Gemeinde Sinzing, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 22. September 2021.
  3. ↑ Gemeinde Sinzing in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 3. Oktober 2017.
  4. ↑ Donaufähre bei Prüfening, abgerufen am 23. April 2015.
  5. ↑ Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern (1964). Teil II. Spalte 586–597.
  6. ↑ Rudolf Ottlinger: Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Hrsg.: Gemeinde Sinzing. ISBN 3-00-017520-2, S. 156 bis 160.
  7. ↑ Gemeinde Sinzing: Geschichte. Abgerufen am 2. April 2023.
  8. ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 120, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat – Fußnote 13).
  9. ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 573.
  10. 1 2 Gemeinderatswahl 2026. Abgerufen am 21. August 2026.
  11. 1 2 Bürgermeister/Oberbürgermeister in kreisangehörigen Gemeinden (Stand: 15.05.2024). (xlsx) Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen am 29. Mai 2024.
  12. ↑ Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 20. September 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  13. ↑ Rudolf Ottlinger: Sinzing von den Anfängen bis zur Gegenwart. Hrsg.: Gemeinde Sinzing. ISBN 3-00-017520-2, S. 191 und 192.
  14. ↑ Wappen von Sinzing in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  15. ↑ „Röhrl“ ist das älteste Wirtshaus der Welt (Memento des Originals vom 4. November 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Mittelbayerische Zeitung, 17. November 2010, abgerufen am 30. Dezember 2015.
  16. ↑ new media partners AG: Termine – Heimat- und Trachtenverein "Stoaros‘n" Sinzing e. V. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 24. Januar 2018; abgerufen am 23. Januar 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  17. ↑ Stoaros’n Sinzing sind Geschichte: Trachtenverein hat seine Auflösung beschlossen. Abgerufen am 15. März 2024.
  18. ↑ Neue Abteilungsleitung der SC Sinzing Fußballjugend gewählt! – Sportclub Sinzing e. V. 25. März 2022, abgerufen am 15. März 2024 (deutsch).
  19. ↑ DPSG Pfadfinder Stamm Sinzing
  20. ↑ brksinzing.de
  21. ↑ idowa, Straubing Germany: Regensburg – Donau-Post – idowa. Abgerufen am 30. März 2023.
  22. ↑ Grundschule Sinzing in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 2. Januar 2020.
  23. ↑ Abgeordnete(r) Patrick Grossmann | Bayerischer Landtag. Abgerufen am 15. März 2024.
  24. ↑ Patent DE3828786C1: Verfahren zur Herstellung von Bier. Angemeldet am 25. August 1988, veröffentlicht am 12. Oktober 1989, Anmelder: Fürstliche Brauerei Thurn und Taxis Regensburg GmbH, Erfinder: Ludwig Schifferl, Hans-Georg Hopfensitz.‌