Skender Fani (* 23. Februar 1940; † 17. November 2023 in Wien) war ein österreichischer Rechtsanwalt, Immobilieninvestor sowie Spielerberater und Sportfunktionär im Fußball.
Zu Fanis Klienten zählten unter anderem Herbert Prohaska, Hans Krankl, Toni Polster, Gerhard Rodax, Walter Schachner, Andreas Herzog, Otto Konrad, Franz Wohlfahrt, Arnold Wetl und Emanuel Pogatetz. Anfang der 2010er Jahre betreute er Szabolcs Sáfár bis 2011 und Roland Linz bis 2014.
Skender Fani war Mitglied im Präsidium des SK Rapid. Als dieser 1991 am Rande des Konkurses stand, wurde auf Idee des damals 32 Jahre alten Bankers Michael Margules die Rapid AG gegründet. Mit der ebenfalls erst 1991 gegründeten Vindobona-Privatbank, die vom gleichaltrigen „Star der Wiener Aktienszene“, Michael Lielacher mitgegründet und geleitet wurde, wurde der Börsengang der Aktiengesellschaft vorbereitet, Fani befürwortete dies in der Öffentlichkeit. Moritz Ablinger im ballesterer im April 2019: „Fani, Margules und Lielacher wollen gemeinsam Geschichte schreiben, sie wollen alle wirtschaftlichen Probleme Rapids lösen und dabei ordentlich verdienen.“ Der Rapid-Verein sicherte sich an der Aktie eine Sperrminorität von 25 Prozent. Der Börsengang mit 1.100 Schilling pro Aktie war gescheitert, das Risiko für Anleger war zu groß, Investoren schienen dem Projekt nicht zu trauen. Nur knapp 2.500 Aktien verkauften sich in den ersten Tagen, es waren Fans, die tatsächlich bereit waren zu investieren. Nach Turbulenzen rund um die Rapid AG stürzte der Aktienkurs auf 540 Schilling ab. Im Dezember 1992 übernahm die Bank Austria die zu dem Zeitpunkt schwer angeschlagene Vindobona-Bank und erbte deren fast 40 Prozent der Rapid-Aktien. Letztlich ließ die Bank Austria am 23. März 1994 den Handel der Aktien bei einem Kurs von 354 Schilling aussetzen, nicht einmal ein Drittel des Wertes bei der Emission. Am Handelsgericht Wien wurde zwei Wochen später der Zwangsausgleich genehmigt.
Falk Madeja formulierte am 21. März 1992 in der deutschen Tageszeitung taz in diesem Zusammenhang: „Skender Fani, Ex-Journalist, Anwalt, geheimnisvoll, schlitzohrig, geschäftstüchtig, Rapid-Vizepräsident.“
Bekannt wurde Fani u. a. auch durch einen Skandal, als Hans Krankl Trainer beim FC Tirol Innsbruck wurde. Die Justiz sah es als erwiesen, dass der damalige Vorstandssprecher Klaus Mair dem späteren Teamchef der österreichischen Fußballnationalmannschaft 3,6 Millionen Schilling „Handgeld“ gezahlt hatte. Als Krankls Berater nahm er den Betrag in Empfang und wurde daher wegen Anstiftung zur Steuerhinterziehung als Bestimmungstäter zu einer unbedingten Geldstrafe von 200.000 Schilling verurteilt. Im selben Prozess erging auch ein gleichlautendes Urteil gegen den FPÖ-Politiker Walter Meischberger, welcher Peter Stögers Interessen, der wegen Steuerhinterziehung verurteilt wurde, gegenüber dem FC Tirol vertrat.
Fani war von 7. Juni 2012 (Spielzeit 2012/13) bis 12. Februar 2019 (Spielzeit 2018/19) Vizepräsident des SK Austria Klagenfurt von 2007. In dieser – dann ehemaligen – Funktion war er in ein niedergeschlagenes Konkursverfahren gegen den Verein verwickelt. Im Februar vereinbarte er mit dem Ex-Austrianer Heimo Vorderegger, als Beauftragter der Schweizer Trinity Investment Group AG mit Fani eingefädelt haben soll, eine Provision in Höhe von 200.000 Euro, für den Fall, dass ein von Trinity namhafter Käufer einen Kaufpreis von mindestens 3,3 Millionen Euro bezahlt. In der Folge kam es zwischen dem Verein zu Streitigkeiten, nachdem Anfang 2019 das Hamburger Unternehmens Home United mit dessen Eigentümer Tomislav Karajica, den Verein mitsamt seiner Schulden gekauft hatte und die bedingt vereinbarte Provision nicht floss. Siegfried Steinwender, ein Kärntner Spielervermittler, der als Bevollmächtigter der Trinity auftrat, zog es vor, gegen den Verein nicht Klage zu erheben, sondern den Konkursantrag zu stellen. Skender Fani bestritt auf Anfrage die Vereinbarung nicht, wendete aber ein, dass die Trinity die vereinbarte Übernahmesumme nicht in der ausgemachten Höhe erbracht habe, wobei er sich zur genauen Summe nicht äußern wollte. Seinerseits griff er Steinwender an: „Soll er doch klagen. Mit der Insolvenz wollte er nur kostengünstig abtesten, ob was zu holen ist.“ Vor dem Landesgericht Klagenfurt als Konkursgericht traten die Gegenseiten Steinwender für die Trinity und vereinsseitig vertreten durch den Präsident Ivica Peric, den Steuerberater Herbert Matschek und den Austria-Anwalt Gernot Wilfling auf. Im Laufe Gerichtsverhandlung belastete Steinwender einerseits die Home United als Investor der Austria und andererseits das vormalige Präsidiumsduo Peter Svetits und Skender Fani schwer. Die Richterin schloss nach über eineinhalb Stunden die Sitzung und wies den Konkursantrag von Trinity/Steinwender ab.
Skender Fani, Vater von drei Kindern, starb am 17. November 2023 im Alter von 83 Jahren „dem Vernehmen nach“ an einem Krebsleiden in einer Wiener Privatklinik. Er wurde am Ober Sankt Veiter Friedhof bestattet.
Im Juni 2025 wurde am Handelsgericht Wien die Insolvenz Über die Verlassenschaft nach Skender Fani angemeldet. Gegen das Eröffnungsbeschluss des Gerichts legte umgehend Fanis Tochter Stella Fani Rekurs ein, dem im Juli 2025 nicht Folge gegeben wurde. Das Konkursverfahren ist im Juli 2026 noch im Laufen. Bei der ersten Tagsatzung am 7. August 2025 am Handelsgericht wurden 24 Millionen Euro an Forderungen von insgesamt 37 Gläubigern angemeldet. Unter diesen waren neben bekannten Banken und dem Finanzamt auch seine drei Kinder „mit teilweise üppigen Beträgen“ und die Loos-Bar (an der im März 1976 gegründeten Loos-Bar Barbetriebsgesellschaft m.b.H. ist neben Kurt Bender seit 2017 auch (noch) Skender Fani seit 2018 im Firmenbuch eingetragen, beide zu je 50 Prozent). Zu den weiteren Gläubigern zählen „namhafte Größen aus dem Sport“.
Letztlich steht Stand Juli 2026 im Raum, dass Fani 14 Millionen Euro Schulden angehäuft und er mehrere seiner Freunde und Geschäftspartner um deren Vermögen bzw. Teile davon betrogen haben soll. Darunter auch Toni Polster, der seinem einst engen Vertrauten Skender Fani einen hohen sechsstelligen Betrag für ein Immobiliengeschäft gegen Verzinsung geborgt hatte, das nach dem Tod Fanis als verschwunden gilt. Fani war bis zur Eintragung der Liquidation im März 2025 („in Liqu.“) in der Toni Polster Werbegesellschaft m.b.H. im Firmenbuch als Geschäftsführer eingetragen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fani, Skender |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Rechtsanwalt, Immobilieninvestor sowie Spielerberater und Sportfunktionär im Fußball |
| GEBURTSDATUM | 23. Februar 1940 |
| STERBEDATUM | 17. November 2023 |
| STERBEORT | Wien |