Skierniewice

Skierniewice
Wappen von Skierniewice
Skierniewice (Polen)
Skierniewice (Polen)
Skierniewice
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Łódź
Powiat: Kreisfreie Stadt
Fläche: 34,88 km²
Geographische Lage: 51° 58′ N, 20° 8′ OKoordinaten: 51° 58′ 0″ N, 20° 8′ 0″ O
Höhe: 112-138 m n.p.m.
Einwohner: 45.184
(1. Jan. 2024)
Postleitzahl: 96-100 bis 96-106
Telefonvorwahl: (+48) 46
Kfz-Kennzeichen: ES
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Rawa Mazowiecka–Łowicz
Eisenbahn: Warschau–Tschenstochau
Skierniewice–Łowicz
Nächster int. Flughafen: Łódź
Warschau
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Fläche: 34,88 km²
Einwohner: 45.184
(1. Jan. 2024)
Bevölkerungsdichte: 1295 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 1063011
Verwaltung (Stand: 2014)
Stadtpräsident: Krzysztof Jażdżyk
Adresse: Rynek 1
96-100 Skierniewice
Webpräsenz: www.skierniewice.net.pl

Skierniewice [skʲɛrɲɛˈvʲit͡sɛ] ist eine Stadt in der Woiwodschaft Łódź in Polen.

Lage

Die Stadt, im Weichsel-Becken gelegen, hat auf einer Fläche von 32,6 km² etwa 47.600 Einwohner (2000: 48.364, 2005: 49.142). Von 1975 bis 1998 war sie Hauptstadt der gleichnamigen Woiwodschaft, seitdem ist sie Teil der Woiwodschaft Łódź. Sie ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt und verbindet die Städte Warschau mit Łódź, Koluszki, Kutno und Łowicz.

Geschichte

Bahnhof in Skierniewice
Skierniewice, Willa Kozlowskich
Fußgängerbrücke überbrückt die Arierstraße zu den beiden Teilen des Ghettos

Die Stadt wurde 1359 erstmals erwähnt in einer Urkunde, in der der Erzbischof von Gnesen, Jaroslaw I. Bogoria den Herzog von Masowien, Siemowit III. mit dem Gebiet um Skierniewice belehnt. Die Stadtrechte wurden Skierniewice 1463 von König Kasimir IV. Jagiełło verliehen. Seit Ende des 16. Jahrhunderts war Skierniewice Residenzstadt des Erzbischofs von Gnesen und Primas von Polen, der in dieser Eigenschaft die polnischen Könige in seiner Residenz empfing; der letzte in der Stadt residierende Erzbischof war Ignacy Krasicki († 1801). Erst preußisch, dann russisch, kam die Stadt 1807 zum Herzogtum Warschau, und wurde 1815 im Wiener Kongress dem russischen Zarenreich eingegliedert.

Kaiser Franz Joseph I., Kaiser Wilhelm I. und Zar Alexander III. trafen sich vom 15. bis zum 17. September 1884 auf einem Jagdschloss in Skierniewice in Russisch-Polen, begleitet von ihren Außenministern, und erneuerten den „Dreikaiserbund“ von 1881.

Im Ersten Weltkrieg lag die Stadt in der Frontlinie, an der sich deutsche und russische Soldaten erbitterte Kämpfe lieferten.

Am 10. September 1939 wurde die Stadt von der Wehrmacht besetzt. Seit 1850 hatte sich dort eine jüdische Gemeinschaft gebildet, die bis 1939 auf über ein Drittel der Bevölkerung angewachsen war. Bis Dezember 1940 entstand ein Ghetto, in dem über 6.000 Menschen aus Skierniewice, Łódź, Zgierz, Aleksandrów, Brzezin und Włocławek lebten. Überlebende wurden ab 1941 unter anderem in das Warschauer Ghetto deportiert.

Von 1975 bis 1998 war sie Hauptstadt der gleichnamigen Woiwodschaft, seitdem ist sie Teil der Woiwodschaft Łódź. Die Stadt ist ein Zentrum der Agrarwissenschaft.

In der Umgebung liegen der Landschaftspark von Bolimów und Żelazowa Wola mit Frédéric Chopins Geburtshaus.

Städtepartnerschaften

Skierniewice ist seit 1976 Partnerstadt von Gera und zudem von Châtelaillon-Plage in Frankreich.

Verkehr

Im Bahnhof Skierniewice treffen sich die Bahnstrecken Warschau–Kattowitz, Skierniewice–Łowicz und Skierniewice–Łuków, wobei auf letzterer nur noch Güterverkehr betrieben wird.

Sehenswürdigkeiten

Landgemeinde Skierniewice

Skierniewice ist Sitz einer Landgemeinde gleichen Namens, ist aber selber nicht Teil dieser. Die Landgemeinde mit 28 Schulzenämtern hat eine Fläche von 131,7 km² auf der 8147 Menschen leben (1. Januar 2024).

Söhne und Töchter der Stadt

Commons: Skierniewice – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. 1 2 Area and population in the territorial profile in 2024. Abgerufen am 7. September 2025.
  2. ↑ wwwg.uni-klu.ac.at Drei-Kaiser-Treffen zur Jagd in Skierniewice
  3. ↑ The Yad Vashem encyclopedia of the ghettos during the Holocaust. Yad Vashem, Jerusalem 2009, ISBN 978-965-308-345-5.
  4. ↑ Żydzi w Polsce: dzieje i kultura: leksykon. Wyd. 1 Auflage. Wydawn. Cyklady, Warszawa 2001, ISBN 978-83-86859-58-0.
  5. ↑ Obozy hitlerowskie na ziemiach polskich 1939-1945: informator encyklopedyczny. Państ. Wydaw. Naukowe, Warszawa 1979, ISBN 978-83-01-00065-3.
  6. ↑ History | Virtual Shtetl. Abgerufen am 19. Oktober 2026.
  7. ↑ Über Skierniewice. In: leuchtturm-gera.de. Leuchtturmprojekt Gera-Skierniewice, 18. Oktober 2021, abgerufen am 16. September 2025.