
Sofia Noti (* 1925; † Juli 1944) war eine albanische Krankenschwester und Partisanin, die während des Zweiten Weltkriegs gegen die deutsche Besatzung Albaniens kämpfte. Sie gehörte der kommunistisch geführten Nationalen Befreiungsbewegung Albaniens an. Im Alter von 18 oder 19 Jahren wurde sie im Juli 1944 im deutschen Konzentrationslager Pavlou Mela bei Thessaloniki hingerichtet.
Sofia Noti wurde 1925 im albanischen Dorf Erind geboren. Nach dem Tod ihres Vaters kam sie in ein Waisenhaus in der Hauptstadt Tirana. Später absolvierte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester.
1942 trat sie der Jugendorganisation der Kommunistischen Partei Albaniens bei. Im Jahr 1943 schloss sie sich der III. Stoßbrigade (Brigada e III-të Sulmuese) der albanischen Nationalen Befreiungsarmee an und trat in die Kommunistischen Partei Albaniens ein. Innerhalb der Brigade gehörte sie dem Bataillon „Naim Frashëri“ an, in dem sie sowohl als Kämpferin als auch als Krankenschwester tätig war.
Am 8. Juni 1944 befand sich das Bataillon „Naim Frashëri“ bei Panarit. Zu dieser Zeit hatten die deutschen Streitkräfte der Wehrmacht eine größere Militäroffensive in Südalbanien begonnen, die als Juni-Operation von 1944 bezeichnet wird. Ziel der Operation war die Bekämpfung der albanischen Partisanenverbände.
Am selben Tag kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen dem Bataillon und Einheiten des nationalistischen Balli Kombëtar. Zwei Tage später kämpfte die Einheit gegen zwei deutsche Militärkonvois. Während der Gefechte wurde der Partisan Mehmet Tahiri verwundet. Noti versorgte ihn medizinisch, als ein deutscher Soldat sie mit einem Schuss in den linken Oberschenkel traf. Sie verlor das Bewusstsein und geriet gemeinsam mit weiteren albanischen Partisanen in Gefangenschaft.
Die Gefangenen wurden gefoltert und sollten anschließend ein Massengrab für ihre eigene Hinrichtung ausheben. Noti begann daraufhin, um ihren Mitgefangenen Mut zu machen, die Internationale zu singen. Die anderen Gefangenen stimmten in den Gesang ein. Der zunächst vorgesehene Tötungsbefehl wurde schließlich zurückgenommen. Die Gefangenen wurden stattdessen in das Gefängnis von Korça gebracht.
Am 23. Juni 1944 wurde Noti mit anderen Gefangenen von Korça über Florina nach Thessaloniki gebracht und dort im Konzentrationslager Pavlou Mela inhaftiert. Ihre Beinverletzung blieb bis dahin medizinisch unversorgt.
Im Juli 1944 wurde Noti von einem deutschen Offizier zur Hinrichtung auf den Lagerhof gerufen. Unter ihren Mitgefangenen befand sich auch die spätere albanische Volksheldin Fato Berberi. Es wird berichtet, dass sie sich während ihrer Hinrichtung zunächst von ihren Mitgefangenen verabschiedete. Dann soll sie einen deutschen Soldaten aufgefordert haben, zurückzutreten, um sich das Seil selbst um den Hals zu legen. Ihre letzten Worte lauteten demnach „Es lebe die Kommunistische Partei Albaniens!“, während der Wehrmachtssoldat den Schemel unter ihren Füßen wegstieß.
Sofia Noti wird in der albanischen Erinnerungskultur als eine von sechs Frauen geführt, die während des Zweiten Weltkriegs von den faschistischen Besatzungskräften hingerichtet wurden.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Noti, Sofia |
| KURZBESCHREIBUNG | albanische Krankenschwester und Partisanin |
| GEBURTSDATUM | 1925 |
| STERBEDATUM | Juli 1944 |