Sofioter Philharmoniker

Sofioter Philharmoniker (2017)

Die Sofioter Philharmoniker, oder Sofia Philharmonie (bulgarisch Софийска филхармония), auch Sofia Philharmonic Orchestra genannt, ist das nationale Sinfonieorchester Bulgariens mit Sitz in Sofia. Heimstätte des Orchesters ist der Konzertkomplex Bulgarien, dessen Hauptsaal, die Bulgarien-Saal, 1937 eröffnet wurde. Seit 2017 ist der Dirigent Najden Todorow Generaldirektor und künstlerischer Leiter.

Geschichte

Die Ursprünge der Institution reichen bis zu einem militärischen Ensemble des späten 19. Jahrhunderts zurück, dem 1893 gegründeten „Symphonieorchester der Leibgarde Seiner Hoheit“.

Im Verlauf mehrerer Umstrukturierungen trug das Orchester nacheinander die Bezeichnungen „Königliches Militär-Symphonieorchester“ und „Nationales Philharmonisches Orchester“. 1945 wurde es zum Nationalorchester Bulgariens erklärt, bevor es 1949 den Namen Sofia Philharmonie erhielt.

Heute umfasst die Sofia Philharmonie das Nationale Philharmonische Orchester, den Nationalen Philharmonischen Chor sowie mehrere Kammermusikensembles.

Die künstlerische Entwicklung des Orchesters ist eng mit den bulgarischen Dirigenten Sascha Popow, Konstantin Iliew, Dobrin Petkow, Wassil Stefanow, Wladi Simeonow, Wassil Kasandschiew, Dimitar Manolow, Emil Tabakow, Julian Kowatschew und Najden Todorow verbunden.

Zusammenarbeit mit bedeutenden Künstlern

Im Laufe ihrer Geschichte arbeitete die Sofia Philharmonie mit zahlreichen international renommierten Musikern zusammen.

Zu den Gastdirigenten gehörten unter anderem Bruno Walter, Karlheinz Stockhausen, Kurt Masur, Marin Alsop und Kirill Petrenko.

Unter den Solisten befanden sich unter anderem David Oistrach, Swjatoslaw Richter, Gidon Kremer, Michail Pletnjow, Patricia Kopatchinskaja und Viktoria Mullova. Auch der Komponist Dmitri Schostakowitsch trat gemeinsam mit dem Orchester auf.

Zu den Sängerinnen und Sängern, die mit dem Orchester konzertierten, zählen Plácido Domingo, José Carreras, Thomas Hampson, Sherrill Milnes, Anna Netrebko und Krassimira Stoyanova.

Internationale Präsenz

Im Januar 2018 gestaltete das Orchester das Eröffnungskonzert der bulgarischen EU-Ratspräsidentschaft im Bozar in Brüssel unter der Leitung Todorovs mit der Sopranistin Sonya Yoncheva. Im Dezember 2019 trat das Orchester unter Nayden Todorov im Großen Saal des Wiener Musikvereins auf. Auf dem Programm standen Werke von Pantscho Wladigerow, Igor Strawinsky und Antonín Dvořák.

2022 sowie erneut im April 2026 gastierte die Sofia Philharmonie in der Berliner Philharmonie. Im Januar 2026 trat das Orchester mit Sonya Yoncheva im Théâtre des Champs-Élysées in Paris auf. Im Juni 2026 dirigierte Kirill Petrenko das Orchester als Gastdirigent in der Bulgarien-Saal in Sofia.

Darüber hinaus wirkte die Sofia Philharmonie an Crossover- und Tourneeprojekten mit Künstlern wie Sting und Robin Gibb mit. 2019 führte sie auf einer China-Tournee die Konzertfassung von Star Wars: A New Hope in Zusammenarbeit mit Disney auf.

Diskografie

Die Sofia Philharmonie nahm für verschiedene bulgarische Label sowie international für Capriccio auf. In den 2010er Jahren entstanden Einspielungen für Red Bus Classical und Timpani. Seit 2020 veröffentlicht das Orchester Aufnahmen bei Naxos Records, darunter Operetten von Johann Strauss II. sowie Ballette von Adolphe Adam.

Auszeichnungen

Die Sofia Philharmonie wurde mehrfach mit bulgarischen Kulturpreisen ausgezeichnet, darunter „Musiker des Jahres“, „Goldene Leier“, „Kristallene Leier“ sowie das Ehrenzeichen des Präsidenten der Republik Bulgarien.

Commons: Sofioter Philharmoniker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 About Us. Sofia Philharmonic, abgerufen am 11. Mai 2026 (englisch).
  2. ↑ Sofia Philharmonic: A Historic Orchestra, in Its Prime. In: Gramophone. Abgerufen am 2. Juni 2026.
  3. ↑ Sofia Philharmonic Orchestra. In: AllMusic. Abgerufen am 2. Juni 2026.
  4. 1 2 Sofia Philharmonic Orchestra. In: AllMusic. Abgerufen am 2. Juni 2026 (englisch).
  5. ↑ Sofia Philharmonic Orchestra. In: Krannert Center for the Performing Arts. Abgerufen am 2. Juni 2026 (englisch).
  6. 1 2 3 4 5 Sofia Philharmonic Orchestra. In: Bachtrack. Abgerufen am 2. Juni 2026 (englisch).
  7. ↑ Sofia National Philharmonic Orchestra. In: Collegium Musicum. Abgerufen am 2. Juni 2026 (englisch).
  8. ↑ Ensembles. Sofia Philharmonie, abgerufen am 2. Juni 2026 (englisch).
  9. 1 2 3 Sofia Philharmonic: 'A historic orchestra, in its prime'. In: Gramophone. Abgerufen am 2. Juni 2026 (englisch).
  10. ↑ Sofia Philharmonic Orchestra. Sofia Philharmonie, abgerufen am 2. Juni 2026 (englisch).
  11. ↑ Kirill Petrenko Presents – Sofia Philharmonic Orchestra, Bulgaria Hall, 4 June 2026. In: Bachtrack. Abgerufen am 2. Juni 2026 (englisch).
  12. ↑ Kiril Petrenko, Ekaterine Buachidze, Gidon Kremer, Neeme Jarvi, Christoph Eschenbach und René Pape in der Frühjahrssaison der Sofia Philharmonie. BTA, 1. Dezember 2025, abgerufen am 2. Juni 2026 (bulgarisch).
  13. ↑ Artists. Sofia Philharmonie, abgerufen am 2. Juni 2026 (englisch).
  14. ↑ Sofia Philharmonic Orchestra. In: Bozar. Abgerufen am 2. Juni 2026.
  15. ↑ Sofia Philharmonic Orchestra, Musikverein Vienna, 5 December 2019. In: ViennaConcerts. Abgerufen am 2. Juni 2026.
  16. ↑ Sofia Philharmonic Orchestra – Konzertkalender. In: Berliner Philharmoniker. Abgerufen am 2. Juni 2026.
  17. ↑ Les Grandes Voix / Les Grands Solistes 2025–26 Season. In: OperaWire. Abgerufen am 2. Juni 2026.
  18. ↑ Kirill Petrenko Presents – Sofia Philharmonic Orchestra. In: Bachtrack. Abgerufen am 2. Juni 2026.
  19. ↑ Ten Minutes of Applause for the Sofia Philharmonic in Shanghai. In: Novinite. Abgerufen am 2. Juni 2026.