
Sophie Heymann, auch bekannt als Sophie Heymann-Engel, (geboren am 28. Januar 1874 in Amsterdam; gestorben am 5. März 1943 im Vernichtungslager Sobibor) war eine niederländische Sopranistin.
Sophie Heymann entstammte einer musikalischen Familie. Sie wuchs als Tochter des aus Preußen stammenden jüdischen Kantors Isaac Heymann und der Rebecca Göttinger in Amsterdam auf, wo ihr Vater seit 1856 tätig war. Auch drei ihrer Geschwister waren bekannte Musikerinnen und Musiker: Ihre ältere Schwester Louise Heymann (1861–1942) war ebenfalls Sopranistin, ihre Schwester Johanna Heymann (1870–1943) und ihr Bruder Carl Heymann (1854–1922) waren Pianisten.
Zunächst erhielt sie ihre musikalische Ausbildung von ihrem Vater; später nahm sie Unterricht bei den Gesangslehrerinnen Pauline Viardot-García und Mathilde Marchesi in Paris. Bei Amalie Joachim in Berlin studierte sie ein umfangreiches Liederrepertoire ein. Konzertreisen führten sie anschließend durch die Niederlande, nach Belgien, Deutschland und Frankreich. Dabei wurde sie teils von einer ihrer Schwestern oder von ihrem Bruder musikalisch begleitet. Sie trat unter anderem mit der Niederländischen Oper von Cornelis van der Linden im Paleis voor Volksvlijt in der Rolle der Valentine in Die Hugenotten auf. Eine Zeit lang gehörte sie Operngesellschaften in Gent und Den Haag (Französische Oper) an, hatte aber in Berlin auch eine eigene Operntruppe.
Über einen Auftritt mit ihrer Schwester Johanna, der Pianistin, schrieb die Kölnische Zeitung 1898: „Wie die Eine spielend singt, so spielt die Andere singend“. Ihre Schwester Louise wurde als „holländische Nachtigall“ bezeichnet, während der französische Komponist Jules Massenet Sophie selbst eine Nachtigall (rossignol) nannte. Matthijs Vermeulen schrieb als Rezensent: „Frau Sophie Heymann-Engel gehört zu jener Art von Künstlern, die zusehends ausstirbt: die lieblich singenden Sänger, die Vogelkehlchen, die zwitschern wie ein teurer sächsischer Kanarienvogel.“

Sie heiratete in Berlin den Zahnarzt Moritz Engel († 1930) und führte danach den Doppelnamen Heymann-Engel. Im Gegensatz zu ihrer Schwester Louise trat sie auch nach ihrer Heirat weiterhin öffentlich auf. Dabei gastierte sie unter anderem in Städten wie Köln und Leipzig. In der Rezension zu einem ihrer Auftritte in Berlin hieß es 1913 in der Neuen Zeitschrift für Musik:
„Sophie Heymann Engel gehört zu den seltenen Erscheinungen der Sängerwelt, welche sich mit ihrer Sangeskunst nicht genügen lassen, sondern darauf hinarbeiten, dem Publikum selten gehörte klassische Musik wirklich stilvoll zu bieten.“
Während des Ersten Weltkriegs wich sie in ihr Vaterland aus und trat dort mit dem Sänger Anton Sistermans auf.
Als Witwe ließ sich Sophie Heymann-Engel in den 1930er Jahren wieder in Amsterdam nieder. Ihre letzte bekannte Adresse war Sarphatistraat 80 (zuvor Nummer 133). Dort gab sie gemeinsam mit ihrer Schwester Johanna Musikunterricht, bis der Zweite Weltkrieg ausbrach.
Sophie und Johanna Heymann wurden von Nationalsozialisten deportiert und am 5. März 1943 im Vernichtungslager Sobibor ermordet.
Es existieren Aufnahmen von Sophie Heymann für Berliner Records (Berlin 1901), Favorite Record (Berlin 1906) und Anker-Record (Berlin 1906–1907). Ihre Schwester Louise Heymann-Göttinger hinterließ sehr seltene Aufnahmen für Berliner Records (Amsterdam 1901).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Heymann, Sophie |
| ALTERNATIVNAMEN | Heymann-Engel, Sophie (Ehename); Heymann, Sofie |
| KURZBESCHREIBUNG | niederländische Sopranistin |
| GEBURTSDATUM | 28. Januar 1874 |
| GEBURTSORT | Amsterdam |
| STERBEDATUM | 5. März 1943 |
| STERBEORT | Vernichtungslager Sobibór |