Sosiphanes

Sosiphanes (altgriechisch Σωσιφάνης Sosiphánes; * wahrscheinlich 336/332 v. Chr.; † vermutlich 284/280 v. Chr.) war ein griechischer Tragiker.

Über Sosiphanes ist wenig bekannt, und von seinen Werken sind nur sieben kurze Fragmente erhalten geblieben. Da die Nachrichten über sein Leben widersprüchlich sind, werden seine Lebensdaten in der Forschung kontrovers diskutiert. Nach der Suda, einem byzantinischen Lexikon, starb er entweder zwischen 336 und 332 v. Chr. oder zwischen 324 und 320, oder er erreichte – wie laut der Suda andere Quellen behaupteten – in diesen Jahren seine Akme, den „Höhepunkt des Lebens“ um das vierzigste Lebensjahr. Die Angabe, es handle sich um seinen Tod, scheint unglaubwürdig, da die Suda zugleich mitteilt, dass er der „Pleias“ angehörte, einer Gruppe von sieben tragischen Dichtern, die nach dem Urteil hellenistischer Gelehrter des 3. Jahrhunderts v. Chr. die zweitbesten waren nach den unerreichbaren Vorbildern Aischylos, Sophokles und Euripides. Diese sieben Tragiker sollen in hellenistischer Zeit gelebt und ihre Werke geschaffen haben. Demnach kann Sosiphanes nicht zur Pleias gehört haben, wenn die überlieferten Zahlen sich auf seinen Tod beziehen. Überdies gibt die Suda auch an, er sei gegen Ende der Regierung König Philipps II. von Makedonien oder nach dessen Tod unter Alexander dem Großen geboren worden, also nicht vor den 330er Jahren.

In der Forschungsdebatte sind verschiedene Hypothesen erwogen worden:

Da die vierte Möglichkeit besser als die anderen mit den in der Suda überlieferten Angaben aus verschiedenen verlorenen Quellen vereinbar ist, gilt sie heute als die plausibelste. Allerdings kommt auch die Alternative in Betracht, der zufolge der Tragiker mit dem 306/305 geborenen Dichter zu identifizieren ist und somit 264/263 noch am Leben war.

Die Suda berichtet außerdem, dass Sosiphanes aus Syrakus stammte, dass sein Vater Sosikles hieß und dass er 73 Tragödien schrieb und siebenmal im Wettkampf der Tragödiendichter siegte. Eine der Tragödien hatte das Schicksal des Meleager zum Gegenstand, das schon zuvor von Sophokles und Euripides in ebenfalls heute verlorenen Tragödien dargestellt worden war.

Ausgaben

Literatur

Anmerkungen

  1. ↑ Bruno Snell (Hrsg.): Tragicorum Graecorum Fragmenta, Band 1, Göttingen 1971, S. 261–263 (Nr. 92), hier: 261. Vgl. Agnieszka Kotlińska-Toma (Hrsg.): Hellenistic Tragedy. Texts, Translations and a Critical Survey, London 2015, S. 54–63, hier: 55.
  2. ↑ Agnieszka Kotlińska-Toma (Hrsg.): Hellenistic Tragedy. Texts, Translations and a Critical Survey, London 2015, S. 54–63, hier: 55–57.
  3. ↑ Bruno Snell (Hrsg.): Tragicorum Graecorum Fragmenta, Band 1, Göttingen 1971, S. 261–263 (Nr. 92), hier: 261. Vgl. Agnieszka Kotlińska-Toma (Hrsg.): Hellenistic Tragedy. Texts, Translations and a Critical Survey, London 2015, S. 54–63, hier: 57–60.