Sounds of Paris

Film
Titel Sounds of Paris
Originaltitel A Second Life
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Englisch, Französisch
Erscheinungsjahr 2025
Länge 77 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Laurent Slama
Drehbuch Laurent Slama
Thomas Keumurian
Produktion Maxime Montagne
Laurent Slama
Musik Jean-Charles Bastion
Kamera Laurent Slama
Schnitt Souliman Schelfout
Besetzung
→ Synchronisation →

Sounds of Paris ist ein französisches Drama des Regisseurs Laurent Slama mit Agathe Rousselle und Alex Lawther. Die Uraufführung fand beim Tribeca Film Festival 2025 statt. In die deutschen Kinos kam der Film am 11. Juni 2026.

Handlung

Elisabeth ist eine hörgeschädigte junge Amerikanerin, die während den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris für eine Appartementvermittlung arbeitet und sich kürzlich gegen einen Suizid entschieden hat. Sie empfängt Gäste und kümmert sich um deren Beschwerden. Wenn es ihr zu laut wird, nimmt sie ihre Hörgeräte heraus, muss sie aber wieder einsetzen, um zu kommunizieren. An diesem Tag läuft sie Gefahr, wegen schlechter Bewertungen ihren Job zu verlieren, woran auch ihr Visum hängt. Sie will ihren nächsten Kunden, Elijah, in eine Wohnung führen, dieser zögert aber, weil er hört, dass Personen in der Wohnung gerade Sex haben. Wegen der Doppelbuchung erhält Elijah eine andere Wohnung. Elisabeth muss daher die Schlüssel zur Wohnung aus dem Büro holen, und Elijah besteht darauf, sie zu begleiten. Er freut sich, Zeit mit einer Pariserin zu verbringen, Elisabeth muss sich aber parallel um wichtige Anrufe kümmern. Außerdem wurde ein Bewerbungsgespräch am Abend vorverlegt. Sie stimmt einem Treffen in 10 Minuten zu, bittet Elijah, kurz auf sie zu warten und beendet das Gespräch schnell.

Zurück bei Elijah bemerkt sie, dass er sich bereits mit Leuten in einem Café angefreundet hat. Obwohl sie wenig später noch auf Freunde von Elijahs Heimat treffen, besteht Elisabeth darauf, Elijah nun schnellstmöglich zur Wohnung zu bringen. Auf dem Weg in einem Park will Elijah ihr seine Hypnosetechnik zeigen, die er für die US-amerikanischen Spitzensportler anwendet. Elisabeth stimmt für fünf Minuten zu, Elijah lässt sie aber 90 Minuten schlafen. Elisabeth soll dann eine weitere, zugemüllte Wohnung übergeben. Sie treffen wieder auf Elijahs Freunde von vorher, die sie begleiten, und man löst gemeinsam das akute Problem.

In der Metro bekommt Elijah eine Panikattacke und sie steigen schnellstmöglich aus. Elisabeth gelingt es, Elijah zu beruhigen. Elijah will die Gruppe verlassen, Elisabeth überzeugt ihn aber, zu bleiben und die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele anzuschauen. Ihre Verpflichtungen auf der Arbeit sagt sie ab, indem sie vorgibt, dass sie in der Metro steckengeblieben ist. Bei der Feier küsst sie die Freundin von Elijah, die mit ihrem Freund in einer offenen Beziehung ist. Elisabeth verschwindet daraufhin.

Am nächsten Tag wird ihr gekündigt, und sie ruft Elijah an, um sich mit ihm zu treffen. Er erzählt von seinem Suizidversuch als Jugendlicher. Er begreift das Leben seither als „Performance“, bei der man „abliefern“ muss.

Synchronisation

Die deutschsprachige Synchronisation übernahm die K13 Studios Berlin GmbH. Dialogregie führte Ulrike von Lenski, das Dialogbuch schrieb Maurice Taube.

RolleDarstellerSynchronsprecher
Elisabeth VoglerAgathe RousselleDerya Akyol
ElijahAlex LawtherVincent Borko
NaomiSuzy BembaAlina Sokhna M’Baye
ChadJonas BachanChristopher Kohn
MarcFrançois De BrauerRainer Fritzsche
JaneÉlise TilloloyYenni Vu
Mieter mit BettwanzenGrégoire IsvarineBernd Egger
SteveJewerl RossPeter Sura

Produktion

Die Idee für den Film legte Slama zunächst zur Seite, setzte den Film aber um, nachdem er Agathe Rousselle kennengelernt hatte, acht Monate vor den Olympischen Sommerspielen 2024.

Die Japanische Brücke in Monets Garten

Der Film wurde durch die Unternehmen 21 Juin cinéma und RnB Films produziert. „Sounds of Paris“ ist der erste Film, den der Regisseur unter seinem eigenen Namen veröffentlicht hat. Seine beiden vorgehenden Spielfilme, Unser Paris (2019) und Années 20, hatte er unter dem Namen Elisabeth Vogler gedreht, ein Pseudonym nach einer Filmfigur aus Ingmar Bergmans Persona, und gleichzeitig der volle Name der Protagonistin in „Sounds of Paris“. Slama, der auch am Drehbuch beteiligt war, führte selbst die Kamera und arbeitete nur mit einer kleinen technischen Crew während der Sommerspiele in Paris. Aufgrund des Drehverbots am Eröffnungstag der Olympischen Spiele musste mit versteckter Kamera gedreht werden. Ein Drehort außerhalb von Paris war Monets Garten in Giverny, in dem Monet seine Serie der Seerosenbilder gemalt hatte. Auf Monets Seerosenteich wird während des Films immer wieder angespielt.

Veröffentlichung

Die Uraufführung des Films war beim Tribeca Film Festival 2025 in der Sektion International Narrative Competition, anschließend wurde er auf einer Reihe weiterer Filmfestspiele gezeigt. Durch den Filmverleih Port au Prince Pictures wurde er ab dem 11. Juni 2026 in die deutschen Kinos gebracht.

Rezeption

Esther Buss gab dem Film bei Filmdienst 2,5 von 5 Sternen: „Ausgehend vom Porträt einer Depression entwickelt sich der Film zunehmend zur Komödie, findet jedoch nur schwer die Balance zwischen existenzieller Schwere und Leichtigkeit. Das olympische Paris bleibt eher Hintergrundkulisse für eine Geschichte über Isolation, Überforderung und vorsichtige Öffnung, die in Form subjektiver Hörperspektiven einen eigenen Klangraum schafft.“ Birgit Roschy verlieh dem Film bei epd Film 4 von 5 Sternen. Sie lobte die fließenden Kamerafahrten durch das urbane Gewusel. Dabei werde nebenbei eine globalisierte Generation dargestellt und aufgezeigt, wie in der Gig-Ökonomie „Arbeitnehmer an Smartphones wie an einer Sklavenkette hängen“. Besonders herausragend sei das Schauspiel von Agathe Rousselle: „Ihre intensive Verkörperung einer Frau, deren innerer Aufruhr trotz äußerer Gefasstheit aus allen Poren quillt, zieht geradezu magnetisch den Blick an.“

Einzelnachweise

  1. ↑ Freigabebescheinigung für Sounds of Paris. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK-Nummer: 281622; abgerufen am 14. Juni 2026).
  2. 1 2 3 Sounds of Paris. In: Port au Prince Pictures GmbH. Abgerufen am 14. Juni 2026.
  3. 1 2 Sounds of Paris (2025). In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 22. September 2026.
  4. ↑ Rua Fay: Interview with „A Second Life“ Director, Laurent Slama at Tribeca 2025. In: Cinemaster. 10. Juni 2025, abgerufen am 14. Juni 2026.
  5. ↑ Olivia Popp: Review: A Second Life cineuropa, 13. Juni 2025, abgerufen am 15. Juni 2026
  6. 1 2 Sounds of Paris nochnfilm, 11. Juni 2026, abgerufen am 15. Juni 2026
  7. ↑ Carsten Beyer: "Sounds of Paris". In: radio3. 11. Juni 2026, abgerufen am 15. Juni 2026.
  8. ↑ A Second Life bei tribecafilm.com, abgerufen am 14. Juni 2026.
  9. ↑ Sounds of Paris. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 14. Juni 2026.
  10. ↑ Birgit Roschy: Kritik zu Sounds of Paris. In: epd Film. 1. Juni 2026, abgerufen am 15. Juni 2026.