| ÖBB-Personenverkehr Aktiengesellschaft | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 1. Jänner 2005 |
| Sitz | Wien, X., Am Hauptbahnhof 2 |
| Leitung | Sabine Stock, Othmar Frühauf, Klaus Garstenauer (Vorstand) |
| Mitarbeiterzahl | 11748 (Teilkonzern; 2023) |
| Umsatz | 3.136,3 (Teilkonzern; 2023) |
| Branche | Eisenbahnverkehrsunternehmen |
| Website | personenverkehr.oebb.at |
| Stand: 31. Dezember 2023 | |



Die ÖBB-Personenverkehr AG ist das größte Eisenbahnunternehmen im Personenverkehr in Österreich und gehört zum Konzern der Österreichischen Bundesbahnen. Die Anteile an der ÖBB-Personenverkehr AG hält zu 100 % die ÖBB-Holding AG, die ihrerseits im Alleineigentum der Republik Österreich (Bund) steht. Die ÖBB-Personenverkehr bedient Linien des Fern- und Nahverkehrs, einschließlich der S-Bahn. Die zu 100 % in ihrem Eigentum stehende Österreichische Postbus AG ist das größte österreichische Linienbusunternehmen Österreichs und bedient den größten Teil der Regionalbuslinien im Auftrag der Verkehrsverbünde.
Die ÖBB-Personenverkehr bedient alle Hauptverbindungen des österreichischen Fernverkehrs:
Im Fernverkehr werden gegenwärtig folgende Zuggattungen angeboten:
In der Vergangenheit betrieb die ÖBB Personenverkehr AG auch eigene Fernbus-Verbindungen:

Im Nahverkehr sind etwa zwei Drittel aller Linien vertaktet, wobei die Taktzeiten auf den Schnellverkehr nicht immer punktgenau, sondern lediglich annähernd festgelegt sind. Die Züge führen ausschließlich 2. Klasse.
Im Nah- und Regionalverkehr der ÖBB-Personenverkehr werden gegenwärtig vier Zuggattungen angeboten:
Die ÖBB-Personenverkehr bedient alle Linien der S-Bahnen in Wien und Kärnten und jeweils die Mehrheit der Linien der übrigen S-Bahn-Netze in Österreich.

Der City Airport Train (CAT), der die Linie Bahnhof Wien Mitte–Flughafen Wien bedient, wird von einer Gesellschaft geführt, an der die ÖBB-Personenverkehr 49,9 % und die Flughafen Wien AG 50,1 % hält. Der CAT ist im Gegensatz zu den übrigen Zugverbindungen zum Flughafen Wien weder in das allgemeine Tarifsystem der ÖBB noch in die Verkehrsverbünde integriert.
Busverkehr wird vom Tochterunternehmen Österreichische Postbus AG mit ca. 2320 Bussen in ganz Österreich durchgeführt. Der Postbus ist der größte Anbieter von Linienbusdiensten in Österreich, tariflich aber in die Angebote der ÖBB-Personenverkehr nicht eingebunden.
Die Nah- und Fernverkehrszüge der ÖBB-Personenverkehr sind vollständig in die Tarife der Verkehrsverbünde integriert und auch mit dem Klimaticket zu benutzen. Neben den Tickets zu den Tarifen der Verkehrsverbünde bietet die ÖBB-Personenverkehr auch Tickets zu unternehmenseigenen Tarifen an, insbesondere für Fahrten über mehr als ein Verbundgebiet.
Ähnlich wie die Deutsche Bahn und die Schweizerischen Bundesbahnen bieten die ÖBB mit der Vorteilscard und dem Klimaticket Kundenkarten für regelmäßige Fahrgäste an. Für Jugendliche unter 26 gibt es Kooperationen mit regionalen Jugendkarten (OÖ: 4youCard, NÖ: Top Jugend Ticket, Salzburg: S-Pass). Die Vorteilscard für unter 26-Jährige ermöglicht dadurch Zugang zu den entsprechenden Angeboten. Außerdem bieten die ÖBB mit dem Sommerticket eine Netzkarte für alle Züge in Österreich (ausgenommen EuroNight/Nightjet-Züge und Privatbahnen (außer der GySEV)) an. Dafür wird eine Vorteilscard Jugend benötigt.
Die Businesscard kann von Firmen, Vereinen und Institutionen für deren Mitglieder in Anspruch genommen werden (20 % Ermäßigung auf Fahrscheine der ÖBB für einen Zeitraum von drei Jahren, Verlängerung bei Erreichen eines Jahresgesamtumsatzes von 1000 Euro).
Unter der Bezeichnung Sparschiene werden limitierte Sitzplatzkontingente für Ziele im In- und Ausland ab 6 Monaten vor Abfahrt zu vergünstigten Konditionen verkauft (ab 9,90 €). Vorteil für das Unternehmen ist eine tendenziell bessere Vorausplanung und Auslastung, Vorteil für den Kunden eine günstigere Fahrkarte; Nachteil, dass bei Nichtantreten der Reise die Fahrkarte verfällt, im Gegensatz zu einer normalen Bahnfahrkarte, die weitaus länger gültig ist. Die Karten werden online verkauft. Damit eine Fahrtstrecke als Sparschiene verfügbar ist, muss diese länger als 150 km sein und zumindest ein Fernverkehrszug oder ein Intercity-Bus dabei genutzt werden.
Das Handy-Ticket ermöglichte bis Dezember 2014 den Kauf der Fahrkarte per SMS. Die Abrechnung erfolgte bei einigen Mobiltelefonbetreibern über die Telefonrechnung, ansonsten war eine Paybox-Anmeldung zur Nutzung dieses Dienstes erforderlich. Mittlerweile wurde dieses Angebot durch den Ticketkauf in der App ersetzt. Das „Einfach-Raus-Ticket“ richtet sich an kleine Gruppen und Familien. Daneben gibt es Gruppentickets, bei denen, abhängig von der Gruppengröße (1–10 oder mehr Personen), Ermäßigungen von bis zu 30 % auf ÖBB-Fahrscheine gewährt werden.
In ausgewählten Verbindungen steht Catering in Form eines Speisewagens oder einem Am-Platz-Service zur Verfügung.
Nach einer zehnjährigen Partnerschaft mit der Firma e-express wurden 2011 die Catering-Leistungen in den Zügen neu ausgeschrieben. Zuvor wurden Vorwürfe laut, die Firma hätte abgelaufene Waren zum Verkauf angeboten und zudem Lohndumping betrieben. Bis zuletzt dementierte das Unternehmen diese Anschuldigungen. Mit 1. April 2012 übernahm Henry am Zug, eine Tochter des österreichischen Unternehmens Do & Co, das gesamte Catering für die ÖBB. Es umfasst neben den Speisewagen auch das Am-Platz-Service in der Ersten und Business-Klasse, wie auch das Trolley-Service in der Zweiten Klasse. Nach einer Umstellungsphase folgten ein neues Speisenangebot sowie Preisreduktionen auf bestimmte Warengruppen. 2015 kündigte Do & Co den Rückzug aus dem Catering der ÖBB an, nachdem es zu Unregelmäßigkeiten bei Arbeitszeiten und dem gescheiterten Kollektivvertrag kam.
Seit 1. April 2018 betreibt die österreichische Donhauser GmbH die Cateringdienste in den Zügen der ÖBB mit Am-Platz-Service in Business- und First-Class, Speisewagen sowie mit Trolley Service in der zweiten Klasse. Auch der bis zum Jahr 2011 tätige ÖBB-Caterer e-express gehörte zur Donhauser GmbH. Mit der Umstellung auf den neuen Caterer ist auch über das von der ÖBB betriebene Railnet in den Railjets die Bestellung in der Business und First Class über alle Wlan fähigen Mobilgeräte direkt am Platz möglich. Während der Umstellungsphase kam es zu anfänglichen Problemen, da die Übergabe der Liegenschaften und Geräte von Do&Co auf Don nicht reibungslos ablief.
Die ÖBB-Personenverkehr AG wurde aufgrund des Bundesbahnstrukturgesetzes 2003 als eigenständiges Eisenbahnverkehrsunternehmen für den Personenverkehr gegründet und ist eine von drei operativen Teilgesellschaften der ÖBB-Holding AG.
Im Jahr 2004 wurde die Österreichische Postbus AG, eines der drei Nachfolgeunternehmen der Post und Telekom Austria, von den ÖBB erworben. In weiterer Folge wurde der zuvor selbständige Bahnbus mit dem Postbus verschmolzen; die Marke Bahnbus wurde zugunsten der Marke „Postbus – Ein Unternehmen der ÖBB“ aufgegeben.
Seit dem 1. September 2007 besteht ein generelles Rauchverbot in allen Zügen der ÖBB. Zuvor galt dieses nur in Zügen des Nahverkehrs. Da – laut ÖBB-Statistik – 90 % der Reservierungen für den Nichtraucherbereich nachgefragt werden, entschieden sich die ÖBB, die Umstellung durchzuführen. Andere Bahnen, wie etwa die Graz-Köflacher Bahn, führten das Rauchverbot in den Zügen schon früher ein. Seit dem Inkrafttreten der Tabakgesetznovelle 2008 gilt in Österreich zusätzlich ein gesetzliches Rauchverbot in allen Räumen öffentlicher Orte, was auch „nicht ortsfeste Einrichtungen des öffentlichen und privaten Bus-, Schienen-, Flug- und Schiffsverkehrs“ umfasst.
Die Bahnreform 2009 schreibt vor, dass die ÖBB-Personenverkehr geeignete Strukturen schaffen muss, die auf die Besonderheiten der Geschäftsbereiche „Nahverkehr“ und „Fernverkehr“ Rücksicht zu nehmen hat. Dies solle Quersubventionierungen zwischen diesen Bereichen verhindern.
2023 waren 494 Millionen Fahrgäste mit den ÖBB unterwegs.
511 Millionen Reisende waren es 2024. Erstmals waren es über eine halbe Milliarde.
Zur Umsetzung der „Internationalisierungsstrategie der ÖBB im Fokusmarkt Deutschland“ wurde im Juni 2021 die 100-prozentige Tochtergesellschaft der ÖBB-Personenverkehr Allegra Deutschland GmbH („Allegra“) mit Sitz in München gegründet und beim Amtsgericht München registriert. Als Unternehmensgegenstand wurde die Erbringung von Eisenbahntransportleistungen unter anderem als Eisenbahnverkehrsunternehmen angegeben. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft beabsichtigte im Dezember 2021, der Allegra den Zuschlag im Los 2 (München – Prag) des Vergabeverfahrens Expressverkehr Ostbayern Übergang zu erteilen. Nach einem Einspruch des Mitbieters Die Länderbahn entschied die zuständige Vergabekammer im Juli 2022, dass sich Allegra nicht im Rahmen der Eignungsleihe auf die Referenzen der Konzernmutter ÖBB stützen kann, und die Allegra wurde vom Vergabeverfahren ausgeschlossen. Anfang 2025 wurde das Unternehmen der Arverio Deutschland übereignet, in Arverio Süd umfirmiert und der Sitz nach Augsburg an den Sitz der Arverio Bayern verlegt.
Zum Einstieg in den deutschen Schienenpersonennahverkehrsmarkt wurde am 12. Oktober 2023 der Kaufvertrag zur Übernahme der Go-Ahead Verkehrsgesellschaft Deutschland von Go-Ahead unterzeichnet. Nach einer Prüfung wettbewerbsrechtlicher Bedenken teilte die Europäische Kommission am 18. Januar 2024 mit, keine Bedenken gegen die Übernahme zu haben. Am 1. Februar 2024 wurde die Übernahme vollzogen und im Juli 2024 das Unternehmen in Arverio Deutschland umbenannt.