Sperrkommandant

Der Sperrkommandant war, sowohl in der deutschen Kaiserlichen Marine als auch in der Kriegsmarine ein für die Bewachung, den Unterhalt und den Betrieb einer oder mehrerer Minensperren und/oder Hafensperren verantwortlicher Offizier.

Kaiserliche Marine

Siegelmarke Sperrkommandant Kiel (Erster Weltkrieg)

Die Kaiserliche Marine ernannte im Ersten Weltkrieg an den größeren deutschen Flussmündungen Sperrkommandanten als Befehlshaber der jeweiligen Schiffssperren. Sie waren Teil der Küstensicherungsverbände.

Sperrkommandanten gab es u. a. auf Borkum, an der Elbe, am Heverstrom, in Kiel, in Danzig-Neufahrwasser, in Pillau und auch in der Kolonie Kiautschou.

Kriegsmarine

Netzsperre gegen U-Boote im Zweiten Weltkrieg

Die Kriegsmarine richtete im Zweiten Weltkrieg Sperrkommandanturen (oder auch einfach Sperrkommandanten) in wichtigen Häfen oder für ganze Küstenabschnitte ein. Ihre Aufgabe war insbesondere das Auslegen, der Unterhalt, der Betrieb und die Überwachung der aus Balken und Netzen eingerichteten Hafensperren, mit denen insbesondere das Eindringen von Kampftauchern, Kleinst-U-Booten, bemannten Torpedos und Sprengbooten verhindert werden sollte. Dazu unterstanden ihnen sogenannte Sperrschlepper, die die Sperren öffneten und schlossen, wenn Schiffe durchgelassen wurden. Zu ihrem Personal gehörten außerdem Sperrlotsen, die Schiffe durch die Sperren führten. Soweit ihr Aufgabenbereich ganze Küstenabschnitte umfasste, befehligten sie sogenannte Sperrflottillen, die im Oktober 1942 in Küstenschutz-Flottillen und im Oktober 1943 in Sicherungs-Flottillen umbenannt wurden.

Sperrkommandanten der Kriegsmarine (Auswahl):

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ olde-tieden.de
  2. ↑ archivfuehrer-kolonialzeit.de
  3. ↑ Kurzbiographien »S«. Tsingtau – historisch-biographisches Projekt. KptLt Siegfried von Saldern war 1914 Chef der Marinekompanie und Sperrkommandant in Tsingtau.
  4. ↑ archivportal-d.de
  5. ↑ deutsche-digitale-bibliothek.de