Spreewaldkonserve

Obst- und Gemüseverarbeitung „Spreewaldkonserve“ Golßen GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1946
Sitz Golßen, Deutschland
Leitung Till Alvermann
Mitarbeiterzahl 24 + ca. 180 Saisonarbeiter (2026)
Umsatz 115,8 Mio. Euro (Geschäftsjahr 2020)
Branche Lebensmittelhersteller
Website spreewaldhof.de
Stand: 8. April 2026

Die Obst- und Gemüseverarbeitung „Spreewaldkonserve“ Golßen GmbH ist ein brandenburgischer Hersteller von Obst- und Gemüsekonserven. Unter der Marke Spreewaldhof vermarktet das Unternehmen insbesondere Sauergemüse und Gewürzgurken. Seit Juni 2021 gehört die Spreewaldkonserve zum französischen Konzern Andros.

Geschichte

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gründeten zwei Bauern 1946 in Golßen das Unternehmen „Friedewald und Donath, Nahrungs- und Genussmittel Golßen“. Anfangs wurde Kunsthonig aus Zucker und Molke- und Buttermilchsirup hergestellt. Später wurden Erbsen, Brechbohnen, Gurken, Johannisbeeren, Kirschen, Kohl, Pflaumen und Stachelbeeren zu Konserven verarbeitet. 1951 wurde die Konservenfabrik zum Volkseigenen Betrieb (VEB) Spreewaldkonserve Golßen.

Nach der Deutschen Wiedervereinigung privatisierte die Treuhandanstalt den Betrieb und überführte den VEB in die Obst- und Gemüseverarbeitung Spreewaldkonserve Golßen GmbH. 1991 erwarben Konrad Linkenheil und seine Schwester Karin Seidel, Eigentümer der Obstkonservenfabrik Siegfried Linkenheil GmbH & Co. KG in Wegberg, die Spreewaldkonserve von der Treuhandanstalt.

1999 erreichte der Spreewaldverein e.V. die Anerkennung der Spreewälder Gurken als geschützte geografische Angabe (g.g.A.). Seitdem tragen die Produkte der Marke Spreewaldhof das damit verbundene Herkunftskennzeichen. Vorausgegangen waren jahrelange Rechtsstreitigkeiten, weil andere Konservenhersteller ihre Gurken als Spreewaldgurken vermarktet hatten, obwohl diese nicht aus der brandenburgischen Region stammten.

Im Jahr 2000 wurde das Tochterunternehmen Schenk és Társa Kft mit Sitz in Szigetvár (Ungarn) gegründet, um den Zugriff auf ungarische Rohwaren wie Kirschen, Mais und Paprika zu erleichtern. Im selben Jahr wurde die Konservenfabrik Linkenheil in Wegberg geschlossen. Das damit verbundene Unternehmen Obstkonservenfabrik Siegfried Linkenheil GmbH & Co. KG wurde im Juni 2007 aufgelöst.

2002 lag der Jahresumsatz der Spreewaldkonserve bei 69 Mio. Euro.

Im Januar 2021 gab die Andros Deutschland GmbH, Tochterunternehmen des französischen Lebensmittelherstellers Andros, ihre Pläne zur Übernahme der Spreewaldkonserve bekannt. Das Bundeskartellamt genehmigte die Akquisition im Juni 2021.

Ende Januar 2025 kündigte das Unternehmen an, die Gurkenproduktion in Golßen einstellen zu wollen. Nach Protest aus der Belegschaft und der Bevölkerung und als Reaktion auf Kritik aus der Politik wurde im Mai 2025 bekanntgegeben, die Produktion am Standort Golßen aufrechterhalten zu wollen, dafür jedoch den Standort Schöneiche (Steinreich) zu schließen und die Produktion auf einen reinen Saisonbetrieb (Haupterntezeit ist im Juli und August, die Saison endet im Oktober) umzustellen. Mit diesen Änderungen im Produktionsbetrieb sollen 200 der 220 Stellen am Standort Golßen gestrichen werden. Die verbleibenden rund 20 Mitarbeiter würden in der Hauptsaison in Zukunft von 180 Saisonkräften unterstützt.

Produkte

Unter dem Namen Spreewaldhof vermarktet das Unternehmen verschiedene Obst- und Gemüsekonserven und ist der größte Hersteller für Spreewälder Gurken. Gurken werden als Spreelinge, Cornichons, Dill-Schnitten, Saure Gurken, Spreewälder Jungs, Senfgurken, Gurkenwürfel, Pfeffergurken, Knackig & Süß und als Get One (einzeln eingelegte Gurke in Dose) verkauft. Weitere Produkte unter dem Marke Spreewaldhof sind Das andere Apfelmus, Apfelkompott, Letscho-Gemüse, Mirabellen, Kirschen, Grünkohl, Rotkohl, Sauerkraut und Schlachtekraut.

Einzelnachweise

  1. ↑ Daniel Jander: So soll es jetzt mit der Gurkenproduktion weitergehen. Lausitzer Rundschau, 8. April 2026, abgerufen am 8. April 2026.
  2. ↑ Konzernabschluss der Obst- und Gemüseverarbeitung Spreewaldkonserve Golßen GmbH zum Geschäftsjahr vom 01.06.2019 bis zum 31.05.2020, eingesehen auf bundesanzeiger.de
  3. 1 2 75 Jahre Spreewaldhof - Herd-und-Hof.de. Abgerufen am 23. Januar 2026.
  4. ↑ Wirtschaft: Markenname "Spreewälder Gurken" ist geschützt. In: Verlag Der Tagesspiegel GmbH (Hrsg.): Der Tagesspiegel Online. Verlag Der Tagesspiegel GmbH, 22. März 1999, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 23. Januar 2026]).
  5. ↑ "Krumme Dinge" im Krieg um die Spreewald-Gurke - Archiv | WZ • Wiener Zeitung. Abgerufen am 23. Januar 2026.
  6. ↑ Sonja Banze: Die Gurken-Truppe - WELT. In: WELT.de. PREMIUM-GRUPPE GmbH, 19. Oktober 2003, abgerufen am 23. Januar 2026.
  7. ↑ Lebensmittel Praxis: Andros Deutschland - Greift nach der Spreewaldkonserve. 11. Januar 2021, abgerufen am 23. Januar 2026 (deutsch).
  8. ↑ Bundeskartellamt: Bundeskartellamt gibt Erwerb von Spreewaldhof durch Andros frei. In: Bundeskartellamt. Bundeskartellamt, 24. Juni 2021, archiviert vom Original am 29. Februar 2024; abgerufen am 23. Januar 2026.
  9. ↑ Julia Siebrecht, Daniel Jander: Spreewaldkonserve Golßen: Entsetzen nach Aus für Gurkenproduktion, die Reaktionen. In: Lausitzer Rundschau. NPG Digital GmbH, 30. Januar 2025, abgerufen am 23. Januar 2026.
  10. ↑ Daniel Jander: Schock bei Spreewaldhof in Golßen: Standort bleibt, doch 200 Jobs sollen weg. In: Lausitzer Rundschau. NPG Digital GmbH, 6. Mai 2025, abgerufen am 23. Januar 2026.
  11. ↑ Annelie Neumann: Spreewaldkonserve Golßen: 200 Jobs nach Gurkenernte weg. In: Bauernzeitung (Deutschland). 2. Juli 2025, abgerufen am 23. Januar 2026.
  12. ↑ rbb24.de: Spreewaldgurke kommt weiter aus Golßen - Jobs werden dennoch gestrichen. Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), 29. April 2025, abgerufen am 23. Januar 2026.
  13. ↑ Größter Spreewälder Gurken-Produzent an französischen Konzern verkauft. Archiviert vom Original am 28. Dezember 2021; abgerufen am 23. Januar 2026.