

Die römisch-katholische Kirche St-Hilaire ist eine Pfarrkirche in der Gemeinde Mer im französischen Département Loir-et-Cher. Der Turm der Hilarius von Poitiers geweihten Kirche wurde bereits im Jahr 1912 als Monument historique klassifiziert, die Kirche selber wurde 1955 unter Denkmalschutz gestellt.
Die heutige Kirche, ein Bauwerk der Flamboyantgotik, geht zurück auf einen älteren Kirchenbau, der zu einem im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnten Priorat der Abtei Bourg-Moyen in Blois gehörte. Von diesem Priorat bzw. der Prioratskirche hat sich in der heutigen Hilariuskirche ein größerer Teil der in das 11. Jahrhundert datierten nördlichen Längswand erhalten, der in der damaligen Technik des Kleinquadermauerwerks ausgeführt ist.
Die Hilariuskirche ist ein einschiffiger langgestreckter breiter Saalbau, dessen Kirchenschiff im 15. Jahrhundert errichtet wurde. Das Innere wird durch Spitzbogenfenster mit Maßwerk erhellt und von einer Holztonne überwölbt. Der Chorraum schließt im Osten mit einer dreiseitigen Apsis ab. An der Nord- und Südseite des Kirchenschiffs sind gegenüberliegend jeweils eine schmale Seitenkapelle angefügt, außerdem wurde in späterer Zeit eine weitere Seitenkapelle an der Südseite errichtet. Der aus dem frühen 16. Jahrhundert stammende reich gegliederte Glockenturm erhebt sich über der Vorhalle und liegt nicht in der Achse des Kirchenschiffs, sondern schließt an die Südmauer an.
Da sich die Kirche im Jahr 1699 in einem schlechten baulichen Zustand befand, ordnete König Ludwig XIV. auf Bitten der Stadt an, die für die Instandsetzung erforderlichen Mittel je zur Hälfte aus seiner Privatschatulle und aus dem Vermögen der Pfarrei aufzubringen. Die Arbeiten wurden um 1700 ausgeführt. Der Innenraum der Kirche wurde dabei mit einer Holzvertäfelung versehen.
Mehrere Ausstattungsstücke der Kirche sind als Einzelobjekte als Monuments Historique eingestuft, darunter das Chorgestühl mit 42 Sitzplätzen, sechs große Standleuchter im Chor, Bronze vergoldet, die große Predigtkanzel aus dem Jahr 1716 und ein den heiligen Hilarius darstellendes Gemälde. Denkmalgeschützt ist außerdem eine 1813 gegossene Glocke aus Bronze.
Koordinaten: 47° 42′ 0,7″ N, 1° 30′ 28,7″ O