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Das Lager wurde kurz nach Beginn des Zweiten Weltkriegs eingerichtet und diente zunächst zur Unterbringung von polnischen und später französischen und belgischen Kriegsgefangenen. Ab 1941 trafen große Kontingente sowjetischer Gefangener ein, die unter besonders schwierigen Bedingungen untergebracht waren.
Weiden entwickelte sich ab 1941 zu einem wichtigen Umschlagplatz für Kriegsgefangene, die auf umliegende landwirtschaftliche, industrielle und kommunale Arbeitskommandos verteilt wurden.
Gefangene
Verwaltungsraum
Französische und belgische Soldaten bildeten ab 1940 eine der größten Gruppen im Stalag XIII B. Viele von ihnen wurden in Arbeitskommandos im Raum Weiden und in der Oberpfalz eingesetzt. Zeitzeugenberichte deuten darauf hin, dass die Lebensbedingungen für westalliierte Gefangene im Vergleich zu anderen Lagern vergleichsweise stabil waren.
Lagerstruktur
Das Stammlager bestand aus:
Unterkunftsbaracken
Krankenrevier (Sanitätsbereich)
Werkstätten
Verwaltungsgebäuden
mehrfachen Stacheldrahtumzäunungen
Beobachtungstürmen
Appellplatz
Dem Stalag waren über 100 Arbeitskommandos in der Oberpfalz und im nördlichen Bayern zugeordnet.
Medizinische Versorgung
KrankenrevierSanitätsraum
Im Stalag existierte ein eigenes Krankenrevier, in dem deutsche Sanitätssoldaten und inhaftierte Mediziner tätig waren. Die Ausstattung war einfach, umfasste jedoch Verbandsmaterial, grundlegende chirurgische Instrumente und Isolationsräume.
Alltag im Lager
Der Lageralltag war geprägt von:
regelmäßigen Appellen
Arbeitszuweisungen
einfachen Freizeitaktivitäten (z. B. Sport, Improvisationstheater)
sporadischen kulturellen Veranstaltungen, die teils von Gefangenen selbst organisiert wurden
Gruppenszene in einer UnterkunftWehrmachtsangehörige und Zivilpersonen
Mehrere erhaltene private Fotografien zeigen Gruppenszenen aus Unterkünften, medizinische Untersuchungen und alltägliche Tätigkeiten im Lager. Die Aufnahmen, die den Alltag im Stalag dokumentieren, stammen von unbekannten Gefangenen und Sanitätssoldaten.
Auflösung des Lagers
Mit dem Vormarsch der US-Armee im April 1945 wurde Weiden kampflos besetzt, und das Stalag XIII B aufgelöst. Die Gefangenen wurden befreit und in Auffanglager überstellt.
Nach Kriegsende wurden Teile des Areals zunächst als Internierungslager, später zivil weitergenutzt.
↑W. Wynne Mason: „Prisoners of War“ (Official History of New Zealand in WWII), 1954, Online verfügbar auf New Zealand Electronic Text Collection.
↑Christoph Rass:"Menschenmaterial": Deutsche Soldaten an der Ostfront: Innenansichten einer Infanteriedivision; 1939 - 1945 (=Krieg in der Geschichte. Nr.17). Schöningh, Paderborn München 2003, ISBN 3-506-74486-0.
↑United States Army in the European Theater of Operations, US Army ETO, Civil Affairs Division, Report on POW Camps in Bavaria, April–June 1945.
↑Thomas Müller: „Kriegsgefangenschaft in Bayern 1939–1945“ (Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, 2014) (PDF)
↑Bayerisches Hauptstaatsarchiv – Kriegsarchiv, BayHStA, MKr 93821–93850, Stalag XIII B Weiden.
↑Aidan Crawley: „Escape from Germany 1939–1945“, Berichte über Stalags XIII, inkl. Weiden.
↑Alexander Kruglov:MANNSCHAFTSSTAMMLAGER (STALAG) XIII D. In: The United States Holocaust Memorial Museum ENCYCLOPEDIA OF CAMPS AND GHETTOS. United States Holocaust Memorial Museum, 2022, ISBN 978-0-253-06090-7, doi:10.1353/document.4731.
↑Bundesarchiv-Militärarchiv (BA-MA), Stalag XIII B Weiden, Lagerunterlagen
↑ICRC Archives, G2/13, Inspection Reports on Stalag XIII B Weiden, 1940–1945.