| Regionalverkehre Start Deutschland GmbH | |
|---|---|
| Basisinformationen | |
| Unternehmenssitz | Frankfurt am Main |
| Webpräsenz | www.startgmbh.com |
| Bezugsjahr | 2025 |
| Eigentümer | DB Regio |
| Rechtsform | Gesellschaft mit beschränkter Haftung |
| Gründung | 2016 |
| Auflösung | 1. August 2026 |
| Geschäftsführung | Janina Moritz (Vorsitzende), Andreas Best |


Die Regionalverkehre Start Deutschland GmbH war ein deutsches Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU), das 2016 gegründet wurde und in den Jahren 2018 bis 2026 regionale Bahnverkehre betrieben hat, bevor es wieder aufgelöst wurde. Das Unternehmen war ein Tochterunternehmen der DB Regio AG, der Regionalverkehrssparte der Deutschen Bahn. Es war in seiner Struktur und Marktposition anderen Privatbahnen nachempfunden, die seit der Liberalisierung des Nahverkehrs in Deutschland die Marktanteile der DB Regio zurückgedrängt haben. Über die kurze Geschichte des Unternehmens gewann die Gesellschaft die Betreiberrechte für fünf Nahverkehrsnetze in Nord-, West- und Mitteldeutschland. Aufgrund anhaltender Schwierigkeiten, den Betrieb störungsfrei aufrechtzuerhalten, wurde Start im August 2026 aufgelöst und der Betrieb in die DB Regio eingegliedert.
Das hundertprozentige Tochterunternehmen der DB Regio wurde im Jahr 2016 gegründet. Die Sicherheitsbescheinigung und Zulassung als EVU wurde im November 2017 vom Eisenbahn-Bundesamt erteilt.
Folgende Tochterunternehmen wurden ursprünglich gegründet:
Am 15. September 2020 gab Start bekannt, alle bisherigen Gesellschaften mit der Regionalverkehre Start Deutschland GmbH zu verschmelzen und künftig nur noch unter einem Namen auftreten zu wollen.
Am 20. Januar 2026 beschloss der Vorstand von DB Regio, die Regionalverkehre Start Deutschland aufzulösen und in die DB Regio zu integrieren. Die Auflösung wurde zum 1. August 2026 vollzogen.
| Netz und Laufzeit | Linien | Linienweg | Aufgabenträger | Fahrzeuge | vorheriger Betreiber | anschließender Betreiber |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Unterelbe-Netz (12.2018–12.2027) |
RE 5 | Hamburg Hbf – Hamburg-Harburg – Buxtehude – Stade – Cuxhaven | LNVG, BVM | Traxx P160 DE (246) + 5 Doppelstockwagen (Fahrzeuge der LNVG) | Metronom | DB Regio Nord |
| Dieselnetz Niedersachsen-Mitte (12.2021–12.2029) |
RB 37 | Bremen Hbf – Soltau – Uelzen | LNVG, Region Hannover, NWL, SKUMS, BVM | Alstom Coradia LINT (Fahrzeuge der LNVG) | erixx | |
| RB 38 | Hamburg-Harburg – Buchholz – Soltau – Hannover Hbf | |||||
| RB 77 | Hildesheim Hbf – Hameln – Löhne – Bünde / Herford | NordWestBahn | ||||
| RB 79 | Hildesheim Hbf – Bodenburg | |||||
| Taunus-Netz (12.2022–12.2034) |
RB 11 | Bad Soden (Taunus) – Frankfurt-Höchst (ab 01.04.2023) |
RMV | Alstom Coradia iLINT | Hessische Landesbahn | DB Regio Mitte |
| RB 12 | Königstein – Kelkheim – Frankfurt-Höchst – Frankfurt Hbf | |||||
| RB 15 | Brandoberndorf – Friedrichsdorf (Taunus) – Bad Homburg (– Frankfurt Hbf) | |||||
| RB 16 | Friedberg (Hess) – Friedrichsdorf (– Bad Homburg) (ab 01.04.2023) | |||||
| Dieselnetz Sachsen-Anhalt II (12.2024–12.2032) |
HBX (RE 11a) |
Berlin Ostbahnhof – Berlin Hbf – Potsdam Hbf – Brandenburg Hbf – Genthin – Burg (Magdeburg) – Magdeburg Hbf – Oschersleben – Halberstadt Hbf – Thale Hbf / – Goslar | NASA, TLBV, RGB | LINT 41 | Abellio Rail Mitteldeutschland | DB Regio Südost |
| RE 4 | Halle (Saale) Hbf – Könnern – Sandersleben – Aschersleben – Halberstadt Hbf – Wernigerode Hbf – Goslar | |||||
| RE 6 | Magdeburg Hbf – Haldensleben – Oebisfelde – Wolfsburg Hbf | |||||
| RE 10 | Magdeburg Hbf – Schönebeck – Güsten – Sangerhausen – Sömmerda – Erfurt Hbf | |||||
| RE 11 | Magdeburg Hbf – Oschersleben – Halberstadt Hbf – Quedlinburg – Thale Hbf | |||||
| RE 21 | Magdeburg Hbf – Oschersleben – Halberstadt Hbf – Wernigerode Hbf – Vienenburg – Goslar | |||||
| RE 24 | Halle (Saale) Hbf – Könnern – Sandersleben – Aschersleben – Halberstadt Hbf | |||||
| RE 31 | Magdeburg Hbf – Oschersleben – Halberstadt Hbf – Blankenburg | |||||
| RB 35 | Stendal Hbf – Gardelegen – Oebisfelde – Wolfsburg Hbf | |||||
| RB 36 | Magdeburg Hbf – Magdeburg-Neustadt – Barleben – Haldensleben – Oebisfelde – Wolfsburg Hbf | |||||
| RB 41 | Magdeburg Hbf – Staßfurt – Güsten – Aschersleben | |||||
| RB 43 | Magdeburg Hbf – Osterweddingen – Oschersleben | |||||
| RB 44 | Halberstadt Hbf – Wegeleben – Aschersleben | |||||
| RB 47 | Halle (Saale) Hbf – Könnern – Bernburg Hbf – Calbe (Saale) Ost – Schönebeck – Magdeburg Hbf | |||||
| RB 50 | Dessau Hbf – Köthen – Bernburg Hbf – Güsten – Aschersleben | |||||
| RB 77 | Naumburg (Saale) Ost – Naumburg (Saale) Hbf – Laucha – Nebra – Wangen | |||||
| Maas-Wupper-Express (12.2026–12.2040) |
RE 13 | Hamm Hbf – Hagen Hbf – Wuppertal Hbf – Düsseldorf Hbf – Mönchengladbach Hbf – Venlo – Eindhoven Centraal | VRR, NWL, IenW | Stadler Flirt 3XL (Mehrsystem) | eurobahn | DB Regio NRW |

Als erstes Netz übernahm Regionalverkehre Start Deutschland den Betrieb der Linie Hamburg Hbf–Cuxhaven (RE 5) von Dezember 2018 bis Dezember 2027 mit der Tochter Verkehrsgesellschaft Start Unterelbe, Sitz Cuxhaven. Diese Linie wurde zuvor von der Metronom Eisenbahngesellschaft betrieben. Für den Betrieb werden 8 Diesellokomotiven sowie 38 Doppelstockwagen aus dem landeseigenen Fahrzeugpool der LNVG angemietet, die bereits zuvor auf der Strecke im Einsatz waren. Ebenso wurde den bisherigen Metronom-Mitarbeitern ein Übernahmeangebot gemacht. Die Züge wurden weiterhin vom Hersteller Bombardier in Bremervörde instand gehalten.

Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) vergaben das Dieselnetz Niedersachsen-Mitte im September 2020 zunächst an DB Regio. Im November 2020 wurde bekanntgegeben, dass das Netz an Regionalverkehre Start Deutschland übertragen wird, die den Betrieb im Dezember 2021 aufnahm.
Das Netz umfasst zwei bisher getrennt vergebende Teilnetze: die Linien RB 37 (Bremen Hbf–Soltau–Uelzen) und RB 38 (Hannover Hbf–Soltau–Buchholz (Nordheide)–Hamburg-Harburg) waren vorher als Heidekreuz von Erixx, betrieben worden. Das Weser-/Lammetalbahn-Netz mit den Linien RB 77 (Hildesheim Hbf–Hameln–Löhne–Bünde) und RB 79 (Hildesheim–Bodenburg) betrieb vorher die NordWestBahn.
Es kommen weiterhin die Fahrzeuge des Typs Alstom Coradia LINT aus dem Fahrzeugpool der LNVG zum Einsatz. Firmensitz der Start Niedersachsen Mitte war seit November 2021 Soltau. In Hannover und Hildesheim, gab es je eine Zweigstelle. Es wurden etwa 170 Mitarbeiter beschäftigt.
Nach der Übernahme des Netzes kam es zu Kritik an Start Niedersachsen, da der Betrieb unzuverlässig sei. Es komme vermehrt zu Fahrtausfällen, Verspätungen und verpassten Anschlüssen, und die Fahrgäste würden nicht gut informiert. Der Start drohte eine Abmahnung durch den zuständigen Aufgabenträger, die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG). Start Niedersachsen erhielt im November 2022 eine erste Vertragsstrafe in Höhe von 2,7 Millionen Euro. Start legte gege die ausgesprochenen Strafen Widerspruch ein, da die Fahrzeuge der LNVG in einem schlechten Zustand seinen. Ab Juni 2023 kam es erneut zu Ausfällen – vor allem auf der RB37 – und viele Züge fuhren verkürzt. Im Juli 2023 kam es zu einer weiteren Abmahnung durch die LNVG. Der Fahrgastverband Pro Bahn forderte die LNVG mehrfach auf, den Vertrags mit Start zu kündigen und einen Notbetrieb vorzubereiten.
In den von der LNVG veröffentlichten Kennzahlen zur Betriebsqualität 2023 schnitt Start Niedersachsen im Vergleich zu anderen Verkehrsunternehmen schlecht ab. So verzeichnete Start im Jahr 2023 die meisten Zugausfälle im Netz der LNVG. Die geringste Zuverlässigkeit im Hinblick auf kurzfristige Ausfälle im Gebiet der LNVG wiesen 2023 die Linien RB 37 (Bremen–Uelzen) und RB 77 (Hildesheim–Bünde) auf. Die Linie RB 38 (Hannover–Buchholz) wies im Jahr 2023 die geringste Pünktlichkeitsquote aller untersuchten Linien auf. Aufgrund der mangelhaften Leistungen forderte die LNVG den DB-Konzern auf, bei Start einzugreifen.


Im März 2022 gab der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) bekannt, dass Start ab Dezember 2022 den Betrieb im Taunus-Netz übernimmt. Dieses umfasst die Linien RB 11 (Bad Soden–Frankfurt-Höchst), RB 12 (Frankfurt–Königstein), RB 15 (Bad Homburg–Brandoberndorf) und RB 16 (Bad Homburg–Friedberg). Start übernahm diese von der Hessischen Landesbahn. Eingesetzt werden 27 neue Triebzüge der Alstom-Gruppe des Typs iLINT mit Wasserstoffantrieb. Da zur Betriebsaufnahme nicht genügend Neufahrzeuge ausgeliefert waren, setzte Start in den ersten Monaten auch Leihfahrzeuge ein – u. a. Baureihe 644 der Deutschen Bahn aus Dortmund und Lint 48 der DB Regio aus Schleswig-Holstein. Bei Erstaufnahme der Verkehre durch Start sorgte ein IT-Problem bei den Neufahrzeugen für zeitweise Totalausfälle.
Nach monatelangen Einschränkungen durch die zunehmende Verschlechterung der Einsatzbereitschaft der Wasserstoffzüge wurde der Betrieb der Linie RB 11 ab dem 25. September 2023 an die S-Bahn Rhein-Main der DB Regio vergeben. Seit März 2024 ist der Betrieb der Linie RB 11 komplett eingestellt, um die Strecke für den Bau der Regionaltangente West vorzubereiten.
Im Dezember 2021 gaben der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), die Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und das Niederländische Verkehrsministerium bekannt, dass Start Deutschland ab Dezember 2026 die Regional-Express-Linie Maas-Wupper-Express (RE 13) zwischen Hamm und Eindhoven mit Fahrzeugen des Typs Stadler Flirt betreiben sollte. Die Linie wird bisher von der Eurobahn gefahren. Nach Auflösung der Start GmbH wird die DB Regio diese Linie nun stattdessen übernehmen.
Am 7. Juli 2023 erteilte die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (NASA) an die Start Deutschland den Zuschlag für das Dieselnetz Sachsen-Anhalt („DISA II“) – neu benannt auch als „Netz Mitteldeutschland“. Der Betrieb begann mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2024, es war eine Laufzeit von acht Jahren vorgesehen. Zum Einsatz kamen 57 Züge des Typs Alstom Coradia LINT 41, davon wurden 54 Fahrzeuge vom bisherigen Betreiber Abellio Rail Mitteldeutschland übernommen. Drei Triebwagen sind angemietet. Diese werden weiterhin von der Verkehrs Industrie Systeme Halberstadt unterhalten. Nach der Auflösung von Start übernimmt DB Regio Südost die Verkehre, die ab 2026 schrittweise mit dem neuen Landesdesign der NASA („Mein-Takt.de“) unterwegs sind.
Am 26. April 2018 gaben der ZVON (Oberlausitz), der ZVOE (Oberelbe) sowie die tschechischen Regionen Liberec und Ústí bekannt, dass ab Dezember 2019 die Verkehrsgesellschaft Start Ostsachsen mbH die Verkehrsleistungen auf den Linien Dresden–Görlitz, Dresden–Zittau–Liberec und Liberec–Zittau–Seifhennersdorf für 12 Jahre erbringen sollte. Gegen diese Entscheidung legte Die Länderbahn, die die Linien mit ihrer Marke trilex bedient, im Mai 2018 Einspruch bei der Vergabekammer der Landesdirektion Sachsen ein. Nach einer mündlichen Verhandlung am 14. September 2018 gab die Vergabekammer am 30. Oktober 2018 bekannt, dass der Zuschlag für das Streckennetz nicht an Start erfolgen darf, da das Unternehmen, nach Kammerauffassung, für diesen Auftrag nicht geeignet sei. Start Ostsachsen klagte im November 2018 gegen das Urteil der Vergabekammer beim Oberlandesgericht Dreseden. Nach Verhandlung am 31. Januar 2019 bestätigte das Oberlandesgericht Dresden am 15. Februar 2019 die Entscheidung der Vergabekammer. Demnach mussten die Aufgabenträger eine neue Zuschlagsentscheidung treffen und durften dabei das Angebot der Start Ostsachsen nicht berücksichtigen. Der neue Zuschlag wurde am 2. April 2019 dem bisherigen Betreiber „Die Länderbahn“ erteilt.
Im September 2020 hatte die Start Deutschland eine Ausschreibung für insgesamt 23 Gebrauchtfahrzeuge mit elektrischem Antrieb für den Betrieb in Deutschland veröffentlicht. Diese Ausschreibung stimmte mit den Anforderungen des Verkehrsvertrages für die Mittelrheinbahn 2023–2033 überein. Die Ausschreibung gewann jedoch im Juni 2021 letztendlich der bisherige Betreiber Trans Regio.