Stefanie Keyser, auch Stephanie, (* 30. Mai 1847 in Sondershausen; † 30. Januar 1926 ebenda) war eine deutsche Schriftstellerin.

Stefanie Keyser war die Tochter von Günther Keyser (1820–1874), einem Justizbeamten des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen, und dessen Frau Friederike geb. Busch (1824–1920). Die spärlichen biographischen Berichte, die es gibt, beruhen weitgehend auf Keysers autobiographischem Artikel von 1884 und einem Brief vor dem Text des Neuen Kurses 1897.
Sie besuchte die höhere Mädchenschule in Sondershausen und erhielt später Privatunterricht in Musik, Geschichte und Naturwissenschaften. Ihr erstes Berufsziel war Schauspielerin und sie nahm an Aufführungen von Sondershäuser Privattheatern teil. Besonderes Interesse hatte sie für die Botanik. Ihre ersten Veröffentlichungen waren Pflanzenbiographien, die sie für Zeitschriften schrieb. Nachdem sie größere Reisen durch Deutschland und die Schweiz unternommen hatte, begann sie in Sondershausen Romane und Novellen zu schreiben. Von 1882 bis 1895 veröffentlichte die Gartenlaube zehn – zum Teil sehr lange – literarische Beiträge von ihr; alle kamen anschließend auch in Buchform (separat oder in einem Sammelband) heraus. Über ihre Beiträge in anderen Zeitschriften und Zeitungen ist wenig bekannt.
Von jung an beteiligte sich Keyser an mildtätigen Unternehmen. Bei den deutschen ‚Einigungskriegen‘ 1864, 1866 und 1870 half sie mit, medizinische und andere Hilfsgüter für Verwundete zu organisieren; sie erhielt 1873 die kaiserliche Kriegsgedenkmünze für Nicht-Kombattanten. Spätestens ab 1871 gehörte sie dem Vorstand des Vereins zur Hebung der Kleinkinder-Bewahranstalt an, mindestens bis 1877.
In höherem Lebensalter wurde Keyser Mitglied im „Altertumsverein“ von Sondershausen.
Sie hatte keine Geschwister und blieb unverheiratet. Nach dem frühen Tod des Vaters im Dezember 1874 lebte sie bei ihrer Familie in Sondershausen: mit der Mutter Friederike Keyser, der Großmutter Amalie Busch und (bis 1879 und wieder ab Ende 1888) dem Onkel Hermann Busch. Sie war – zusammen mit ihrer Mutter und dann allein – an der Pflege der Angehörigen beteiligt. Die Großmutter starb nach langem Leiden im Juli 1896, der nahezu erblindete Onkel im April 1902. Spätestens ab 1919 wohnte auch die Studienrätin Anna Kelm bei ihr, der sie „eine treue, mütterliche Freundin“ war. Die Mutter starb hochbetagt im April 1920.
Stefanie Keyser starb verarmt. Ihre Todesanzeige ist von Anna Kelm, von der Witwe ihres Onkels Gustav von Keyser und von Nachkommen ihres Onkels Thilo Keyser unterzeichnet. Wer den mit „M. K.“ gezeichneten sehr persönlichen Nachruf verfasst hat, ist nicht bekannt. Ihren Nachlass besorgte der Vorsitzende des Altertumsvereins und Kustos des Stadtmuseums, Edmund Döring. Der Verein hielt am 16. März „zum Gedächtnis [seiner] verstorbenen Heimatschriftstellerin“ eine Sitzung ab und brachte zwei Jahre nach dem Tod an ihrem Geburtshaus eine Gedenktafel an. In Heft 2 (1923) und 3 (1924) der Mitteilungen des Vereins hat Keyser jeweils ein gegenwartsbezogenes Gedicht veröffentlicht; in Heft 4 (1929, S. 47) erschien ein Nachruf von Kelm.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Keyser, Stefanie |
| ALTERNATIVNAMEN | Keyser, Johanna Friedericke Benjamine Amalie Stephanie (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Autorin |
| GEBURTSDATUM | 30. Mai 1847 |
| GEBURTSORT | Sondershausen |
| STERBEDATUM | 30. Januar 1926 |
| STERBEORT | Sondershausen |