Steffen Link

Steffen Link (* 1989 in Darmstadt) ist ein deutscher Schauspieler und Dramatiker.

Leben und Wirken

Steffen Link wuchs in Griesheim auf. Nach dem Abitur studierte er Germanistik, Theaterwissenschaft und Kulturanthropologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wechselte danach für eine Schauspielausbildung an die Hochschule der Künste Bern und schloss 2015 den Masterstudiengang Schauspiel an der Zürcher Hochschule der Künste ab.

Bereits während des Studiums wirkte Link am Theater Basel sowie am Schauspielhaus Zürich mit, wo unter anderem eine Zusammenarbeit mit René Pollesch erfolgte. Von 2015 bis 2019 war er festes Ensemblemitglied am Schauspielhaus Wien. Während dieser Zeit arbeitete er unter anderem mit Falk Richter, Lucia Bihler, Jan-Christoph Gockel und Tomas Schweigen zusammen. Neben klassischen Inszenierungen war er regelmäßig an Stückentwicklungen beteiligt. Mehrere Produktionen des Schauspielhauses Wien, an denen er beteiligt war, wurden für den österreichischen Nestroy-Theaterpreis nominiert. Dazu zählen Imperium (2016), Diese Mauer fasst sich selbst zusammen und der Stern hat gesprochen, der Stern hat auch was gesagt (2017), Autos (2019) sowie Im Herzen der Gewalt (2020).

Mit der Spielzeit 2020/21 wechselte Link als Ensemblemitglied an das Münchner Volkstheater. Dort arbeitete er unter anderem mit Christian Stückl, Bonn Park, Noam Brusilovsky, Sapir Heller, Mathias Spaan, Anna Marboe, Nele Stuhler, Jan Koslowski und Ran Chai Bar-zvi. Zu seinen Arbeiten an diesem Haus zählen unter anderem Über Menschen, 8 1/2 Millionen, Pension SchöllerInn, Was ihr wollt, Der Zauberberg und Fünf Minuten Stille. Für seine Darstellung der Titelrolle in Albert Camus’ Caligula erhielt er überregionale Beachtung.

Werk als Dramatiker

Bereits während seines Engagements am Schauspielhaus Wien wirkte Link regelmäßig an kollektiv erarbeiteten Produktionen mit und schrieb Texte für Stückentwicklungen. Seit 2015 realisierte er im Rahmen des Darmstädter Sprungturmfestivals mehrere Projekte, darunter Machen Fühlen Machen, Der Kunst ein Fest, Love after Love und Insideout. Daneben schrieb er Texte für Stückentwicklungen wie Città del Vaticano (Regie: Falk Richter), Mehr Zeit für Probleme, Happy, we lived on a Planet am Schauspiel Dortmund sowie Feeling Faust am Münchner Volkstheater.

In seinen Theatertexten beschäftigt sich Link wiederkehrend mit Fragen von Identität, Zugehörigkeit und religiöser Prägung. In seinem ersten eigenständig verfassten Theaterstück Der Verein (2024) verbindet Link autobiografische Motive mit einer Auseinandersetzung über religiösen Fundamentalismus, schwule Identität und Mechanismen sozialer Ausgrenzung. Die Uraufführung am Schauspielhaus Wien wurde in den Feuilletons und in der Fachkritik positiv besprochen. Das Stück war für den Nestroy-Theaterpreis in der Kategorie Bestes Stück nominiert. Sein Theaterstück Dinge, die einfach wahr sind wurde 2023 für den Retzhofer Dramapreis nominiert. 2026 war er mit dem Stückentwurf Der beste Witz der Welt für den Jura Soyfer Preis am Wiener Volkstheater nominiert.

Filmografie (Auswahl)

Hörspiele (Auswahl)

Werke

Nominierungen und Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 Steffen Link. In: Schauspiel Frankfurt. Abgerufen am 8. Juli 2026.
  2. 1 2 3 4 Steffen Link. In: Schauspielhaus Wien. Abgerufen am 8. Juli 2026.
  3. 1 2 3 4 5 6 Steffen Link. In: Filmmakers. Abgerufen am 8. Juli 2026.
  4. ↑ Christiane Lutz: Caligula. In: Süddeutsche Zeitung. 24. Januar 2025, abgerufen am 10. Juli 2026.
  5. ↑ Silvia Stammen: Caligula. In: nachtkritik.de. 24. Januar 2025, abgerufen am 8. Juli 2026.
  6. ↑ Michael Stadler: Der Tyrann als Entertainer. In: Abendzeitung. 24. Januar 2025, abgerufen am 8. Juli 2026.
  7. 1 2 Steffen Link über Glaube und Radikalisierung. In: Ö1. Abgerufen am 8. Juli 2026.
  8. 1 2 Christian Höller: Der Verein – Schwules Coming-out als Theaterdrama. In: Mannschaft. Abgerufen am 8. Juli 2026.
  9. ↑ Margarete Affenzeller: Jesus hat einen Plan für dich. In: Der Standard. 10. März 2024, abgerufen am 8. Juli 2026.
  10. 1 2 Steffen Link. In: Dramaforum. Abgerufen am 8. Juli 2026.
  11. ↑ Christian Rakow: 1. Jura Soyfer Preis: Finalist*innen stehen fest. Abgerufen am 9. Juli 2026 (deutsch).
  12. ↑ Felix Mitterer bekommt Nestroy-Preis für sein Lebenswerk. In: Die Presse. 22. Oktober 2024, abgerufen am 8. Juli 2026.