Stella Seeberg

Stella Seeberg (* 24. Juli 1901 in Dorpat, Russisches Kaiserreich; † 2. Dezember 1979 in Kellinghusen) war eine deutsche Wirtschaftswissenschaftlerin. Durch ihre Beteiligung an agrarsoziologischen Untersuchungen wurde Stella Seeberg in der deutschsprachigen Agrarsoziologie rezipiert bzw. teils auch als Agrarsoziologin bezeichnet.

Grabstätte auf dem Friedhof Ahrenshoop

Leben

Die Tochter Alfred Seebergs und seiner Frau Marie (geb. Walter) studierte von 1920 bis 1923 Volkswirtschaft und Psychologie in Rostock, Kiel und München. Nach der Promotion 1924 in München (Summa cum laude) mit dem Thema Die Berufsberatung, eine Analyse ihrer Möglichkeiten und Grenzen war sie von 1932 bis 1936 Assistentin am Deutschen Forschungsinstitut für Agrar- und Siedlungswesen in Rostock. 1939 wurde sie stellvertretende Leiterin der agrarpolitischen Abteilung des wirtschaftswissenschaftlichen Instituts in Berlin. Seeberg, die in den Jahren 1934 bis 1936 einigen nationalsozialistischen Organisationen beigetreten war, wirkte im Rahmen der Dorfuntersuchungen des nationalsozialistischen Forschungsdienstes (Reichsarbeitsgemeinschaft der Landbauwissenschaft):

„Der Arbeitskreis 'Bäuerliche Dorfgemeinschaft' des Forschungdienstes war an solchen Untersuchungen im höchsten Maße interessiert. Seeberg hatte im Verlauf einer Untersuchung über die Lebensmittelversorgung Mecklenburgs und Pommerns Kontakt zur Landbevölkerung gehabt und war dadurch zu wissenschaftlichen und im besonderen agrarsoziologischen Untersuchungen angeregt worden, zumal sich die Landbevölkerung den einschlägigen wissenschaftlichen Fragestellungen außerordentlich zugänglich zeigte. So begann sie ihre Untersuchungen im Oktober 1936 im Dorf Prignitz und setzte in den folgenden Jahren aufgrund eines neuen Stipendiums des Forschungsdienstes ihre Untersuchungen über weitere Fragen der Prignitzer Landbevölkerung, im speziellen über Landarbeiter- und Landhandwerkerfragen, fort.“

Nach der Habilitation 1939 in Berlin (Dr. rer. pol. habil.) wurde sie 1942 Lehrbeauftragte für Volkswirtschaft an der Universität Graz (1945 als Reichsdeutsche außer Dienst gestellt).

Nach Katrin Hirte zählte Stella Seeberg im Mai 1952 zu den Unterzeichnern der ersten Satzung der "Agrarsoziologischen Arbeitsgemeinschaft", der späteren Forschungsgesellschaft für Agrarpolitik und Agrarsoziologie. (Freiburg, 3. Mai 1952).

Von 1948 bis 1958 war sie Referentin an der Forschungsstelle für Pädagogik, Ostkirchenfragen und Vertriebenenfragen, zeitweilig Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Bundesfamilienministeriums. 1961 wurde sie Lehrbeauftragte an der Universität Göttingen. Nach der Umhabilitation 1964 nach Göttingen war sie von 1964 bis 1971 Dozentin für politische Ökonomie und Sozialpolitik.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1 2 Vgl. Kernbauer, Schmidtlechner-Lienhart 1996, S. 260.
  2. ↑ Vgl. Katrin Hirte: Die deutsche Agrarpolitik und Agrarökonomik. Entstehung und Wandel zweier ambivalenter Disziplinen. Springer VS, Wiesbaden 2019, ISBN 978-3-658-21683-2, S. 828.