Stella Skopal

Stella Skopal (geboren 18. Juli 1904 in Zagreb, Königreich Kroatien und Slawonien, Österreich-Ungarn; gestorben 24. Dezember 1992 in Zagreb, Kroatien) war eine jüdische kroatische Bildhauerin, Keramikerin und jugoslawische Partisanin.

Leben

Na bijegu („Auf der Flucht“), 1944
Partizansko kolo („Partisanen im Reigentanz“), 1944

Skopal wurde in eine jüdische Familie in Zagreb geboren. Von 1924 bis 1928 besuchte sie die von Hermann Bollé begründete Akademie oder Schule für Kunst und Handwerk in Zagreb, wo sie unter anderem bei Hinko Juhn, Ivo Kerdić und Frano Kršinić Unterricht erhielt. Im Jahr 1929 bildete sich Skopal in Wien weiter und besuchte von 1933 bis 1934 die Privatschule von Hertha Bucher. Ihr Debüt gab Skopal 1927 mit einer Keramikskulptur eines verliebten Paares, die im Stil ihres Lehrers Juhn gestaltet war. Bei der Weltfachausstellung Paris 1937 erhielt sie eine Silbermedaille. Von 1927 bis 1939 schuf sie über zwanzig künstlerisch interessante Kamine und Öfen, hauptsächlich für jüdische Familien der Oberschicht in Zagreb. Zu den bedeutendsten zählten jene mit virtuos modellierten, tanzenden Frauenfiguren in der Wohnung der Familie Blühweiss in der Ul. kneza Domagoja 2 in Zagreb. Im Jahr 1938 schuf Skopal als Erste in Kroatien Keramikschmuck. Von Anfang 1940 bis Mitte der 1950er Jahre schuf sie zahlreiche Keramiktische, von denen bis heute nur wenige erhalten geblieben sind.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Skopal als Jüdin von den Italienern in Treviso interniert. Sie konnte aber in der Fabrik von Ceramica Appiani in Treviso Arbeit finden. Nach dem Sturz Mussolinis 1943 und der Übernahme der Macht in Italien durch die Deutschen floh Skopal nach Bari, wo sie als jugoslawische Partisanin in einem alliierten Militärkrankenhaus bei der Pflege amerikanischer Verwundeter half. 1944 konnte sie sich einer Gruppe von Partisanenkünstlern in Cozzano anschließen und künstlerisch arbeiten. Gegen Ende des Jahres 1944 findet man sie beim regionalen „Volksbefreiungsausschuss“ für Dalmatien.

Während der Zeit des Holocausts schuf sie kleinformatige Kompositionen mit pathetischem Ausdruck, sie sich thematisch mit dem auch selbst erfahrenen Leiden beschäftigten. Weder vor noch nach dem Krieg findet sich in ihrem Werk Vergleichbares. Sie war damit in der Gruppe der jüdischen jugoslawischen Künstler nicht alleine. 1944 und 1945 nahm sie an Gruppenausstellungen von „Partisanenkünstlern“ (zložba umjetnika partizana) in Split und Dubrovnik teil.

Nach dem Krieg, von 1945 bis 1965, arbeitete Skopal als Professorin an der Schule für angewandte Kunst in Zagreb, heute die Schule für angewandte Kunst und Design Zagreb (Škola primijenjene umjetnosti i dizajna Zagreb, ŠPUD), wo sie Modellieren und Töpfern unterrichtete.

Von 1951 bis 1956 arbeitete sie an Keramikflaschen, unter anderem für die Firma Maraska d.d., die bis heute Liköre und Spirituosen herstellt. Dafür erhielt sie eine Reihe von Auszeichnungen im In- und Ausland. Der größte Teil ihres künstlerischen Schaffens widmete sich der Gestaltung von Keramikgegenständen für den täglichen Gebrauch, wie beispielsweise Schalen, Krügen, Serviergeschirr, Vasen, Lampen, Kerzenständern und anderem.

Bis Ende der 1970er Jahre nahm sie jedes Jahr, teilweise an mehreren, Ausstellungen teil. 1975 erhielt Skopal den Vladimir-Nazor-Preis (Nagrada Vladimir Nazor) für ihr Lebenswerk.

Skopal starb 1992 und wurde auf dem Mirogoj-Friedhof beigesetzt.

Viele Werke von Stella Skopal sind zu ihren Lebzeiten verloren gegangen. Das Museum für Kunsthandwerk, im Kroatischen Nationaltheater und im Kroatischen Geschichtsmuseum in Zagreb, bei der Jüdischen Gemeinde Zagreb, in der Kunstgalerie in Split sowie bei privaten Sammlern sind Werke erhalten geblieben.

Seit 2024 ist sie Teil der Wanderausstellung Partizan★ke Art: Aesthetics and Practices of Women's Resistance in Yugoslavia und Carinthia („Die Kunst des weiblichen Widerstands in Jugoslawien und Kärnten“).

Literatur

Commons: Stella Skopal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Aleksander Laslo Snješka Knežević: Židovski Zagreb. AGM, Židovska općina Zagreb, Zagreb 2011, ISBN 978-953-174-393-8, S. 93.
  2. 1 2 3 4 Skopal Stella. In: Dizajnerice: kontekst, produkcija, utjecaji, 1930–1980. Hrvatsko dizajnersko društvo , HDD, abgerufen am 1. Oktober 2025.
  3. 1 2 3 4 5 6 Marina Baričević: Stella Skopal. Printera grupa, Zagreb 2009, ISBN 978-953-6898-69-5.
  4. ↑ Mirjam Rajner: Jewish Artists in the former Yugoslavia during the Era of the Holocaust and its Aftermath. In: Makabijada. Private Website, abgerufen am 1. Oktober 2026.
  5. ↑ Maša Štrbac: The Porcelain Shine of Socialism. In: Oris Magazine. Nr. 65 (englisch, [92the-porcelain-shine-of-socialism,1676.html oris.hr]).
  6. ↑ Marina Baričević: Stella Skopal. Ulupuh, 16. Juni 2009, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 7. Juni 2017; abgerufen am 1. Oktober 2026.
  7. ↑ Stella Skopal in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 1. Oktober 2026.
  8. ↑ Partizan★ke Art (09.04.–17.05.2025). Hochschule für Grafik und Buchkunst, 2025, abgerufen am 1. Oktober 2026.
  9. ↑ Partizan★ke Art, Die Kunst des weiblichen Widerstands in Jugoslawien und Kärnten, Umetnost ženskega odpora v Jugoslaviji in na Koroškem. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, 2026, abgerufen am 1. Oktober 2026.
Personendaten
NAME Skopal, Stella
KURZBESCHREIBUNG jüdische kroatische Bildhauerin, Keramikerin und jugoslawische Partisanin
GEBURTSDATUM 18. Juli 1904
GEBURTSORT Zagreb, Königreich Kroatien und Slawonien, Österreich-Ungarn
STERBEDATUM 24. Dezember 1992
STERBEORT Zagreb, Kroatien