| Street Parade | |
|---|---|
| Stadt | Zürich |
| Letzte Austragung | 8. August 2026 |
| Nächste Austragung | 14. August 2027 |
| Dauer | 1 Tag |
| Budget | 4.8 Millionen Schweizer Franken |
| Eintritt | Gratis |
| Organisator | Verein Street Parade Zürich |
| Präsident | Joel Meier |
| Website | www.streetparade.com |
| Besucherrekord | 1'100'000 Besucher (2018) |
Vorgänger/
frühere Namen | * 1992: Demonstration für Liebe, Friede, Freiheit, Grosszügigkeit und Toleranz
|
| Route | Bellerivestrasse → Utoquai → General-Guisan- Quai → Quaibrücke → Mythenquai |

Die Street Parade ist eine Technoparade in Zürich, die am Zürichsee entlangführt. Sie ist die grösste Techno-Party der Welt und auch die grösste jährlich wiederkehrende Veranstaltung und nach dem Ende des Züri Fäscht die grösste Veranstaltung in der Stadt Zürich sowie das fünftgrösste Musikfestival der Welt.
Die Street Parade wird in der Regel am zweiten Samstag im August durchgeführt.
| Jahr | Teilnehmer | Wetter | Motto | Lovemobiles |
|---|---|---|---|---|
| 1992 | 1000 | Sonne/Wolken 18 °C | Demonstration für Liebe, Friede, Freiheit, Grosszügigkeit und Toleranz |
7 |
| 1993 | 10'000 | Sonne/Regen 13 °C | – | 13 |
| 1994 | 40'000 | Sonne 18 °C | – | 12 |
| 1995 | 120'000 | Sonne 25 °C | – | 22 |
| 1996 | 350'000 | Sonne 28 °C | The Rave-olution continues | 22 |
| 1997 | 475'000 | Sonne 29 °C | – | 29 |
| 1998 | 450'000 | Sonne 28 °C | It’s All In Your Hands | 30 |
| 1999 | 550'000 | Sonne 30 °C | More than words | 29 |
| 2000 | 750'000 | Sonne 32 °C | Believe in love | 29 |
| 2001 | 1'000'000 | Sonne 21 °C | Love, Freedom, Tolerance | 31 |
| 2002 | 650'000 | Regen 17 °C | PEACE! | 29 |
| 2003 | 900'000 | Sonne 37 °C | Let the sun shine | 25 |
| 2004 | 950'000 | Sonne/Wolken 27 °C | Elements of culture | 31 |
| 2005 | 900'000 | Sonne/Wolken 23 °C | Today is tomorrow | 32 |
| 2006 | 800'000 | Sonne/Regen 17 °C | Move your mind | 30 |
| 2007 | 800'000 | Sonne/Wolken 23 °C | Respect | 23 |
| 2008 | 820'000 | Sonne/Wolken 24 °C | Friendship | 27 |
| 2009 | 600'000 | Regen 22 °C | Still have a dream! | 26 |
| 2010 | 650'000 | Regen 23 °C | Celebrate the Spirit of Street Parade | 30 |
| 2011 | 900'000 | Sonne 26 °C | 20 Years Love, Freedom, Tolerance & Respect | 29 |
| 2012 | 950'000 | Sonne 25 °C | Follow your Heart | 28 |
| 2013 | 950'000 | Sonne 25 °C | Dance for Freedom | 27 |
| 2014 | 950'000 | Sonne, Gewitter 25 °C | Enjoy the Dancefloor—and save it | 27 |
| 2015 | 1'000'000 | Sonne 32 °C | Magic Moments | 27 |
| 2016 | 900'000 | Sonne 28 °C | Zurich is unique | 27 |
| 2017 | 900'000 | Stark bewölkt 22 °C | Love never ends | 25 |
| 2018 | 1'100'000 | Sonne 25 °C | Culture of Tolerance | 28 |
| 2019 | 850'000 | Wolken/Sonne 22 °C | Colours of Unity | 28 |
| 2020 | abgesagt wegen COVID-19-Pandemie | |||
| 2021 | abgesagt wegen COVID-19-Pandemie | |||
| 2022 | 900'000 | Sonne 28° C | «THINK.» | 26 |
| 2023 | 920'000 | Sonne/Wolken 29° C | I wish | 29 |
| 2024 | 920'000 | Sonne 30° C | Prefer:Tolerance | 28 |
| 2025 | 800'000 | Sonne 33° C | Live Love, Love Life | 29 |
| 2026 | 900'000 | Sonne 32° C | Together we move | 26 |
Die erste Street Parade fand am 5. September 1992 statt, initiiert vom Mathematik-Studenten Marek André Krynski und offiziell bewilligt als Demonstration für Liebe, Friede, Freiheit, Grosszügigkeit und Toleranz. Der erste Street Parade-Flyer wurde von DJ Viola gestaltet. Es nahmen damals um die 1000 bis 2000 Personen teil, die hinter den zwei Lovemobiles hertanzten. Heute zählt die Street Parade jeweils bis zu einer Million Menschen und ist für die Stadt ein nennenswerter Wirtschaftsfaktor geworden.
1992 führte die Paraderoute dem Limmatquai und ein Stück weit der Bahnhofstrasse entlang: Start war am Hechtplatz, mit Marschroute über Limmatquai, Rudolf-Brun-Brücke, Uraniastrasse in die Bahnhofstrasse bis Bärengasse und Ziel am Basteiplatz. Einem der beiden Mobiles ging mitten im Umzug der Strom aus, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Eine Gegendemo aus der Hausbesetzerszene, welche verärgert war, dass ihre Demo nicht bewilligt wurde, wurde von der mit Schlagstöcken und Schutzschilden bewehrten Polizei vom Umzug ferngehalten. Vor allem an der Bahnhofstrasse schlossen sich viele junge Menschen spontan den Techno-Tänzern an. Am Abend fand dann die erste Rave-Party «Energy» mit rund 6000 Personen in der SRO-Kugellagerfabrik in Oerlikon statt.
1993 (28. August) nahmen schon 10'000 Raver teil; die Parade wurde bekannt und zu einem Grossanlass.
1994 verbot der Zürcher Polizeivorstand Robert Neukomm (SP) die Street Parade. Die Street Parade sei zu gross, zu laut und verschmutze die Strassen. Zudem interessiere sie nur einen unwesentlichen Teil der Bevölkerung. Neukomm schrieb in seiner Ablehnung des Gesuchs auch (Zitat), «dass die Innenstadt für solche Grossanlässe völlig ungeeignet ist». Es gab Pressekonferenzen von Marek Krynski und seinem Anwalt Christian Widmer, der einen 19-seitigen Rekurs verfasste – und vor dem Zürcher Stadthaus fanden an vier aufeinanderfolgenden Mittwochen (während der Tagungen des Stadtrates) Pro-Street-Parade-Demonstrationen statt. Neukomm blieb zuerst bei seiner Ablehnung, bezeichnete die Initianten als «unwichtiges Grüppchen» und schlug schliesslich in einem Interview vor, die Street Parade solle doch in Bern oder Basel stattfinden. Die grüne Politikerin Monika Stocker sekundierte als Vorsteherin des Sozialdepartements Neukomm und wies zusätzlich auf die grosse Drogengefahr hin, welche ihrer Meinung nach von der Street Parade ausgehe. Doch eine klare Mehrheit der Bevölkerung sah keinen Grund für ein Verbot und empfand dieses auch als unfair gegenüber anderen in Zürich durchgeführten traditionellen Anlässen wie dem Sechseläuten, Seenachtsfest, Umzügen an der Fasnacht oder den 1.-Mai-Grossdemonstrationen. Wegen anhaltender starker Proteste aus der Techno-Szene, der Bevölkerung und dem Rummel in den Medien, zog die Stadtregierung gesellschaftspolitisch ihr Verbot zurück, machte allerdings neue Auflagen zur Durchführung, Lärmemissionen, Abfall und Sicherheit. Die Route der Parade vom 13. August wurde verlegt und ging nun vom Mythenquai in Wollishofen rund um das Seebecken des Zürichsees über die Quaibrücke bis zur Hornbachstrasse im Seefeldquartier.
Rückblickend betrachtet gab das Verbot von Neukomm und die daraus resultierende öffentliche Diskussion und Solidarisierung der Street-Parade-Community entscheidenden Aufschwung. Die Zeiten des spontanen Underground-Raves waren allerdings dadurch vorbei. Einige Leute der «ersten Stunde» – wie auch DJ Viola – hatten Mühe mit der Professionalisierung und Kommerzialisierung. Sie zogen sich von der Street Parade zurück. 1994 wurde zum ersten Mal eine CD veröffentlicht mit dem Namen Energy 94 Streetparade – The Disc.





2020 musste die Street Parade, die am 8. August hätte stattfinden sollen, wegen der COVID-19-Pandemie abgesagt werden. Auch 2021 wurde die Street Parade, die am 14. August hätte stattfinden sollen, wegen der Pandemie abgesagt.
2022 konnte die Street Parade wieder wie geplant durchgeführt werden und lockte nicht ganz eine Million Besucher an. 2023 war der Besucheraufmarsch an der 30. Street Parade etwa gleich gross. Erstmals hatte mit Bundespräsident Alain Berset ein Bundesrat an der Street Parade teilgenommen.

Die 31. Street Parade in Zürich am 10. August 2024 verzeichnete rund 920'000 Besucher. Die Veranstaltung bot 28 Love Mobiles und acht Bühnen. Unter dem Motto "Prefer:Tolerance" stand die Parade im Zeichen der Toleranz. Die hohen Temperaturen trugen zu zahlreichen medizinischen Behandlungen bei. 470 Personen benötigten medizinische Versorgung.
Im Jahr 2025 nahmen rund 800'000 Personen teil, 2026 rund 900'000.
Seit 1996 findet als Alternative zur Street Parade am selben Tag die Antiparade in Zürich statt. Die Gegenparade richtet sich gegen die zunehmende Kommerzialisierung der Clubkultur, die Ziele ähneln damit denen der Fuckparade in Berlin.
In der Roten Fabrik findet analog zur Energy auch die Lethargy statt.
Die Sicherheit ist nicht nur auf den friedlichen Verlauf dieser Tanzparade zurückzuführen, sondern vor allem auch auf die vielfältigen und ausgewogenen Präventionskonzepte zur Minderung der gesundheitlichen Risiken. An der Love Parade in Berlin mussten in den letzten Jahren jeweils in Relation zur Teilnehmerzahl weit mehr Personen (fünfmal bis zehnmal so viele) von der Sanität behandelt werden und in Krankenhäuser eingeliefert werden als dies an der Street Parade der Fall ist. An der Loveparade 2010, die in Duisburg stattfand, kam es zu einer Tragödie, wo in einem Menschengedränge 21 Personen ums Leben kamen; laut Veranstalter führte dieses Ereignis bis auf Weiteres zum Aus für die Loveparade. Obwohl in Zürich ganz andere Verhältnisse als in Duisburg herrschen und ein ähnlicher Vorfall kaum vorstellbar wäre, wurden auch hier die Sicherheitsvorkehrungen aus diesem Anlass erneut überprüft und in einigen Punkten angepasst.

Jedes Jahr fallen durch das Strassenfest innerhalb weniger Stunden viele Tonnen von Abfall an. Nach der Street Parade 2011 räumten die Stadt Zürich und private Entsorgungsunternehmen rund 88 Tonnen Abfall weg. Die Koordination und Zusammenarbeit zwischen Veranstalter und Entsorgungsamt hat sich im Laufe der Jahre eingespielt. Vor dem Ende der Party wird damit begonnen, die Umzugsstrecke von angefallenem Abfall zu säubern. Meist dauern die Aufräumarbeiten bis in den nächsten Tag hinein. Um auch den Uringeruch zu beseitigen, wird ein aromatisiertes Desinfektionsmittel eingesetzt. Im Jahr 2025 kritisierte der Street-Parade-Präsident Joel Meier die Detailhändler rund um das Festgelände. Diese würden Getränke zu niedrigen Preisen verkaufen, aber sich nicht an den Kosten für die Müllbeseitigung beteiligen.