Streichwitz

Streichwitz
Gemeinde Neuzelle
Koordinaten: 52° 4′ N, 14° 39′ OKoordinaten: 52° 3′ 33″ N, 14° 38′ 59″ O
Höhe: 99 m
Fläche: 5,27 km²
Einwohner: 63 (31. Dez. 2024)
Bevölkerungsdichte: 12 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 2001
Postleitzahl: 15898
Vorwahl: 033652
Streichwitz (Brandenburg)
Streichwitz (Brandenburg)
Lage von Streichwitz in Brandenburg

Streichwitz (niedersorbisch Stśěgojce) ist ein Ortsteil der Gemeinde Neuzelle im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree. Der Ortsteil umfasst die Gemarkung Streichwitz. Er hat entsprechend der brandenburgischen Kommunalverfassung und der Hauptsatzung einen Ortsbeirat und Ortsvorsteher.

Geografie und Verkehrsanbindung

Luftbild von Streichwitz aus südlicher Richtung (2020) – Hinter dem Ort sind Neuzelle und Eisenhüttenstadt zu erkennen

Der Ort liegt an der K 6704, die B 112 verläuft am östlichen Ortsrand. Die Dorche, ein Fluss im Naturpark Schlaubetal, fließt unweit westlich. Südwestlich erheben sich die 130 m hohen Hutberge.

Geschichte

Das Niederlausitzer Angerdorf wurde erstmals am 30. November 1370 als Strikwitz erwähnt, was auf den altsorbischen Personennamen +Stryjk (dt. „Onkel“) zurückgeht. Entgegen der 1928 durch Arnošt Muka angenommenen und etablierten sorbischen/wendischen Namensform ist als ursprüngliche altniedersorbische Namensform Stryjkowici (dt. „Siedlung der Leute des Stryjk“) anzunehmen.

Ebenso wie der Rest des ehemaligen Neuzeller Stiftsgebietes, gehört auch Streichwitz zum historischen Siedlungsgebiet der Lausitzer Sorben/Wenden. Diese westslawische Ethnie ging hier im Hochmittelalter allmählich in der deutschen Bevölkerung auf, die die Lausitz seit dem ersten Jahrtausend zu kolonisieren begann. Reste des ehemals lokalen (ost-)niedersorbischen/wendischen Dialektes fanden sich noch lange Zeit in der niederlausitzischen Mundart der Streichwitzer Dorfbevölkerung wieder.

Sehenswürdigkeiten

Das Landschaftsschutzgebiet Dorchetal und Fasanenwald (Neuzelle) liegt nördlich.

Einzelnachweise

  1. ↑ Gemarkung Streichwitz, Gemeinde Neuzelle. In: GEOindex. Abgerufen im Oktober 2026.
  2. ↑ Gemeinde- und Ortsteilverzeichnis des Landes Brandenburg am 31. Dezember 2024 Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB), abgerufen im September 2026. (saved in Webarchiv)
  3. ↑ Eintrag „Stśěgojce“ in der niedersorbischen Ortsnamendatenbank auf dolnoserbski.de
  4. ↑ Auflistung als Ortsteil von Neuzelle im Kommunalverzeichnis Brandenburg. Abgerufen am 12. Juni 2026.
  5. ↑ Brandenburgische Kommunalverfassung - BbgKVerf; Abschnitt 2, Ortsteile In: bravors.brandenburg.de.
  6. ↑ Hauptsatzung Gemeinde Neuzelle. (PDF; 112 kB) §§ 1 und 7. In: Webauftritt. Amt Neuzelle, abgerufen im Oktober 2026.
  7. 1 2 Klaus-Dieter Gansleweit (Leitung des verantwortlichen Autorenkollektivs): Eisenhüttenstadt und seine Umgebung – Ergebnisse der heimatkundlichen Bestandsaufnahme im Gebiet zwischen Oder, Neiße und Schlaubetal um Eisenhüttenstadt und Neuzelle. In: Akademie der Wissenschaften der DDR – Institut für Geographie und Geoökologie – Arbeitsgruppe Heimatforschung (Hrsg.): Werte unserer Heimat – Heimatkundliche Bestandsaufnahme in der Deutschen Demokratischen Republik. Band 45. Akademie-Verlag, Berlin 1986.
  8. ↑ Walter Wenzel: Niederlausitzer Ortsnamenbuch. 1. Auflage. Domowina-Verlag GmbH Ludowe nakładnistwo Domowina, Bautzen 2006, ISBN 978-3-7420-1996-7, S. 113.
  9. ↑ Klaus-Dieter Gansleweit: Untersuchungen zur Namenkunde und Siedlungsgeschichte der Nordöstlichen Niederlausitz – Die Flur- und Ortsnamen im Bereich des früheren Stiftes Neuzelle. In: Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (Hrsg.): Deutsch-Slawische Forschungen zur Namenkunde und Siedlungsgeschichte. Akademie-Verlag, Berlin 1982.