Strengberge

Als Strengberge bezeichnet man landläufig die Hügellandschaft um den Ort Strengberg in Niederösterreich. Obwohl der Begriff kein Toponym darstellt, hat er sich besonders unter Autofahrern etabliert, da die frühere Bundesstraße B1 über die Hügellandschaft führt. Darüber hinaus wird als Naturraum Strengberge ein in der Liste der naturräumlichen Einheiten Niederösterreichs angeführter Teilraum im Mostviertel bezeichnet. Auf diese Teilräume bezieht sich das Niederösterreichische Naturschutzkonzept. In diesem liegt der Naturraum Strengberge in der Hauptregion Mostviertel und dort zur Gänze in der Region Westliches Alpenvorland.

Lage

Der Teilraum liegt im Bezirk Amstetten in den Gemeinden St. Pantaleon-Erla, St. Valentin, Haag, Strengberg, St. Peter in der Au, Wolfsbach, Seitenstetten, Wallsee-Sindelburg, Oed-Oehling, Aschbach-Markt, Kematen an der Ybbs, Amstetten, Zeillern und Ardagger.

Der Naturraum ist in der Leaderperiode 2023–2027 der Leaderregion NOE01 Moststraße zugeordnet.

Geologie und Geomorphologie

Geomorphologisch handelt es sich um eine ausgedehnte Platte aus Sandstein der Vorlandmolasse mit darauf lagernden Schotterterrassen am Südufer der Donau zwischen St. Valentin und Amstetten, die die Donau um etwa 150 Meter überragt. Der namensgebende Ort Strengberg liegt langgestreckt auf einer dieser Terrassen.

Der Naturraum Strengberge liegt zur Gänze im Alpenvorland. Die heutige sanfte Landschaftsform des Alpenvorlandes ist durch die weichen und wenig verwitterungsresistenten Schlier-Sedimente des ehemaligen Molassemeeres (Molassebecken nördlich der Alpen) erklärbar. Flüsse und Bäche können sich in den weichen Schlier gut einschneiden und so im Laufe von hunderten tausenden Jahren bis Jahrmillionen die sanfte Hügellandschaft des Alpenvorlands formen.

Darüber hinaus wird das Gebiet von einer eiszeitlichen Landschaft aus Schotterterrassen nördlich der Flysch-Alpen bis zur Niederterrasse der Donau geprägt, das Relief im Teilraum liegt bei Höhen zwischen 230 und etwa 400 m ü. A.

Die höchstgelegene Terrasse stellt eine ehemalige Schotterterrasse der Donau von Beginn des Eiszeitalters dar, sie zieht sich auf etwa 400 m ü. A. von knapp nach St. Valentin nach Amstetten und wird auch Oeder Hochflur genannt. Durch rückschreitende Erosion wurde die Oeder Hochflur in zahlreiche Riedel zerschnitten, daher wird die Landschaft hier auch Schlierriedelland genannt.

Nördlich davon fallen die eiszeitlichen Schotterterrassen der Donau treppenförmig zur heutigen Donau hin ab, sie sind heute von zahlreichen Bächen zerschnitten.

Auch südlich der Oeder Hochflur fällt die Landschaft treppenförmig ab, durch die historisch hier verlaufende Ur-Enns wurden prägünzzeitliche (vor der Günz-Kaltzeit) Schotterterrassen abgelagert. In der Günz-Kaltzeit wurde die heute landschaftsprägendste der Älteren Deckenschotter abgelagert, sie wird im Teilraum auch Seitenstettner-Aschbacher Platte genannt. Durch zahlreiche von Norden nach Süden verlaufende Bäche wurden sämtliche Schotterterrassen aufgrund von rückschreitender Erosion zerschnitten. Die weichen Schlier-Gesteine bieten selbst für kleine Bäche wenig Widerstand gegen Erosion.

Sämtliche Terrassen im Teilraum werden von einer Löss-Decke überlagert, die im Teilraum als Löss-Lehm vorliegt. Schlier-Gesteine treten überall dort zutage, wo Bäche oder Flüsse die Schotterterrassen durchschnitten haben und sich nun im Schlier weiter eintiefen.

Natur

An relevanten Schutzgebieten im Naturraum ist das Natura 2000 Gebiet Niederösterreichische Alpenvorlandflüsse zu nennen, das sich im Teilraum entlang der Url hinzieht. Im südlichen Bereich liegt der Naturpark Ybbstal, Teilflächen der Naturparkgemeinden Biberbach, Allhartsberg und Amstetten liegen im Naturraum.

Gebietsrelevante Naturdenkmäler sind der Liste der Naturdenkmäler des Bezirkes Amstetten zu entnehmen.

Einzelnachweise

  1. ↑ Naturschutzkonzept - Land Niederösterreich. Abgerufen am 5. Oktober 2026.
  2. ↑ Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Naturschutz (Hrsg.): Naturschutzkonzept Niederösterreich. Amt der NÖ Landesregierung, St. Pölten 2022, S. 123–130.
  3. ↑ Verein Tourismusverband Moststraße - die LEADER-Region. In: moststrasse.at. Abgerufen am 3. Oktober 2026.
  4. ↑ https://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.s/s920707.htm
  5. Hans Fischer: Reliefgenerationen im Kristallinmassiv Donauraum, Alpenvorland und Alpenrand im westl. Niederösterreich (= Forschungen zur deutschen Landeskunde. Band 213). Zentralausschuss für deutsche Landeskunde, Selbstverlag, Trier 1979, ISBN 978-3-88143-006-7.
    1. ↑ Seiten 111–116, Kapitel Die Oeder Hochflur
    2. ↑ Seiten 116–128, Kapitel Die Nordabdachung
    3. ↑ Seiten 137–158, Kapitel Die Terrassen längs der Enns
    4. ↑ Seiten 153–158, Kapitel Die Seitenstettner-Aschbacher Platte
  6. ↑ Naturpark Ybbstal. Abgerufen am 5. Oktober 2026.

Koordinaten: 48° 9′ N, 14° 39′ O