| Stuchowo | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Westpommern | |
| Powiat: | Kamieński | |
| Gmina: | Świerzno | |
| Geographische Lage: | 53° 57′ N, 15° 1′ O | |
| Einwohner: | 762 () | |
Stuchowo (deutsch Stuchow) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Es gehört zur Gmina Świerzno (Gemeinde Schwirsen) im Powiat Kamieński (Camminer Kreis).
Das Kirchdorf liegt im Nordwesten Polens, südlich des Stuchowska Struga (Stuchower Bach) und 15 Kilomester südlich der Ostsee. Etwa 15,5 Kilometer nordwestlich liegt die Stadt Kamień Pomorski (Cammin in Pommern), 3,5 Kilometer nordwestlich Świerzno (Schwirsen) und 3,5 Kilometer südöstlich Witno (Wittenfelde).

Auf dem Gelände des Dorfs Stuchow waren im 19. Jahrhundert unter anderem ein Feuersteinbeil und eine Feuerstein-Lanzenspitze aus der Steinzeit gefunden worden. Als wichtigster Fund gilt ein Skelettgrab mit Beigaben aus der jüngeren römischen Kaiserzeit, darunter ein Bronzegefäß, Bernsteinperlen, eine silberne Fibel, silberne Gewandnadeln mit Ring sowie Glasreste. Eine in Stuchow gefundene Silberfibel wurde im Museum Stralsund aufbewahrt.
Im Jahr 1313 wurde erstmals ein Henning von Stuchow urkundlich erwähnt. Seit 1369 waren die Behr in Stuchow begütert. Nach den Behr saßen 1490 die Ploetz auf Stuchow. Deren Linie in Stuchow wird auf den Knappen Rolof (Roleke) Plotze zurückgeführt, der 1333/34 als Kastellan in Quarkenburg (d. h. Friedrichsberg, Kr. Naugard) erwähnt wird. Stuchow war eines der ältesten Lehne der Familie Ploetz im Lande Kamin. Der Musterrolle von 1523 zufolge hatten Berndt plotze to Stuchowe, myt Simon plotzen tho Swentze für Kriegsdienste drei Pferde zu stellen. Laut den Hufenmatrikeln von Pommern-Stettin von 1628 versteuerte Christoff v. Plötz zu Stuchow 13 Hakenhufen, sechs Kossäten, einen Müller, einen Krüger, einen Schmied, einen Schäfer und einen Knecht. Der Vasallen-Tabelle von 1756 zufolge waren der 69 Jahre alte Geheime Rat Michel Christoph v. Ploetz, der 36 Jahre lang gedient hatte, und der 53 Jahre alte Balthasar Heinich v. Ploetz in Stuchow begütert.
Das Gut Stuchow hatte im 17. Jahrhundert aus zwei Anteilen A und B bestanden, auf denen zwei Linien der Ploetze saßen, die aber im Jahr 1804 vereinigt waren. In der Vasallen-Tabelle von 1804 ist der 60 Jahre alte unverheiratete Friedrich Wilhelm v. Ploetz, Oberst und Kommandeur des Regiments des Königs, seit 44 Jahren im Staatsdienst, als Besitzer von Stuchow aufgeführt. In der Matrikel vom 19. April 1828 ist der Landschaftsrat v. Plötz als Besitzer des Lehnguts Stuchow eingetragen; er war auch Majoratsherr des Plötzschen Familien-Fideikommisses, zu dem außer dem Lehngut Stuchow auch noch das Lehngut Staarz, das Allodialgut Startz A und das Gut Stresow gehörten. Die Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom 1. Januar 1862 weisen den Landschaftsrat und Kreisdeputierten Karl Heinrich Georg v. Ploetz (* 1799, † 30. Dezember 1872), Premier-Lieutenant a. D., als Besitzer des Guts Stuchow aus. Gutsbesitzer auf Stuchow und Staarz war nach ihm Leo Karl Friedrich Wilhelm von Ploetz (1848–1915), dem 1887 die Würde eines königl. preußischen Kammerherrn verliehen wurde.
Das Kirchdorf Stuchow hatte im 19. Jahrhundert eine Küsterschule, die um 1865 von 70 Kindern besucht wurde. Die Schule war einklassig. Um 1864 war für Stuchow, Gut und Dorf, das Kreisgericht Cammin unmittelbar zuständig.
Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 801,9 Hektar großen Gemarkungsfläche des Gutsbezirks Stuchow 49 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 62 Pferde, 166 Stück Rindvieh, 455 Schafe und 464 Stück Borstenvieh hielten.
Am 1. April 1927 hatte der Gutsbezirk Stuchow einen Flächeninhalt von 801 Hektar und 98 Ar, und am 16. Juni 1925 hatte der Gutsbezirk 316 Einwohner. Zu den gleichen Zeiten hatte der Gutsbezirk Staarz einen Flächeninhalt von 937 Hektar und 13 Ar sowie 223 Einwohner. Am 30. September 1928 wurden die Gutsbezirke Staarz und Stuchow zur Landgemeinde Stuchow zusammengeschlossen.
Anfang der 1930er Jahre hatte die Gemarkung der Landgemeinde Stuchow einen Flächeninhalt von 17,4 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen zusammen vierzig bewohnte Wohnhäuser an vier verschiedenen Wohnplätzen:
Um 1935 gab es im Dorf Stuchow unter anderem einen Gasthof, ein Baugeschäft, eine Branntweinbrennerei, deren Besitzer Henning v. Ploetz war, eine Molkerei, eine Mühle, eine Schmiede und eine Stellmacherei.
Im Jahr 1945 gehörte die Landgemeinde Stuchow zum Kreis Cammin i. Pom. im Regierungsbezirk Stettin in der Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Stuchow war dem Amtsbezirk Schwirsen zugeordnet.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region Anfang März 1945 von der Roten Armee besetzt. In der Folge wurde Stuchow zusammen mit ganz Hinterpommern Teil Polens und in Stuchowo umbenannt.
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1782 | – | Gutsbezirk, bestehend aus zwei Anteilen A und B, beide alte Plötzsche Lehne, mit insgesamt zwei Vorwerken, zwei Schäfereien, einer Wassermühle, die der Müller erblich besitzt, einem Bauernhof, einem Halbbauern, fünf Kossäten, einer Schmiede, einem Krüger, zwei Holzwärtern, 22 Feuerstellen (Haushaltungen) und einer zur Greifenbergschen Synode gehörigen Kirche, die eine Filiale von Wittefelde ist |
| 1818 | 157 | Dorf, mit einem Vorwerk, einer Wassermühle und einer Windmühle, adlige Besitzung |
| 1852 | 306 | Dorf |
| 1864 | 355 | am 3. Dezember, im Gutsbezirk und Gemeindebezirk zusammen |
| 1867 | 346 | am 3. Dezember, davon 28 in der Landgemeinde und 318 im Gutsbezirk |
| 1871 | 358 | am 1. Dezember, davon 31 in der Landgemeinde (sämtlich Evangelische) und 327 im Gutsbezirk (323 Evangelische, vier sonstige Christen) |
| 1885 | 369 | am 1. Dezember, davon 56 in der Landgemeinde (55 Evangelische, eine katholische Person) und 313 im Gutsbezirk (311 Evangelische, zwei Katholiken) |
| 1890 | 301 | am 1. Dezember, im Gutsbezirk |
| 1895 | 309 | am 2. Dezember, im Gutsbezirk (sämtlich Evangelische) |
| 1910 | 299 | am 1. Dezember, Dorf und Rittergut, davon 320 in der Landgemeinde und 82 im Gutsbezirk |
| 1925 | 539 | am 16. Juni, Landgemeinde, davon 316 im Ortsteil Stuchow und 223 im Ortsteil Staarz, darunter 516 Evangelische und eine katholische Person (für die restlichen 22 Einwohner gibt es keine Angaben zur Konfession) |
| 1933 | 505 | |
| 1939 | 439 | am 17. Mai |
| 2011 | 762 |
Im Jahr 1594 wurden zwei Glocken erwähnt. Das Kirchenschiff der Dorfkirche hat ein Feldsteinmauerwerk. Nachdem die Kirche 1654 ausgebrannt war, wurde sie 1655 im alten Stil wiederaufgebaut. 1770 wurde der Turm in Eichenfachwerk mit Ziegelfüllungen, eingezogenem Mittelteil und achteckigem Spitzhelm neu erbaut. Die Filialkirche in Stuchow stand früher unter dem Patronat der Gutsherrschaft und vor 1945 unter staatlichem Patronat.
Das Kirchengebäude wurde nach 1945 zugunsten der Römisch-katholischen Kirche in Polen zwangsenteignet.
Die bis 1945 anwesenden Einwohner der Landgemeinde Stuchow waren mit seltenen Ausnahmen evangelischer Konfession. Die Evangelischen Einwohner gehörten zum Kirchspiel Wittenfelde, Kreis Greifenberg. Der Bestand an Kirchenbüchern der Mutterkirche in Wittenfelde reichte bis 1678 zurück. Soweit die Familie v. Plötz betroffen ist, sind Stuchow betreffende Kirchenbucheintragungen für den Zeitraum von 1678 bis 1879 von dem Staatsminister und ehemaligen Landrat Ernst Matthias v. Köller überliefert worden.
Das katholische Kirchspiel war in Cammin i. Pom. Das Standesamt befand sich in Schwirsen.
Die seit 1945 und Vertreibung der einheimischen Dorfbewohner anwesende polnische Bevölkerung ist größtenteils römisch-katholischer Konfession.