Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000hPa).
Sulfamid ist als das Diamid der Schwefelsäure sowohl eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Amide als auch eine Sulfurylverbindung. Sulfamid wurde erstmals im Jahre 1838 von dem französischen Chemiker Henri Victor Regnault dargestellt. In der organischen Chemie wird der Name der Verbindung auch für die entsprechende funktionelle Gruppe verwendet, wobei in der Literatur der Name teilweise auch als Synonym für die allgemeinere Gruppe der Sulfonamide benutzt wird.
Sulfamid ist ein weißer geschmackloser Feststoff, der löslich in heißem Wasser, heißem Ethanol und Aceton ist. Beim Erhitzen oberhalb 140 °C erfolgt die Umwandlung nach (NH4)3(SO2N)3. Es bildet mit Silbernitrat nur bei Zusatz von Ammoniak ein Silbersalz der Formel Ag2[SO2(NH)2], das in Wasser sehr schwer löslich ist.
↑Regnault, Victor (1838) "Sur l'acide chlorosulfurique et la sulfamide", Annales de chimie et de physique, series 2, 69: 170-184 (DigitalisataufGallica); siehe auch "Action de gaz ammoniac sec sur la liqueur chlorosulfurique", S. 176–180.
↑Peter Kurzweil, Paul Scheipers:Chemie: Grundlagen, Aufbauwissen, Anwendungen und Experimente. Springer DE, 2005, ISBN 3-528-64609-8, S.259 (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).
12Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u.a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band I, Ferdinand Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 490.
↑G. Hecht, H. Henecka:Über ein hochtoxisches Kondensationsprodukt von Sulfamid und Formaldehyd. In: Angewandte Chemie. Band61, Nr.9, September 1949, S.365–366, doi:10.1002/ange.19490610905.