Im akademischen Jahr 2008/09 vertrat sie die Juniorprofessur für afrikanische Literaturen und Kulturen am Seminar für Afrikawissenschaften der HU Berlin. Im Wintersemester 2009/10 hatte sie eine Vertretungsprofessur für Englische Literaturen am Institut für England- und Amerikastudien der Goethe-Universität Frankfurt. Seit dem Sommersemester 2010 lehrt sie als Professorin für Englische Literaturwissenschaft und Anglophone Literaturen (transkulturelle Anglistik) an der Universität Bayreuth. Arndt ist Gründerin und Sprecherin des von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Promotionskollegs für Intersektionalitätsstudien.
Arndt hat sich durch öffentliche Äußerungen vielfach zum Thema rassistischer Sprache positioniert. Ihrer Auffassung nach enthalten bereits Begriffe wie „Dschungel“, „Barbaren“, „Naturvölker“, „Stamm“, „Zivilisation “und „Eingeborene“ Rassismus. Ferner schlägt sie eine öffentliche Kommission zur Dekolonisierung von Sprache vor. Ihre Forderungen nach einer rassismuskritischen Sprache wurden vom damaligen Zeit-Autor Harald Martenstein kritisch kommentiert. Da er diese Kritik erhob, ohne, wie er selbst einräumte, das Buch gelesen zu haben, kam es zu einem in der Zeit veröffentlichten Streitgespräch zwischen beiden, das von Jana Hensel und Martin Machowecz geführt wurde.
Sie ist mit dem Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk verheiratet und Mutter von vier Kindern.
Schriften (Auswahl)
Monografien
Orale Poetik und die Poetik des writing back. Dissertation 1997, ungedruckt.
Englische Übersetzung durch Isabel Fargo Cole: African women’s literature, orature and intertextuality. Igbo oral narratives as Nigerian women writers’ models and objects for writing back. Bayreuth African Studies Breitinger, Bayreuth 1998, ISBN 3-927510-59-9.
Feminismus im Widerstreit. Afrikanischer Feminismus in Gesellschaft und Literatur. Unrast-Verlag, Münster 2000, ISBN 3-89771-201-6.
Englische Übersetzung durch Isabel Cole: The dynamics of African feminism. Defining and classifying African-feminist literatures. Africa World Press, Trenton, NJ; Asmara (Eritrea), ISBN 0-86543-898-6.
Die 101 wichtigsten Fragen: Rassismus. 4. Auflage. Beck, München 2020, ISBN 978-3-406-67765-6.
Rassismus begreifen: Vom Trümmerhaufen der Geschichte zu neuen Wegen. Beck, München 2021, ISBN 978-3-406-76554-4.
Rassistisches Erbe. Wie wir mit der kolonialen Vergangenheit unserer Sprache umgehen. Dudenverlag, Berlin 2022, ISBN 978-3-411-75678-0.
Ich bin ostdeutsch und gegen die AfD. Eine Intervention. Beck, München 2024, ISBN 978-3-406-81587-4.
Herausgeberschaften
Berlin, Mainzer Straße: „wohnen ist wichtiger als das Gesetz“. Basis-Druck, Berlin 1992, ISBN 3-86163-020-6.
unter Mitarbeit von Heiko Thierl und Ralf Walther: AfrikaBilder: Studien zu Rassismus in Deutschland. Unrast-Verlag, Münster 2001, ISBN 3-89771-407-8; Studienausgabe 2006, ISBN 3-89771-028-5.
mit Katrin Berndt: Kreatives Afrika: SchriftstellerInnen über Literatur, Theater und Gesellschaft. Festschrift für Eckhard Breitinger. Hammer-Verlag, Wuppertal 2005, ISBN 3-7795-0028-0. (englische Übersetzung 2007 bei Africa World Press)
mit Marek Spitczok von Brisinski: Africa, Europe and (post)colonialism. Racism, migration and diaspora in African literatures. Breitinger-Verlag, Bayreuth 2006, ISBN 3-927510-93-9.
Theatre, performance and new media in Africa. Breitinger-Verlag, Bayreuth 2007, ISBN 978-3-939661-01-6.
mit Nadja Ofuatey-Alazard: Wie Rassismus aus Wörtern spricht. (K)erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache. Unrast Verlag, Münster 2011, ISBN 978-3-89771-501-1.
mit Nadja Ofuatey-Alazard: AfroFictional In[ter]ventions. Revisting the BIGSAS Festival of African(-Diasporic) Literatures 2011-2013. edition assemblage, Münster 2014, ISBN 978-3-942885-67-6.
mit Nihan Duran, Mario Faust-Scalisi, Gülten Gizem Fesli, Louisa Kamrath: Intersectional knowledges. Roots, routes and visions (= Political intersectionality. Band 1). transcript, Bielefeld 2025, ISBN 978-3-8376-7653-2.
mit Mario Faust-Scalisi: Countering the far right in Europe and beyond. Activist, academic, and artistic resistance and intervention (= Rechtsextremismus und Rechtspopulismus. Band 2). transcript, Bielefeld 2025, ISBN 978-3-8376-7861-1.
↑Susan Arndt: Kolonialismus, Rassismus und Sprache. Kritische Betrachtungen der deutschen Afrikaterminologie. In: Bundeszentrale für politische Bildung 30. Juli 2004 (online). Ebenso: Cornelia Grobner: Populäre Fernsehbilder über Afrika. Springer VS, Wiesbaden 2017, ISBN 978-3-658-25144-4, S. 117.
↑Änne Seidel im Gespräch mit Susan Arndt: „In rassistischen Wörtern steckt sehr viel Gewalt“, Deutschlandfunk 23. August 2020. (online).
↑Interview Jana Hensel und Martin Machowecz: Ist das Wort „Dschungel“ rassistisch? Zu Jahresbeginn hat ZEIT-Autor Harald Martenstein eine Kolumne über das Buch der Rassismusforscherin Susan Arndt geschrieben – und sich beklagt: Sie versuche, die Verwendung vieler Begriffe zu tabuisieren. Nun streiten die beiden miteinander. In: ZEIT Nr. 28/2022 (online).
↑Jochen-Martin Gutsch:Unter dem Eis. In: Der Spiegel. Nr.4, 2017 (online).
↑Vgl. dazu die Besprechungen von Akademischer Verbalradikalismus. In: Der Spiegel. Nr. 50, 11. Dezember 2021, S. 116; Mechthild Bereswill: Schluss mit „Das war eben damals so“ In: Soziopolis. 26. Januar 2023 (online).