| Suzuki | |
|---|---|
| GT 550 | |
| Hersteller | Suzuki |
| Produktionszeitraum | 1972 bis 1977 |
| Motordaten | |
| Dreizylinder-Zweitaktmotor, fahrtwindgekühlt | |
| Hubraum | 543 cm³ |
| Leistung | 35,3/48 bei 7500/min kW/PS |
| Drehmoment | 52,5 bei 6000/min Nm |
| Höchstgeschwindigkeit | 175 km/h |
| Getriebe | 5 Gänge |
| Antrieb | Kette |
| Bremsen | Vorn Duo-Duplex 200 mm, hinten Simplex 180 mm |
| Radstand | 1.465 mm |
| Leergewicht | 197 kg |
| Vorgängermodell | keines |
| Nachfolgemodell | keines |
Die Suzuki GT 550 ist ein Motorrad des japanischen Herstellers Suzuki. Die GT 550 wurde in den Jahren 1972 bis 1977 gebaut, war als Tourensportlerin ausgelegt und hatte einen luftgekühlten Dreizylinder-Zweitaktmotor.
Der Motor war bis auf den größeren Hubraum in technischer Hinsicht gleich mit dem der Suzuki GT 380. Der laufruhige Dreizylinder-Zweitakt-Reihenmotor wird vom Fahrtwind gekühlt. Eine Besonderheit der GT 550 sowie deren Schwestermodelle aus der GT-Serie war das so genannte RAM-Air System. – Es hat dabei jedoch nichts mit Ram-Air gemein, bei dem Staudruck zur Motoraufladung genutzt wird. Es bestand hier nur aus einem zusätzlichen Kühlkörper auf den Zylinderdeckeln. Der Luftstrom wurde durch die nach dem Einritt konische Form zusätzlich beschleunigt, was zu höherer Kühlleistung und weniger Luftwirbeln führte. Die Kühlung war sehr wirksam und erlaubte eine höhere Leistungsausbeute des Serienmotors.
Das Hubverhältnis ist nahezu quadratisch ausgelegt. 62 Millimeter Hub und 61 Millimeter Bohrung ergeben einem Hubraum von 543 cm³. Die Nennleistung beträgt 48 PS (35,3 kW) bei 7.500/min. Das maximale Drehmoment von 52,5 Nm liegt bei 6.000/min an. Die Gemischaufbereitung des kolbenkantengesteuerten Motors übernehmen drei Mikuni-Vergaser mit 28 Millimeter Durchlass. Bei der 3-in-4-Auspuffanlage gabelt sich das Auspuffrohr des mittleren Zylinders in zwei Endschalldämpfer.
Für japanische Zweitakt-Motorräder typisch ist die ab den 1970er-Jahren eingeführte Getrenntschmierung. Dabei wird das Zweitaktöl in einem separaten Tanks mitgeführt. Die CCI-Getrenntschmierung arbeitet mit einer Ölpumpe, die Fördermenge wird dabei lastabhängig über die Stellung des Gasdrehgriffes dosiert. Auch bei Fahrten bergab mit geschlossenem Gasdrehgriff ist die Schmierung ausreichend. Gegenüber einem beim Tanken hergestellten Zweitaktgemisch ist diese Lösung umweltfreundlicher, da der Anteil mitverbrannten Öls etwas geringer ist.


Der Primärtrieb ist ein schrägverzahntes Stirnradpaar. Die Sechsscheiben-Ölbad-Kupplung sitzt auf der Antriebswelle des klauengeschalteten Fünfganggetriebes. Der Motor lässt sich sowohl per Kickstarter als auch (im Unterschied zur kleineren GT 380) mit elektrischem Anlasser starten.
Die GT 550 wiegt fahrfertig 215 kg und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h (Werksangabe: 182 km/h). Bei Vollgas liegt der Verbrauch bei 10 bis 11 l/100 km. In Verbindung mit dem lediglich 15 Liter fassenden Benzintank ist die Reichweite sehr begrenzt. Die GT 550 war Suzukis letztes Motorrad mit Zweitaktmotor. 1976 wechselte Suzuki als letzter der vier japanischen Hersteller zum Viertaktmotor.
Der Doppelschleifen-Rohrrahmen aus Stahlrohr ist am Steuerkopf mit drei zusätzlichen Streben und Verbindungsblechen verstärkt.
Vorne federt eine hydraulisch gedämpfte Teleskopgabel mit einem Standrohrdurchmesser von 35 mm und 95 Millimeter Federweg. Die ersten 550er-GT-Modelle waren mit einer Duo-Duplex-Bremse am Vorderrad ausgestattet, die Modelle ab Baujahr 1973 mit einer 290 mm großen Scheibenbremse. Hinten führt eine Schwinge mit zwei Federbeinen das Rad. Die Federbeine sind zwar fünffach verstellbar, aber 65 Millimeter Federweg sind zu wenig für komfortables Fahren, deshalb gilt das Motorrad als eher hart gefedert. Die Umrüstung auf Koni-Stoßdämpfer aus dem Zubehörhandel brachte hier Besserung. Vorne rollt die Suzuki auf Reifen der Größe 3.25 H 19, hinten auf der Dimension 4.00 H 18. Der niedrig montierte GT 550 Drei-in-Vier-Auspuff sowie die niedrig angebrachten Fußrasten begrenzen die Schräglagenfreiheit des Motorrades: Sowohl die Fußrasten als auch die Schalldämpfer können bei schneller Kurvenfahrt auf der Fahrbahn aufsetzen. Einige technische Änderungen waren:
Von 1972 bis 1977 verkaufte Suzuki ca. 64.000 Maschinen weltweit. Die Restbestände gingen ab 1978 zu günstigen Preisen zu Großimporteuren wie Hein Gericke. Classic Data taxiert den Wert für den Motorrad-Oldtimer zwischen 600 und 3.600 Euro. Die Preise liegen damit nicht höher als eine gebrauchte GT 380.
Zu schwach ausgelegt war die Drei-in-Vier-Auspuffanlage. Die Schweißnähte an den zu dünn dimensionierten Blechen konnten reißen. Auch lösten sich im Inneren mitunter die Prallbleche.
Als nicht immer zuverlässig erwies sich auch die Lichtmaschine. Dort sind an den Schleifkohlen der Lichtmaschine die Kupferlitzen abgerissen. Mit diesem Defekt wird die Batterie nicht mehr ausreichend geladen, es besteht die Gefahr des Liegenbleibens. Was das Fahrwerk und seine Abstimmung betrifft, waren die Ram-Air-Modelle noch nicht ausgereift. Nicht dem Stand Technik entsprach die Duo-Duplex-Trommelbremse im Vorderrad. Sie musste häufig gewartet werden und die Bremsleistung war nicht ausreichend. Bei der Modellpflege wurde auf eine Scheibenbremse vorne umgestellt.
Die Produktion lief von 1972 bis 1977. Das Modell war insgesamt in 17 Farben lieferbar. Die Neupreise in Deutschland stiegen von 1972 bis zum letzten Baujahr 1977 von 4990 auf 5620 DM.