Sven Danckwardt (* 1973) ist ein Mediziner und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Laboratoriumsmedizin. Seine Forschung befasst sich mit der Regulation von RNA und deren Bedeutung für Blutgerinnung, Tumorerkrankungen und zelluläre Differenzierung. Seit September 2023 ist er Ärztlicher Direktor der Zentralen Einrichtung Klinische Chemie am Universitätsklinikum Ulm.
Danckwardt studierte von 1994 bis 2001 Humanmedizin in Tübingen, Berlin und San Diego. 2002 wurde er an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer Arbeit zu Mechanismen der Genotyp-Phänotyp-Modulation promoviert. Für seine Dissertation erhielt er den Robert-Koch-Preis der Humboldt-Universität.
Nach einer Tätigkeit als Assistenzarzt in Berlin wechselte er 2003 an das Universitätsklinikum Heidelberg. Als Postdoktorand forschte er an der Molecular Medicine Partnership Unit, einer gemeinsamen Einrichtung des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie und der Medizinischen Fakultät Heidelberg.
2011 habilitierte sich Danckwardt an der Medizinischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Von April 2011 bis 2012 leitete er eine Forschungsgruppe für RNA- und Tumorbiologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Im Dezember 2012 wechselte er im Rahmen der Professur für Laboratoriumsmedizin und experimentelle Hämostaseologie an das Centrum für Thrombose und Hämostase der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Am Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin war er bis August 2023 zudem als Oberarzt tätig.
Zum 1. September 2023 übernahm Danckwardt als Nachfolger von Hans-Jürgen Groß die ärztliche Leitung der Zentralen Einrichtung Klinische Chemie am Universitätsklinikum Ulm.
Danckwardt ist Vater von zwei Kindern.
Danckwardt untersucht die posttranskriptionale Regulation der Genexpression, insbesondere die Verarbeitung von RNA und ihre Bedeutung für Entwicklungs- und Krankheitsprozesse. Zu seinen Arbeitsgebieten gehören die molekularen Zusammenhänge zwischen Blutgerinnung und Tumorbiologie sowie die alternative Polyadenylierung, durch die unterschiedliche RNA-Varianten eines Gens entstehen können.
Eine 2018 veröffentlichte Arbeit, an der Danckwardt beteiligt war, beschrieb den RNA-Verarbeitungsfaktor PCF11 als Regulator der alternativen Polyadenylierung beim Neuroblastom. Die Studie untersuchte dessen Einfluss auf die neuronale Differenzierung. Eine niedrige PCF11-Expression war in den analysierten Neuroblastomproben mit einer günstigeren Prognose und spontaner Tumorrückbildung verbunden.
Danckwardt war außerdem an der Entwicklung von sCLIP beteiligt, einem 2017 vorgestellten Verfahren zur Untersuchung von Wechselwirkungen zwischen RNA und RNA-bindenden Proteinen. Die Methode verbindet die Vernetzung und Immunpräzipitation von RNA-Protein-Komplexen mit Hochdurchsatzsequenzierung.
| Personendaten | |
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| NAME | Danckwardt, Sven |
| KURZBESCHREIBUNG | Mediziner und Wissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 1973 |