Sven Jungmann (* 1985 in Saarbrücken) ist ein deutscher Autor, Unternehmer und Arzt. Er befasst sich mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens und dem Einsatz künstlicher Intelligenz in der Medizin. Jungmann ist Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens aiomics und schrieb mehrere Sachbücher zu Medizin-Themen. Das Handelsblatt nahm ihn in seine Liste der 100 klügsten Innovatoren Deutschlands auf.
Jungmann trat mit 18 Jahren in die Bundeswehr ein und diente in der Division Spezielle Operationen, unter anderem bei den Fallschirmjägern. Anschließend studierte er Humanmedizin an der Universität des Saarlandes. Zum Dr. med. wurde er 2013 promoviert mit einer medizinethischen Arbeit über Familien mit Zwillingen, von denen ein Kind das Down-Syndrom hat und das andere nicht (Universität des Saarlandes), danach erwarb er den Master of Public Health der London School of Hygiene & Tropical Medicine (2013) und einen Master of Public Policy an der Blavatnik School of Government der University of Oxford (2014). Während Ausbildung und Studium arbeitete er in Südafrika an der Trauma Unit des Chris Hani Baragwanath Krankenhauses und in der Abteilung für eHealth der Europäischen Kommission. Er hat ein Postgraduiertendiplom in Entrepreneurship der University of Cambridge (bis 2020).
Als aktiver Arzt arbeitete Jungmann in der Pneumologie, Notfallmedizin und Onkologie an Helios-Kliniken (2014–2017) und der Berliner Charité (2015–2016). Seit 2020 tritt Jungmann verstärkt in der Öffentlichkeit auf als Befürworter des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz in Medizin und Gesundheitswesen. Neben seinen Vorträgen und Buchveröffentlichungen war er auch in der RBB-Dokuserie Auf Leben und Tod zu sehen.
Beim Klinikbetreiber Helios baute Jungmann als Gründungsgeschäftsführer 2018 das erste Corporate Venture des Konzerns auf, die smartHelios GmbH. Danach war er Partner und Chief Medical Officer beim Company Builder FoundersLane sowie Leiter der Healthcare Initiative an der XU Exponential University of Applied Sciences. Er war Mitgründer des Atemdiagnostik-Unternehmens Halitus und der medizinischen Lernplattform Luujuu. Seit 2015 leitet er das mit Wagniskapital finanzierte Unternehmen aiomics in Berlin, das mithilfe von KI unstrukturierte medizinische Daten aufbereitet und Qualitätsprozesse in Gesundheitseinrichtungen unterstützen soll. Er investiert als Business Angel in Start-ups.
Neben der Handelsblatt-Auszeichnung als „Big Data Doctor“ stand er auf der „Watchlist 2021“ des Magazins Business Punk. Er gründete bereits die Unternehmen Halitus (Atemdiagnostik mit Lasertechnologie, abgewickelt) und die Medizin-Lernplattform Luujuu.
Jungmann tritt häufig als Redner zur Digitalisierung des Gesundheitswesens auf und veröffentlicht Gastbeiträge zum Thema, etwa bei Handelsblatt Live. In seinem 2024 erschienenen populären Sachbuch Wie gesund wollen wir sein? (Mosaik Verlag/Random House) plädiert er dafür, das deutsche Gesundheitssystem durch den Einsatz von KI zu reformieren. Seine zentrale These ist, dass Ärzte so mehr Zeit für Patienten gewinnen können, dass diese aber ihrerseits mehr Verantwortung für ihre eigene Gesundheit übernehmen sollen und insbesondere die Prävention in Zukunft viel ernster nehmen müssen. Die Radiojournalistin Vera Linß bewertete Jungmanns Vorschläge zur Datenverknüpfung als grundsätzlich überzeugend innerhalb einer Debatte, die nach Impulsen suche.
In der Rezession seines Buches auf Spektrum.de wird Kritik am „oberflächlichen“ Umgang mit ethischen Fragen geübt. Die rigorose Digitalisierung würde zu optimistisch dargestellt und die möglichen Nachteile (wie z. B. Datenschutz, technische Hürden im Klinikalltag oder die Gefahr durch fehlerhafte Algorithmen) zu stark in den Hintergrund rücken.
| Personendaten | |
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| NAME | Jungmann, Sven |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Arzt, Unternehmer und Autor |
| GEBURTSDATUM | 1985 |
| GEBURTSORT | Saarbrücken |