| Swisslog Holding AG | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 1900 |
| Sitz | Aarau, |
| Leitung | Jan Zuurbier |
| Mitarbeiterzahl | über 3.000 (2026) |
| Umsatz | 768,4 Mio. Euro (2025) |
| Branche | Automatisierungstechnik |
| Website | www.swisslog.com |
| Stand: 20. Oktober 2026 | |
Die Swisslog Holding AG, die unter dem Namen Swisslog auftritt, ist ein Schweizer Unternehmen, das Automatisierungslösungen und Software für Lagerhäuser und Verteilzentren anbietet. Es hat seinen Sitz in Aarau und gehört vollständig zum deutschen Robotik- und Automatisierungskonzern Kuka, der seinerseits Teil der chinesischen Midea Group ist. Swisslog beschäftigt mehr als 3.000 Mitarbeitende an über 30 Standorten. Bis zum 31. Juli 2015 war das Unternehmen an der SIX Swiss Exchange kotiert.
Swisslog hat seinen Ursprung in einem 1900 von Carl Sprecher und dem Kaufmann Hans Fretz in Aarau gegründeten Unternehmen für elektrische Apparate. 1902 trat Heinrich Schuh als Teilhaber in die Firma ein, die danach Sprecher, Fretz & Co. hiess. Nach dem Ausscheiden von Fretz im Jahr 1903 wurde das Unternehmen unter dem Namen Sprecher + Schuh weitergeführt. Das Unternehmen stellte zunächst Anlagen für die elektrische Energieverteilung her.
Ab Mitte der 1980er Jahre verkaufte Sprecher + Schuh die Hoch- und Mittelspannungsaktivitäten an Alstom und später das Niederspannungsgeschäft an Rockwell/Allen-Bradley. Zugleich baute das Unternehmen seine Automatisierungstechnik durch die Übernahmen von Translift, Digitron und OWL aus. 1994 wurde Sprecher + Schuh in Swisslog umbenannt.
Im September 2014 bot Kuka den Swisslog-Aktionären 1,35 Schweizer Franken je Aktie. Dies entsprach einem Kaufpreis von insgesamt 338 Millionen Schweizer Franken. Der Verwaltungsrat von Swisslog empfahl den Aktionären, das Angebot anzunehmen. Kuka übernahm Swisslog im Dezember 2014.
Im April 2015 übernahm Swisslog das US-amerikanische Lagerautomatisierungsunternehmen Forte Industries. Am 31. Juli 2015 wurden die Swisslog-Aktien von der SIX Swiss Exchange dekotiert. Im Jahr 2016 erwarb Swisslog Power Automation Systems und ergänzte damit sein Angebot um das Palettenshuttle PowerStore. Forte und Power Automation Systems wurden im Januar 2017 mit Swisslogs amerikanischem Lager- und Distributionsgeschäft unter der Marke Swisslog zusammengeführt.
Im Januar 2017 schloss die chinesische Midea Group die Übernahme des Kuka-Konzerns ab und kontrollierte danach 94,55 Prozent der Stimmrechte. Seit 2019 tritt der Geschäftsbereich Swisslog Healthcare als eigenständige Marke für Gesundheitseinrichtungen und Krankenhäuser auf. Kuka weist Swisslog Healthcare inzwischen als eigenes Geschäftssegment aus.
Im Jahr 2024 eröffnete Swisslog einen neuen regionalen Hauptsitz für Amerika in Atlanta, Georgia, sowie eine neue Niederlassung in Mississauga in der kanadischen Provinz Ontario. Im August 2026 verlegte die Swisslog Holding AG ihren statutarischen Sitz von Buchs nach Aarau.

Swisslog plant, realisiert und wartet automatisierte Materialflusssysteme für Lagerhäuser und Verteilzentren. Das Unternehmen ist für Kunden in mehr als 50 Ländern tätig. Zu den Abnehmern gehören Unternehmen aus dem Einzelhandel und E-Commerce sowie der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Weitere Kunden stammen aus der Pharma- und Gesundheitsbranche sowie der Modeindustrie. Hinzu kommen Kontraktlogistiker und Unternehmen aus weiteren Industriezweigen.
Im Verteilzentrum des Modehändlers Varner in Vänersborg verbindet eine Anlage von Swisslog den Wareneingang mit den automatisierten Lager-, Kommissionier- und Verpackungsbereichen. Für den E-Commerce-Dienstleister Active Ants baute Swisslog ein Behälterlagersystem von AutoStore. Am Standort Northmead von Coca-Cola Amatil in New South Wales plante Swisslog ein automatisches Lager- und Bereitstellungssystem sowie ein Monorail-Transportsystem zwischen Wareneingang, Lager und Bereitstellung. Die Anlage befördert 740 Paletten pro Stunde und stellt Ladungen automatisch für Lastwagen bereit. Für den Medizinproduktehersteller Medline realisierte Swisslog AutoStore-Anlagen und integrierte diese über eine Steuerungssoftware mit dem Lagerverwaltungssystem von Medline.
Kuka weist Swisslog und Swisslog Healthcare als getrennte Geschäftssegmente aus. Zum Swisslog-Segment gehörten Ende 2025 insgesamt 22 vollkonsolidierte Gesellschaften. Es erwirtschaftete im selben Jahr einen Umsatz von 768,4 Millionen Euro.


Swisslog ist ein Systemintegrator für automatisierte Lagerhäuser. Das Unternehmen plant, produziert und realisiert automatische Lagersysteme, Förderanlagen und weitere Transportsysteme, roboterbasierte Kommissionier- und Palettieranlagen sowie Lagerverwaltungssoftware. Zudem übernimmt es Planung, Projektumsetzung, Wartung und Kundendienst.
Die Systeme dienen der Lagerung und Beförderung von Paletten sowie kleineren Ladeeinheiten wie Kartons, Tragblechen und Behältern. Zur eingesetzten Technik gehören Regalbediengeräte und Shuttle-Systeme, Förderanlagen und Monorailbahnen sowie autonome mobile Roboter.
Swisslog integriert ausserdem das würfelbasierte Lager- und Bereitstellungssystem des norwegischen Unternehmens AutoStore. Im Jahr 2026 ergänzte das Unternehmen sein Angebot um ein 4-Way-Palettenshuttle.
Für die Kommissionierung liefert Swisslog Ware-zur-Person- und Regal-zur-Person-Systeme, Anlagen zur Kommissionierung einzelner Artikel und Systeme zur automatisierten Palettierung gemischter Kartons. Ein Teil dieser Anlagen verwendet Industrieroboter von Kuka.
Swisslog entwickelte mit SynQ eine Softwareplattform für die Intralogistik automatisierter Lagerhäuser. SynQ verbindet ein Lagerverwaltungssystem, ein Warehouse Control System, eine Materialflusssteuerung und Supervisory Control and Data Acquisition. Die Plattform kann an übergeordnete Systeme wie ERP- oder E-Commerce-Systeme angebunden werden. Swisslog implementiert und integriert zudem SAP EWM für manuelle und automatisierte Lagerprozesse.