| Daten | |
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| Titel: | Sylvesternacht |
| Gattung: | Einakter |
| Originalsprache: | Deutsch |
| Autor: | Arthur Schnitzler |
| Erscheinungsjahr: | 1901 |
| Personen | |
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Sylvesternacht. Ein Dialog ist ein Einakter von Arthur Schnitzler, der 1901 erstmals erschien. An einem Silvesterabend erinnert sich eine Frau im Gespräch mit einem jungen Mann an frühere Erlebnisse und an Lebensentscheidungen.
Agathe hat sich mit ihrem bürgerlichen Leben in der höheren Gesellschaftsschicht Wiens am Anfang des 20. Jahrhunderts arrangiert. Sie kommt an einem Silvesterabend mit dem jungen Emil ins Gespräch, der die Vergangenheit zurückholt und ihre Erinnerungen lebendig werden lässt. Sie ist halb Mutter, halb mögliche Geliebte für den jungen Mann, mit dem sie allein am Fenster des eleganten Salons steht und auf die verschneiten Büsche und kahlen Bäume des Parks hinausschaut.
Sylvesternacht wurde unter dem Arbeitstitel Falsche Feste ausgearbeitet. Ursprünglich hätte das Werk Anfang 1901 im Neuen Wiener Tagblatt erscheinen sollen, das den Text aber wegen der als provokant empfundenen Veröffentlichung von Lieutenant Gustl zurückgab. Er erschien im Februar 1901 in der Zeitschrift Jugend.
In vielen seiner Stücke zeigte Schnitzler das Zerbrechen des Menschen an der Konvention, an den Grenzen der bürgerlichen Moralvorschriften. Auch in „Sylvesternacht“ (1900) wird das Spiel aus der Spannung zwischen Illusion und Desillusionierung entwickelt. „Sylvesternacht“ ist ein dramatisches Gespräch zwischen einem jungen Mann und einer verheirateten Frau, in dem sie von einer Freundin erzählt, welche die Freiheit der Silvesternacht benutzt hat, um mit ihrem Geliebten in den Prater zu fahren, aber eine Stunde später bereits wieder bei ihren Gästen ist. Der junge Mann glaubt inzwischen, sie spreche in Wirklichkeit von sich, doch sie erwidert:
Die Uraufführung fand am 31. Dezember 1926 unter der Regie von Paul Kalbeck in einem Silvester-Revueprogramm im Theater in der Josefstadt statt, mit Egon Friedell als Conferencier. Die Hauptrollen hatten Dagny Servaes und Hans Thimig.
Schnitzler zeigt hier das Ineinandergreifen von Wirklichkeit, Erinnerung und Geschichte auf, das er dann im Zyklus Marionetten noch deutlicher zum Ausdruck bringt, schrieb Max Haberich: „Seit er als Kind einen Schauspieler von der Bühne in die elterliche Loge heraufgrüßen gesehen hat, faszinieren ihn die verschwimmenden Grenzen der Wahrnehmung, wobei natürlich auch sein Interesse an der menschlichen Psyche eine Rolle spielt.“ Robert Waissenberger lobte, die Motive Erinnerung und Einbildung aus Episoden würden in Sylvesternacht brillant variiert.
Der Stoff wurde 1977 von Hajo Gies und Douglas Sirk unter dem Titel Silvesternacht – Ein Dialog als 18-minütiger Kurzfilm mit Hanna Schygulla und Christian Berkel in den Hauptrollen verfilmt.