Der Begriff Sympathie (von lat. sympathia, griech. sympátheia ‚Mitgefühl‘) bezeichnet ein kleines Werk der Instrumentalmusik von Natias Neutert, das als Performance unter dem Titel Sympathie für Piano und Pumpe 1988 in Berlin uraufgeführt wurde; Wegen des geringen Umfangs des Instrumentalstücks gilt es musikalisch als Bagatelle. Im Sinne einer Hommage bezieht es sich auf das Œuvre des bildenden Künstlers Joseph Beuys, insbesondere auf den sogenannten Darmstädter Block.

Eingeführt in die musiktheoretische Fachsprache wurde der Begriff Sympathie von Natias Neutert, durch dessen musikalische Performance mit dem anspielungsreichen Titel Sympathie für Piano und Pumpe. Die aus drei Sätzen bestehende musikalische Performance entstand im Klima vehementer Streitigkeiten um die Frage, ob der so genannte Darmstädter Block – seit 1970 von Joseph Beuys „letzter Hand“ im Hessischen Landesmuseum Darmstadt arrangiert – zu anderweitigen Ausstellungszwecken bewegt werden dürfte oder nicht. „Um gegen die museale Verpuppung des Œuvres von Joseph Beuys anzugehen“ (Neutert), verfiel der […] wechselweise in Berlin und Hamburg lebende Gesamtkunstwerker Natias Neutert „auf den genialen Einfall eines Dritten Weges:“ Er verwendete zwei signifikante Elemente aus dem plastischen Werk von Joseph Beuys, indem er Klavier und Luftpumpe zwar nur symbolisch „entwendete“, dafür äußerst real zur Klangwirkung brachte.
Vermittelt wurde das Projekt durch Heiner Bastian. Finanziell möglich wurde es durch einen an Neutert vom Namensgeber gestiftetes Harald-Szeemann-Stipendium in bar. Dass nicht nur Anselm Kiefer aus dem Odenwald, sondern sogar der italienische Komponist Luigi Nono eigens aus Venedig angereist kamen, sorgte im Rahmen von Berlin – Kulturstadt Europas 1988 schon vorab für Furore. Empfindsam tastender Pianist war Peter Adrian Wulff; Performer, Trommler und „Luftpumpenbläser“ war Natias Neutert selbst, als Schöpfer des Ganzen.
Da die während der Darbietung im Martin-Gropius-Bau aufgenommene und bald darauf auf unerklärliche Weise verschwundene Video-Dokumentation nach wie vor unauffindbar ist, können nur „Ohrenzeugen“ etwas vom ungewöhnlichen Zauber dieses Ereignisses wiedergeben, das kurz darauf in der Hamburger Kunsthalle wiederaufgeführt wurde:

Dass der Begriff Sympathie sich als Name des Stückes eingebürgert hat, belegt nicht zuletzt der junge Filmkomponist Pablo Paolo Kilian, der seine kurze Zeitreise – hin und zurück genauso untertitelt und in diesem Sinne Natias Neutert gewidmet hat.