Tricho-dento-ossäres Syndrom

Klassifikation nach ICD-10
Q82.4 Sonstige angeborene Fehlbildungen der Haut

- Ektodermale Dysplasie

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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
Klassifikation nach ICD-11
LD27.0Y Sonstige näher bezeichnete Ektodermale Dysplasien
ICD-11: Englisch • Deutsch (Vorabversion)

Das Tricho-dento-ossäre Syndrom ist eine sehr seltene angeborene Erkrankung mit den Hauptmerkmalen Anomalien der Haare (trich-) und Zähne (dent-) kombiniert mit einer Osteosklerose (ossär). Sie gilt als Sonderform der ektodermalen Dysplasie.

Synonyme sind: Haar-Zahn-Knochen-Syndrom; TDO-Syndrom; taurodentismus, kinky-hair-syndrome; Robinson-Miller-Worth-Syndrom

Die Namensbezeichnung bezieht sich auf den Erstautoren der Erstbeschreibung aus dem Jahre 1966 durch den kanadischen Pädiater Geoffrey Robinson und Mitarbeiter.

Nicht zu verwechseln ist das Robinson-Miller-Bensimon-Syndrom.

Verbreitung

Die Häufigkeit wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben, bislang wurde über mehr als 30 Patienten berichtet. Die Vererbung erfolgt autosomal-dominant, erstmals nachgewiesen von Lichtenstein et al.

Ursache

Der Erkrankung liegen Mutationen im DLX3-Gen auf Chromosom 17 Genort q21.33 zugrunde, welches für das Distal-Less Homebox-Gen 3 kodiert.

Klinische Erscheinungen

Klinische Kriterien sind:

Ferner wurden beschrieben: brüchige Fingernägel, Neigung zu Karies und Abszessen, später Zahndurchbruch, Dolichozephalie, fehlende Pneumatisation der Nasennebenhöhlen.

Zahnabszess aufgrund schweren Verlustes an Zahnsubstanz bei Tricho-dento-ossärem Syndrom

Einteilung

Nach den klinischen Befunden werden drei Typen unterschieden:

Diagnose

Die Diagnose ergibt sich aus klinischen und radiologischen Befunden und kann durch den Mutationsnachweis gesichert werden.

Differentialdiagnose

Differentialdiagnostisch abzugrenzen sind:

Therapie

Die Behandlung erfolgt symptomatisch mit regelmäßiger Zahnkontrolle.

Heilungsaussicht

Die Prognose gilt als günstig ohne vermehrte Frakturneigung.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Bernfried Leiber (Begründer): Die klinischen Syndrome. Syndrome, Sequenzen und Symptomenkomplexe. Hrsg.: G. Burg, J. Kunze, D. Pongratz, P. G. Scheurlen, A. Schinzel, J. Spranger. 7., völlig neu bearb. Auflage. Band 2: Symptome. Urban & Schwarzenberg, München u. a. 1990, ISBN 3-541-01727-9.
  2. 1 2 3 4 Eintrag zu Tricho-dento-ossäres Syndrom. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)
  3. ↑ G. C. Robinson, J. R. Miller: Hereditary enamel hypoplasia: its association with characteristic hair structure. In: Pediatrics. Band 37, Nummer 3, März 1966, S. 498–502, PMID 5906373.
  4. ↑ J. Lichtenstein, R. Warson, R. Jorgenson, J. P. Dorst, V. A. McKusick: The tricho-dento-osseous (TDO) syndrome. In: American Journal of Human Genetics. Band 24, Nummer 5, September 1972, S. 569–582, PMID 5054226, PMC 1762186 (freier Volltext).
  5. ↑ Trichodontoosseous syndrome. In: Online Mendelian Inheritance in Man. (englisch)
  6. ↑ Altmeyers Enzyklopädie