Tamgaly

Petroglyphen der archäologischen Landschaft von Tamagaly
UNESCO-Welterbe

Vertragsstaat(en): Kasachstan Kasachstan
Typ: Kultur
Kriterien: (iii)
Referenz-Nr.: 1145
UNESCO-Region: Asien und Pazifik
Geschichte der Einschreibung
Einschreibung: 2004  (Sitzung 28)

Tamgaly (kasachisch für „bemalter“ oder „markierter Ort“) ist ein bedeutender Fundort von Petroglyphen in den Chu-Ili-Bergen, etwa 120 km (Luftlinie) nordwestlich von Almaty im südöstlichen Kasachstan.

Beschreibung

Das Areal von Tamgaly umfasst rund 3.800 Hektar, davon 900 Hektar Kernzone und 2.900 Hektar Pufferzone. Die Petroglyphen wurden 1957 bei Ausgrabungen von bronzezeitlichen Gräbern entdeckt und zählen heute zu den bedeutendsten Felsbildkomplexen Zentralasiens. Seit 2003 steht das Gebiet unter staatlichem Schutz, 2004 wurde es in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.

Epochen und Motive

Die Petroglyphen entstanden in vier Hauptphasen:

Die Petroglyphen von Tamgaly bieten bedeutende Einblicke in die religiösen Vorstellungen, das Alltagsleben und die Symbolwelt der prähistorischen und frühgeschichtlichen Kulturen Zentralasiens. Besonders der Sonnenkult und schamanistische Praktiken lassen sich anhand der Motive nachvollziehen.

Neben den Felszeichnungen finden sich im Gebiet zahlreiche Gräber, Kultplätze, Altäre sowie Siedlungsreste aus verschiedenen Epochen.

Bedeutung

Tamgaly gilt als einzigartiges Zeugnis der kulturellen Entwicklung von der Bronzezeit bis ins frühe 20. Jahrhundert. Die Stätte ist ein zentrales Forschungsobjekt für die Geschichte der Nomadenkulturen und des Schamanismus in Zentralasien.

Commons: Tamgaly – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Philipp Dippl: Die Petroglyphen von Tanbaly. In: Deutsche Allgemeine Zeitung. 22. Juni 2022, abgerufen am 12. Juli 2025.
  2. 1 2 3 Eintrag auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch).

Koordinaten: 43° 48′ 12″ N, 75° 32′ 6″ O