Tatort: Finsternis

Folge 1198 der Reihe Tatort
Titel Finsternis
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Länge 89 Minuten
Produktions­unternehmen Hessischer Rundfunk
Regie Petra Lüschow
Drehbuch Petra Lüschow
Produktion Patricia Vasapollo
Musik
Kamera Jan Velten
Schnitt Silke Franken
Premiere 18. Apr. 2022 auf Das Erste
Besetzung
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Finsternis ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der vom Hessischen Rundfunk produzierte Beitrag ist die 1198. Tatort-Episode und wurde am 18. April 2022, am Ostermontag, im SRF, im ORF und im Ersten ausgestrahlt. Das Frankfurter Ermittlerduo Janneke und Brix ermittelt in seinem 15. Fall.

Handlung

Als ein Paar mitten in der Nacht gemeinsam auf einem Fahrrad durch den Stadtwald am Frankfurter Stadtrand fährt, hören der junge Mann und die junge Frau in der Nähe eines abgestellten Autos Hilferufe. Die Frau macht mit ihrem Smartphone Fotos von einer männlichen Gestalt und einer blutverschmiert am Boden liegenden Person, die sie für tot halten. Als die Hauptkommissare Anna Janneke und Paul Brix Stunden später am Morgen eintreffen, sind beide Personen und das Auto verschwunden. Doch die junge Frau hat sich das Autokennzeichen gemerkt, das Auto ist auf Maria Gombrecht zugelassen. Ihr Mann Ulrich Gombrecht, Chemielehrer an einer Berufsschule und an Leukämie erkrankt, gibt an, dass seine Frau auf dem Weg zum Fastenwandern in den Pyrenäen in Frankreich sei.

Ein Spürhund der Polizei führt die Ermittler zu einer Behelfshütte aus Zweigen im Wald, in der die Tasche des Opfers gefunden wird. An ihr finden sich Blutspuren, die eindeutig von Maria Gombrecht stammen. Lenny, der Bewohner der Hütte, wird daraufhin festgenommen und verhört. Das Verhör liefert aber keine Anhaltspunkte für seine Täterschaft. Die weiteren Ermittlungen ergeben, dass Maria Gombrecht aus ihrer Ehe ausbrechen wollte. Sie hatte herausgefunden, dass die Leukämieerkrankung ihres Ehemannes nur vorgetäuscht ist; so konnte er moralischen Druck auf seine Frau ausüben: Sie sollte nicht auf die Idee kommen, sich von ihm scheiden zu lassen.

Gombrecht, der sich von Janneke überführt sieht, betäubt sie. Als er ihr die Kehle durchschneiden will, wird er von seiner Tochter Judith gestört. Doch kann er sie ablenken, so dass sie die auf dem Boden hinter mehreren Umzugskisten liegende bewusstlose Kommissarin nicht bemerkt. Er fährt mit Judith zu seinem Haus auf dem Land. Da Gombrecht bereits seine Frau ermordet hat, will er auch Judith umbringen, da er ihr die Schuld daran gibt, dass seine Frau ihn verlassen wollte. Brix findet inzwischen im Haus der Gombrechts die noch schlafende Janneke und rüttelt sie wach. Die beiden Kommissare fahren zu Gombrechts Landhaus, gleichzeitig trifft dort seine zweite Tochter Kristina ein, bewaffnet mit einer Pistole. Sie hat zu Hause Hinweise gefunden, dass er ihre Mutter getötet hat. Sie schießt auf ihn und verwundet ihn. Brix kann im letzten Moment verhindern, dass Gombrecht sich vergiftet.

Hintergrund

Der Film wurde vom 15. April 2021 bis zum 2. Juni 2021 in Frankfurt am Main und Umgebung gedreht. Die Theaterszenen wurden vor und in dem Schauspiel Frankfurt aufgezeichnet.

Rezeption

Kritiken

„Janneke und Brix forschen nach, gewohnt dröge, manche Dinge sitzen sie aus, was im Ermittlerberuf nicht verkehrt ist, diesem Krimi aber manche langatmige Momente beschert.“

– Claudia Fromme: Süddeutsche Zeitung

„Einer der besten Frankfurter "Tatort"-Fälle bislang: In "Finsternis" wird ungemein spannend und elegant die Person eines kontrollsüchtigen Gewalttäters seziert.“

– Matthias Dell: Zeit Online

„Interessante Idee, arg konstruierte Ausführung [... Doch] der neue Frankfurt-Tatort „Finsternis“ [...] wirkt zwischendurch ratlos, eigentümlich verkrampft [...] Dieser Frankfurt-Tatort macht es sich und uns komplizierter, als es nötig gewesen wäre. „Finsternis“ hätte ein dunkles, konzentriertes Kammerspiel werden können, eine Geschichte von Gewalt und vom Wegsehen in einer Familie, eine psychologische Studie. [...] Petra Lüschow hat sich fürs krimiübliche Legen falscher Fährten entschieden, was irgendwann überkonstruiert wirkt.“

– Sylvia Staude: Frankfurter Rundschau

„Petra Lüschow (Drehbuch & Regie) erzählt psychologisch überzeugend von Familie, Macht, Kontrollverlust und Gewalt. Starke Figuren in einem mit Horror- und Thriller-Elementen angereicherten Drama, dessen Spannungskurve im letzten Drittel noch mal ansteigt. Jan Veltens Kamera erzeugt Sogwirkung. Herausragend: Uwe Preuss als unscheinbarer Berufsschullehrer. […].“

Einschaltquoten

Bei der Erstausstrahlung von Finsternis am 18. April 2022 verfolgten in Deutschland insgesamt 8,07 Millionen Zuschauer die Filmhandlung, was einem Marktanteil von 27,6 Prozent für Das Erste entsprach. In der als Hauptzielgruppe für Fernsehwerbung deklarierten Altersgruppe von 14 bis 49 Jahren erreichte Finsternis 1,40 Millionen Zuschauer und damit einen Marktanteil von 20,0 Prozent in dieser Altersgruppe.

Einzelnachweise

  1. ↑ Tatort: Finsternis bei crew united, abgerufen am 18. April 2022.
  2. ↑ Delia Friess: Neuer „Tatort“ aus Frankfurt heute: Handlung, Drehorte und Kritiken zum ARD-Krimi „Finsternis“. In: hna.de. 18. April 2022, abgerufen am 18. April 2022.
  3. ↑ Claudia Fromme: Tatort Frankfurt. Abgründe. In: Serien. Süddeutsche Zeitung, 15. April 2022, abgerufen am 16. April 2022.
  4. ↑ Matthias Dell: "Tatort" Frankfurt: Das ist medizinisch. Finsternis. In: AUS DER SERIE: Der Obduktionsbericht. Zeit Online, 18. April 2022, abgerufen am 18. April 2022.
  5. ↑ Sylvia Staude: Frankfurt-Tatort „Finsternis“ heute im Ersten: Die Kommissarin lernt nicht dazu. In: fr.de. 18. April 2022, abgerufen am 18. April 2022.
  6. ↑ Thomas Gehringer: Kritik zum Film auf Tittelbach.tv, abgerufen am 10. März 2025.
  7. ↑ Veit-Luca Roth: Quotennews Frankfurter «Tatort» ist nicht zu schlagen. In: Quotenmeter.de. 19. April 2022, abgerufen am 19. April 2022.