Die Telepathologie ist ein Teilgebiet der Telemedizin. Dabei werden Mikroskop- und Laborbefunde, vor allem histologische Schnitte und zytologische Ausstriche nicht durch einen persönlich vor Ort anwesenden Facharzt beurteilt und auch nicht per Post oder Kurier verschickt, sondern digitalisiert in ein entferntes Zentrum oder sogar ins Ausland fernübertragen. Dies kann beispielsweise für Entwicklungsländer nützlich sein, wo es zu wenig Pathologen gibt. Allerdings können bei der Herstellung der Schnitte und Fotografien Fehler gemacht werden, die der entfernte Fachmann nicht ausgleichen kann. In Deutschland mit seiner hohen Facharztdichte wird die Telepathologie in Kliniken mit mehreren Standorten eingesetzt, und auch für schnelle Zweitmeinungen, etwa im Mammografiescreening.
Bilddokumentation und Automatischen Bildübertragung
Für kleine Krankenhäuser ergibt sich der Vorteil, keine eigenen Pathologen vorhalten zu müssen. Größere Kliniken können Zweitmeinungen oder Referenzpathologen über die Verbindungen abfragen. Telepathologiesoftware gibt es seit den 1990er Jahren, heute werden die Systeme international von zahlreichen Firmen angeboten.
Eine nichtkommerzielle, 2001 als Open-Source implementierte Softwarelösung namens iPath der Universität Basel richtet sich vor allem an Nutzer aus Entwicklungsländern.
Literatur und Einzelnachweise
Stephan Metzger, Rechtliche Aspekte und Perspektiven der Telemedizin – Unter besonderer Betrachtung des Vertragsrechts, Helbing&Lichtenhahn, Basel 2009, ISBN 978-3-7190-2880-0.
↑R. S. Weinstein, A. R. Graham, L. C. Richter, G. P. Barker, E. A. Krupinski, A. M. Lopez, K. A. Erps, A. K. Bhattacharyya, Y. Yagi, J. R. Gilbertson: Overview of telepathology, virtual microscopy, and whole slide imaging: prospects for the future. In: Human Pathology, Band 40, Nummer 8, August 2009, S.1057–1069, ISSN1532-8392. doi:10.1016/j.humpath.2009.04.006. PMID 19552937.