Temperaturextrema sind die niedrigsten und höchsten gemessenen Temperaturen innerhalb eines Beobachtungszeitraums auf der Erde. Dieser Artikel beschreibt meteorologisch gemessene Lufttemperaturen. Für weitere Wetter-bezogene Extrema siehe Wetterrekorde.
Messung und Verifizierung
Extreme Wetterelemente zu registrieren, gehört in der Meteorologie zur Tradition und dient insbesondere der klimatologischen Einordnung von Anomalien.
Dabei haben sich für die weltweite Vergleichbarkeit internationale Standards eingebürgert (World Weather Watch Programme WWWP der World Meteorological OrganizationWMO).
Vergleichbare Aufzeichnungen sollten die offizielle Tageshöchsttemperatur der Luft in zwei Meter Höhe über dem Erdboden in einer Thermometerhütte darstellen. Strahlungsbasierte Werte, wie sie beispielsweise mit moderner Satelliten-Fernerkundung gewonnen werden, werden für Statistiken üblicherweise nicht herangezogen.
Extremwerte werden immer wieder kolportiert und auch regelkonform gemessen. Es hat sich jedoch eingebürgert, dass nur diejenigen Werte berücksichtigt werden, die von den nationalen amtlichenWetterdiensten gemessen werden. Diese sorgen auch für die Verifikation der Werte. So kommt es auch immer wieder vor, dass erst anhand von Extremwerten festgestellt wird, dass eine Wetterstation nicht den notwendigen Anforderungen entspricht.
Die World Meteorological Organization Commission for Climatology (WMO CCl) gründete im Rahmen des Programmes OPAG 2 – Support Systems for Agrometeorological Services eine Gruppe, die das Weather and Climate Extremes Archive führt und die Werte einer nochmaligen Überprüfung unterzieht (Inaugural WMOCCL OPAG2 committee for the World). Daher werden auch historische Spitzenwerte immer wieder korrigiert. Die Harmonisierung alter Daten ist besonders für die Kalibrierung elektronischer Klimamodelle von aktueller Bedeutung.
Listen
Höchsttemperaturen (seit Beginn der Aufzeichnungen)
In dieser Tabelle sind besondere Hitzerekorde bzw. die höchsten Temperaturen für ausgewählte Regionen der Erde angeführt. Für eine Länderübersicht der höchsten Temperaturen, siehe Liste der Länder nach Extremtemperatur.
Zuvor lag der Rekord in Athen (236m) und Eleusis, Griechenland mit 48,0°C am 10. Juli 1977; unbestätigt: 48,5°C am 10.Aug. 1999 in Catenanuova, Italien, 185m.
Hitzerekord in der WMO-Region VII (Antarktika & dazugehörende Inseln). Höhe: 24m
Nicht anerkannt: angeblich 58°C am 13.September 1922 in al-ʿAzīzīya im heutigen Libyen sowie angeblich 57,1°C am 27.August 1884 in Ouargla im heutigen Algerien.
Tiefsttemperaturen (seit Beginn der Aufzeichnungen)
In dieser Tabelle sind besondere Kälterekorde bzw. die niedrigsten Temperaturen für ausgewählte Regionen der Erde angeführt. Für eine Länderübersicht der niedrigsten Temperaturen, siehe Liste der Länder nach Extremtemperatur.
Erstmals im Jahr 2013 gemessen, dann mehrfach, insbesondere in den Monaten Juli und August (National Snow and Ice Data Center / University of Colorado)
In Nord- und Zentralasien gibt es die größten Temperaturunterschiede im Jahresverlauf: Die riesige Landmasse Asiens verursacht ein ausgeprägtes Kontinentalklima mit starken Temperaturgegensätzen. Die trockenheißen Sommer und trockenkalten Winter werden oft nur von kurzem Frühling und Herbst getrennt.
Genannt sind in der Tabelle nur Landes-Spitzenwerte.
Am Mars wurden ähnlich große Temperaturdifferenzen – auf der Oberfläche – gemessen: Viking Lander maß −107°C/−17,2°C; ΔT = 89,8 K.
Weiteres
Am 21. Juli 2024 wurde mit 17,09°C durchschnittlicher globaler Oberflächenlufttemperatur der heißeste Tag seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen. Dieser Wert übertraf damit die 17,08°C, die am 6. Juli 2023 gemessen wurden. Bereits am 22. Juli wurde mit 17,16°C durchschnittlicher globaler Oberflächenlufttemperatur der Rekord vom Vortag gebrochen. Am 23. Juli wurde 17,15°C erreicht.
Im November 1911 fiel die Temperatur in Springfield (Missouri) bei einem Temperatursturz um rund 40°C, so dass dort innerhalb eines Tages sowohl der Hitzerekord als auch der Kälterekord für den Monat November gebrochen wurde.
12
Der von der ZAMG gemessene Allzeit-Rekord von 40,6°C in Neusiedl (Hitzewelle in Europa 2013) wurde als „meteorologisch nicht realistischer“ Ausreißer beurteilt und zurückgezogen; Erstmals über 40°C. ZAMG, 8. August 2013. Neuer Hitze-Rekord: 40,5°C in Bad Deutsch-Altenburg. ZAMG, 9. August 2013. Ähnliches für den Jahres-Rekord von 38,6°C 2015: die Messung wurde als „nicht ganz repräsentativ für die Umgebung“ festgestellt, die Messstelle soll deswegen verlegt werden; Gars war Hitzepol! Oder doch nicht? NÖN, 27. Juli 2015.