
Terrence „Terry“ Mitchell Riley (* 24. Juni 1935 in Colfax, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Komponist und Pianist. Er trug mit seinen aus der asiatischen und afrikanischen Trancemusik adaptierten „mikropolyphonen“ Strukturen zur „Erfindung“ der Minimal Music bei und gehört zu deren populärsten Vertretern. Gegen Mitte der 1960er Jahre führte er die auf rhythmischen Modellen beruhende Kompositionstechnik der Pattern-Music in die Minimal Music ein.
Riley trat als Pianist und Improvisator seit Mitte der 1950er Jahre auf. Er studierte Musik am Shasta College, der San Francisco State University und am San Francisco Conservatory, bevor er 1961 sein Masterstudium in Komposition an der University of California, Berkeley bei Seymour Shifrin und Robert Erickson absolvierte. Während des Studiums spielte er nachts Ragtime-Piano im Gold Street Saloon in San Francisco, und ab 1960 arbeitete er mit La Monte Young zusammen. Er war in die Tätigkeiten des San Francisco Tape Music Center involviert, wo er mit Morton Subotnick, Steve Reich, Pauline Oliveros und Ramon Sender in Berührung kam. Weiterhin studierte er indischen Gesang bei Pran Nath; er machte mehrere Reisen nach Indien, wo er die Begleitung auf den Tablas und der Tanpura lernte. Seit 1971 lehrte er viele Jahre am Mills College klassische indische Musik.

In den frühen 1960er Jahren spielte er zunächst Soloauftritte auf der Orgel, die die ganze Nacht bis zum Sonnenaufgang andauerten. 1962 ging Riley nach Europa und trat zwei Jahre lang an verschiedenen Orten auf, vor allem in einer Bar an der Place Pigalle in Paris. Dort freundete er sich mit Daevid Allen an, dem späteren Mitbegründer von Soft Machine, und spielte auch mit dem Jazztrompeter Chet Baker. Als einer der ersten Komponisten arbeitete er bereits 1963, während der Aufnahmen für Music for the Gift in Paris, mit Loops und Zeitverzögerungen auf der Basis einer Anordnung, die von einem unbekannten Toningenieur entwickelt wurde, der für Riley tätig war. Terry Riley nannte diesen Vorläufer späterer Echogeräte Time Lag Accumulator. Später wurde eine gleichartige Anordnung von Robert Fripp unter dem Namen Frippertronics bekannt. Es handelt sich um zwei Revox-Bandmaschinen, bei denen der räumliche Abstand der Maschinen zueinander die Länge der Tonbandschleife und somit die zeitliche Verzögerung bestimmt.
Sein Werk umfasst Kompositionen für Kammerensemble, für Großformationen und für Ensembles der Rockmusik und der improvisierten Musik. Erste Erfolge erzielte er mit Kompositionen wie Dorian Reeds für Sopransaxophon und Tonbänder, vor allem aber mit In C. Von diesem Werk, das 1964 in San Francisco uraufgeführt wurde, wurden viele unterschiedliche Versionen auf Tonträger eingespielt. 1967 entstand Poppy Nogood and the Phantom Band für Sopransaxophon, elektrische Orgel, Tonband und Time Lag Accumulator, 1969 A Rainbow in Curved Air für verschiedene elektrische Tasteninstrumente im Playback-Verfahren. Das 1970 mit John Cale eingespielte Album Church of Anthrax wählten die Leser der Musikzeitschrift Sounds im Februar 1972 zur besten internationalen Rock-LP des Jahres. Im Sommer 1973 erschien die 1972 aufgenommene Filmmusik Happy Ending, auf der Riley auch den Synthesizer einsetzte. Auch verfasste Riley Filmmusiken, beispielsweise für Sandy Whitelaws Thriller Life Span oder Alain Tanners Spielfilm No Man’s Land (1985).
Als renommierter Pianist, Sänger und Improvisator trat Riley auch weltweit als Solokünstler auf. Im Laufe seiner Karriere arbeitete er zudem mit unterschiedlichsten Künstlern wie La Monte Young, Don Cherry/Karl Berger (Live in Köln February 23, 1975), John Cale (Church of Anthrax), Krishna Bhatt, Stefano Scodanibbio oder Bruce Conner zusammen. Riley wurde vielfach ausgezeichnet, z. B. für seine Werke für das Kronos Quartet, für welches er 15 Werke schrieb, darunter dreizehn Streichquartette und The Sands, ein Konzert für Streicherquartett und Orchester.
A Rainbow in Curved Air inspirierte Pete Townshend von der Band The Who zu seinen Synthesizer-Einführungen bei den Liedern Won’t Get Fooled Again und Baba O’Riley wobei der Titel als Würdigung an Riley und an Meher Baba zu verstehen ist. Zudem benannte sich die Band Curved Air nach der Komposition. Sounds nannte Riley 1973 eine „graue Eminenz“ der zeitgenössischen Musikszene und zählte zu den von ihm beeinflussten Musikern unter anderem Steve Reich, den jungen deutschen Komponisten Peter Michael Hamel und Don Cherry, der immer wieder Riley-Kompositionen spielte. Auch die psychedelischen Klangeffekte von Soft Machine führte die Zeitschrift auf Rileys Einfluss zurück.
Riley erhielt 2007 die Ehrendoktorwürde der Chapman University. 2020 wurde er in die American Academy of Arts and Letters gewählt.
Terry Riley lebte ab 1975 in der Nähe von Nevada City, Kalifornien, in der Kleinstadt North San Juan auf der „Sri Moonshine Ranch“. Seit 2020 lebt er in Japan. Er ist der Vater des Gitarristen Gyan Riley.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Riley, Terry |
| ALTERNATIVNAMEN | Riley, Terrence Mitchell |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Komponist und Pianist |
| GEBURTSDATUM | 24. Juni 1935 |
| GEBURTSORT | Colfax, Kalifornien |