| Tether | ||||
|---|---|---|---|---|
| Studioalbum von Alden Hellmuth | ||||
|
Veröffent- |
||||
|
Aufnahme |
||||
|
Leiter | ||||
|
Format(e) |
LP, Download | |||
|
Titel (Anzahl) |
8 | |||
|
39:43 | ||||
|
Besetzung |
| |||
| ||||
Tether (deutsch „Leine“, auch „Spielraum“) ist das zweite Musikalbum von Alden Hellmuth. Die Aufnahmen erschienen am 26. Juni 2026 auf dem von Nils Frahm gegründeten Label Leiter.
Nach ihrem als „Newcomer:in des Jahres international“ beim Deutschen Jazzpreis 2025 ausgezeichneten Debütalbum Good Intentions legte die New Yorker Saxophonistin und Komponistin Alden Hellmuth mit Tether ihr zweites Album vor. Alle Titel wurden von Alden Hellmuth (Altsaxophon), Logan Kane (Bass), Miller Wrenn (Bass) und Justin Brown (Schlagzeug) eingespielt. Zusätzliche Instrumentierung steuerten haana lee (Sounddesign, Effekte und Bearbeitung), Paul Cornish (Piano), Sharada Shashidhar (Gesang und Effekte), Yakiv Tsvietinskyi (Trompete) und Caleb Buchanan (Gitarre und Effekte) bei.
Die Kompositionen stammen von Alden Hellmuth. Satellite (K) basiert auf der Komposition Satellite von John Coltrane.

Das Album würde die bereits auf dem ersten Album angedeutete Verschmelzung von Jazz, Punk und freier Improvisation untermauern, meint Matthieu Jouan (Citizen Jazz). Der Titel des Albums sei bildhaft: Ganz gleich, wie viel Spannung oder Chaos sich die Band auch gönne – ein unsichtbarer Faden – die Leine – verbinde die Musiker mit dem Kern des Ganzen. Hellmuth würde sich zu einer Verbindung mit großen Persönlichkeiten der Avantgarde und der Freiheit bekennen wie Anthony Braxton hinsichtlich der Erforschung von Texturen, John Coltrane hinsichtlich der spirituellen Intensität und der kollektiven Energie sowie Ornette Coleman in seiner Art, schriftliche Komposition und ungezügelte Improvisation miteinander in Einklang zu bringen. Der Titel „Satellite (K)“ bekenne sich übrigens offen zu dieser Verbindung; er basiere auf einer Originalkomposition Coltranes [von der LP Coltrane’s Sound von 1964]. Das Album würde zudem einen charakteristischen Aspekt aufweisen: eine rohe und direkte Energie, ein Erbe des Punk. Am deutlichsten komme dies im Titel „Face The Wall“ zum Ausdruck. Diese Vermischung verleihe dem Album einen rauen Charakter und hebe es deutlich von den eher gedämpften Jazz-Produktionen ab, die junge, aufstrebende Musiker oft anbieten. „Nichts hier strebt nach Beruhigung, das Material ist kantig, nervös, scharf geschnitten.“
Die auffälligste Entscheidung bei Tether sei eher struktureller als stilistischer Natur, so Jouan weiter. Hellmuth würde ihr Quartett um zwei Bassisten herum aufbauen: Logan Kane und Miller Wrenn. Diese dichte, tiefe und inspirierte klangliche Grundlage ermögliche es der Altsaxophonistin, sich umso freier zu entfalten. Das Schlagzeugspiel von Justin Brown straffe diese Grundlage eher, anstatt sie aufzulockern. Sein Spiel, das sich zwischen Post-Bop, Funk und experimenteller Musik bewege, sei flink und reaktionsschnell – perfekt für diese Art von Musik. Zu dieser akustischen Grundlage würde eine entscheidende Zutat hinzukommen: die Beiträge von Haana Lee im Bereich Sounddesign und Effekte. Weit entfernt von einer oberflächlichen elektronischen Aufmachung durchdringe ihre Arbeit die Textur der Stücke selbst, ohne jemals die Spannung zu mindern, und verleihe der Musik einen „besessenen“ Charakter.
Tether würde Hellmuths klaren Linien, verschwommenen Klänge und ihren inneren melodischen Fluss mit einer Kernband untermalen, die den dröhnenden Unterton zweier Kontrabässe mit dem rhythmischen Gespür des Schlagzeugers Justin Brown verbinde, schrieb Mike Hobart in Jazzwise. In dieser Phase ihrer Karriere wäre ein ganzes Set im Rampenlicht noch etwas zu viel des Guten. Doch der versierte Pianist Paul Cornish und der erfahrene Trompeter Yakiv Tsvietskyi würden dem Ganzen Kraft verleihen und die Last erleichtern. Und dank Gästen, die mit Elektronik, Gesang und Spezialeffekten die Textur und Stimmung abrunden, bleibe das Album durchweg spannend.