

Teunis Zaaijer, auch: Teunis Zaayer, (* 15. November 1837 in Dirksland; † 23. Dezember 1902 in Leiden) war ein niederländischer Mediziner.
Zaayer war der Sohn des Bürgermeisters Pieter Zaayer (* 31. Mai 1813 in Dirksland; † 2. Februar 1896 ebenda) und dessen Frau Jannetje Lodder (* 28. September 1814 in Ouddorp; † 22. März 1900 ebenda). Er hatte die Dorfschule seines Heimatortes besucht, dann das Internat Drimmelen und später in Geertruidenberg. Nachdem er eine Ausbildung als Geodät absolviert hatte, immatrikulierte er sich am 1. Oktober 1856 an der Universität Leiden, um ein Studium der Medizin zu absolvieren. Am 30. Mai 1862 promovierte er mit dem Thema Beschrijving van twee vrouwenbekkens uit den Oost-Indischen Archipel (frei Deutsch übersetzt: Beschreibung von zwei Frauenbecken aus dem Ost-Indischen Archipel) zum Doktor der Medizin. Am 10. September erwarb er den Doktorgrad der Frauenheilkunde (art. obst.) und am 9. Oktober den Doktor der Chirurgie. Hieraufhin begab er sich nach Berlin, wo er den Vorlesungen von Rudolf Virchow, Albrecht von Graefe, Bernhard von Langenbeck und Ludwig Traube verfolgte.
Im Januar 1863 musste er seine Studien abbrechen, da er zum zweiten Prosektor der Anatomie am anatomischen Kabinett in Leiden berufen wurde, welche Aufgabe er unter Hidde Halbertsma Justuszoon am 1. Februar antrat. Im Sommer 1864 absolvierte er eine weitere Bildungsreise. Diese führte ihn nach Wien, wo er Josef Hyrtl und Ernst Wilhelm von Brücke kennenlernte. Über Prag reiste er nach Leipzig zu Eduard Friedrich Weber, hatte Hermann Welcker in Halle (Saale) und Jacob Henle in Göttingen kennengelernt. Zurückgekehrt in seine Heimat erhielt er Angebote von der Universität Utrecht und der Universität Groningen, die er jedoch ablehnte. Da er Halbertsma lange Zeit vertreten hatte, ernannte man ihn nach dessen Tod am 20. Januar 1866 zum außerordentlichen Professor der Anatomie, welche Aufgabe er am 10. März 1866 mit der Antrittsrede Het gewicht eener doelmatige ontleedkundige techniek (frei Deutsch übersetzt: Das Gewicht einer wirksamen chirurgischen Technik) übernahm.
Am 30. Dezember 1870 wurde er ordentlicher Professor der Anatomie und der praktisch gerichtlichen Medizin. Als Leidener Hochschullehrer beteiligte er sich auch an den organisatorischen Aufgaben der Leidener Hochschule und war 1880/81 Rektor der Alma Mater. Diese Aufgabe legte er mit der Rede Geneeskunde en Maatschappij (frei Deutsch übersetzt: Medizin und Gesellschaft) nieder. Am 28. Februar 1888 wurde er von seiner Professur der gerichtlichen Medizin entbunden, die er am 13. Mai 1901 wieder übernahm. 1881 wurde er Mitglied des Gemeinderates in Leiden und Kurator des Gymnasiums in Leiden, deren Präsident er später war. Am 4. Mai 1874 nahm ihn die Königlich Niederländische Akademie der Wissenschaften in Amsterdam als Mitglied auf und er wurde im Augustus 1892 Ritter des Ordens vom niederländischen Löwen.
Am 22. April 1870 heiratete er in Leiden Johanna Petronella Jacoba Scholten (* 13. November 1846; † 8. April 1928 ebenda), die Tochter des Theologieprofessors Johannes Henricus Scholten. Aus der Ehe stammen fünf Kinder. Von diesen kennt man:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Zaaijer, Teunis |
| ALTERNATIVNAMEN | Zaayer, Teunis |
| KURZBESCHREIBUNG | niederländischer Mediziner |
| GEBURTSDATUM | 15. November 1837 |
| GEBURTSORT | Dirksland |
| STERBEDATUM | 23. Dezember 1902 |
| STERBEORT | Leiden |