Ihr Verbreitungsgebiet umfasst alle offenen Lebensräume einschließlich Wüsten und Halbwüsten, mit Büschen oder Gras bewachsene Flächen, gerne in der Nähe von Mangroven oder Sümpfen bis hinauf in unteres Hochland.
Gelege der Texasnachtschwalbe
Beschreibung
Die Texasnachtschwalbe ist 19–23cm groß; das Männchen wiegt 34–62g, das Weibchen 34–64g. Die Texasnachtschwalbe ist der Falkennachtschwalbe sehr ähnlich:
Das Gefieder ist dunkelbraun oder graubraun. Die Kehle ist beim Weibchen gelblichbraun, beim Männchen weiß, das auch noch eine weiße Schwanzbinde hat. Jungvögel sind blasser, die Kehle noch weniger gefärbt. Unterscheidungsmerkmal ist die mehr in Richtung Flügelspitze im Fluge zu sehende blasse Flügelbinde (beim Männchen weiß, beim Weibchen gelbbraun). In Ruheposition, meist längs auf niedrigen Ästen, gerne Mangroven, reichen die Flügelspitzen bis zu den Schwanzspitzen.
Stimme
Der Ruf des Männchens wird als gleichmäßiges Trillern oder langsames Schnurren beschrieben, froschähnlich meckernd oder weinerlich.
Geografische Variation
Es werden folgende Unterarten anerkannt:
C. a. texensisLawrence, 1856 – Südwesten der USA bis Mexiko, überwintert in Kolumbien
C. a. micromerisOberholser, 1914 – Nördliche Yucatán-Halbinsel, Südosten Mexikos
C. a. littoralisBrodkorb, 1940 – Süden Mexikos, Costa Rica bis Panama
C. a. acutipennis (Hermann, 1783), Nominatform – Kolumbien, Venezuela, Trinidad und Tobago, in den Guyanas, Brasilien, Nordbolivien bis Paraguay
Die Brutzeit liegt in den USA zwischen Ende April und August, in Mexiko von Mai bis August, in El Salvador möglicherweise von Ende April bis Juli und in Costa Rica von März bis Juli.
Etymologie und Forschungsgeschichte
Die Erstbeschreibung der Texasnachtschwalbe erfolgte 1783 durch Johann Hermann unter dem wissenschaftlichen NamenCaprimulgus acutipennis. Das Typusexemplar ordnete er Cayenne zu. 1832 führte William Swainson die für die Wissenschaft neue Gattung Chordeiles für die Falkennachtschwalbe (Chordeiles minor (Forster, 1771)) (Syn.Caprimulgus virginianusGmelin, JF, 1789) ein. Dieser Name leitet sich von »chordē χορδη«für »Sehne, Saite« und »deilē δειλη«für »Abend« ab. Der Artnameacutipennis ist ein Wortgebilde aus lateinischacutus, acuere‚scharfspitzig, auf einen Punkt zuspitzen‘ und lateinisch-pennis, penna‚-flügelig, Feder‘. Aequatorialis bezieht sich auf Ecuador. Micromeris leitet sich aus »micros μικρος«für »klein« und »meris μερις«für »Teil« ab. Das Wort littoralis hat seinen Ursprung in lateinischlitus, litoris‚Ufer, Strand‘, crissalis in lateinischcrissum, crissare‚Kloake, Steiß, kopolieren‘ und exilis in lateinischexilis‚klein, schlank, dünn‘.
Gefährdungssituation
Die Texasnachtschwalbe gilt als „nicht gefährdet“ (least concern).
Literatur
Pierce Brodkorb:New Birds from Southern Mexico. In: The Auk. Band57, Nr.4, 1940, S.542–549 (englisch, unm.edu[PDF; 420kB]).
Frank Michler Chapman:Descriptions of proposed new birds from Panama, Venezuela, Ecuador, Peru and Bolivia. In: American Museum novitates. Nr.67, 1923, S.1–12 (amnh.org[PDF; 1,3MB]).
Johann Hermann:Tabula affinitatum animalium olim academico specimine edita nunc uberiore commentario illustrata cum annotationibus ad historiam naturalem animalium augendam facientibus. Impensis Joh. Georgii Treuttel, Bibliopolae, Straßburg (Straßburg) 1783 (biodiversitylibrary.org).
George Newbold Lawrence:Description of a New Species of the Genera Chordeiles, Swainson, and Polioptila, Sclater. In: Annals of the Lyceum of Natural History of New York. Band6, 1852, S.165–169 (biodiversitylibrary.org– 1856).
René Primevère Lesson:Oiseaux inédits. In: Revue Zoologique par La Société Cuvierienne. Band2, 1839, S.43–45 (biodiversitylibrary.org).
Alden Holmes Miller:A new race of nighthawk from the upper Magdalena Valley of Colombia. In: Proceedings of the Biological Society of Washington. Band72, 1959, S.155–157 (biodiversitylibrary.org).
Harry Church Oberholser:A Monograph of the Genus Chordeiles Swainson, Type of a New Family of Goatsuckers. In: Bulletin - United States National Museum.Nr.86, 1914, S.1–120 (biodiversitylibrary.org).
William Swainson, John Richardson:Fauna boreali-americana, or, The zoology of the northern parts of British America: containing descriptions of the objects of natural history collected on the late northern land expeditions, under command of Captain Sir John Franklin, R.N. (=Vögel. Band2). John Murray, London 1831 (biodiversitylibrary.org).