| Thalia Bücher GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1919 |
| Sitz | Hagen |
| Leitung | Ingo Kretzschmar (Vors.), Roland Kölbl, Claudio DI Vincenzo, Dennis Book, Alexa Deters, Marco Rebohm |
| Mitarbeiterzahl | Rund 7.000 (2025) |
| Umsatz | 2,2 Mrd. Euro (GJ 2024/2025) |
| Branche | Buchhandel |
| Website | thalia.de |




Die Thalia Bücher GmbH [] (bis Oktober 2015: Thalia Holding GmbH) mit Sitz in Hagen ist ein Buchhandels- und Serviceunternehmen. Thalia betreibt mit indirekten Beteiligungen über 340 Buchhandlungen in Deutschland und Österreich sowie mehr als 30 Buchhandlungen in der Schweiz. Gemessen am Umsatz gilt die Thalia-Gruppe als Marktführer im Sortimentsbuchhandel im deutschsprachigen Raum.
Thalia wurde 1919 im Haus des Hamburger Thalia Theaters gegründet; 1997 hatte das Unternehmen 12 Filialen in Hamburg. Am 20. März 1997 eröffnete es eine Filiale in Bremen. 2001 gaben Thalia und die zur Douglas Holding gehörende Buchhandelsgruppe Phönix-Montanus ihren Zusammenschluss bekannt. Die Gruppe firmierte unter dem einheitlichen Markennamen Thalia. Seit September 2005 firmieren die österreichischen Thalia-Erwerbungen unter Thalia.at und die schweizerische Jäggi-Gruppe unter Thalia.ch. Anfang 2006 hatte Thalia als Marktführer im deutschsprachigen Raum einen Marktanteil von knapp sieben Prozent. Nach der Vereinigung der Hugendubel-Buchhäuser mit den über 350 Verkaufsstellen der Verlagsgruppe Weltbild fiel Thalia auf den zweiten Platz hinter den dadurch neugebildeten Buchhandelskonzern DBH zurück.
Im Rahmen der 50. IFA stellte Thalia den E-Book-Reader OYO vor, das im Herbst 2010 und damit früher als das Konkurrenzgerät von Amazon (Kindle) in den deutschen Handel kam. Einen Marktplatz für Direktveröffentlichungen bot Thalia am 21. April 2011 aber noch nicht an. Ab Ende November 2012 war mit dem E-Book-Reader Odyssey HD FrontLight von Bookeen ein Konkurrenzprodukt zu Amazons Kindle Paperwhite im Angebot. Im März 2013 hat Thalia gemeinsam mit Partnern der Buchhandelsbranche und der Deutschen Telekom als Technikpartner die Marke Tolino gelauncht und seither zahlreiche E-Reader herausgebracht.
Die Gesellschafter der Thalia Holding GmbH waren bis 2012 die Könnecke-Beteiligungs-GmbH (25 %) und die Buch & Medien GmbH (75 %). Letztere befand sich zu 100 % im Eigentum der Douglas Holding. Gesellschafter der Könnecke-Beteiligungs-GmbH sind Mitglieder der Familie Könnecke, die 1931 das Unternehmen Thalia erworben hatte. Bis Ende 2012 gehörte Thalia komplett zur Douglas Holding. Im selben Jahr stieg der US-Finanzinvestor Advent in den Konzern ein und die Douglas-Gründerfamilie Kreke blieb mit 20 Prozent am Unternehmen beteiligt. Seit Juli 2016, nach Abschluss umfangreicher Sanierungsmaßnahmen, ist ein Konsortium um die Verlegerfamilie Herder, den Unternehmer Leif Erik Göritz und den geschäftsführenden Gesellschafter von Thalia, Michael Busch, im Besitz des Großteils der Thalia-Gruppe; die Douglas-Gründerfamilie Kreke hält weiterhin eine Minderheitsbeteiligung.
Die Gesellschafterversammlung der Thalia Holding GmbH vom 6. Oktober 2015 beschloss die Umfirmierung in Thalia Bücher GmbH.
Im Jahr 2019 beschäftigte das Unternehmen nach dem Zusammenschluss mit Mayersche insgesamt rund 6.000 Mitarbeiter. Im August 2019 feierte Thalia sein 100-jähriges Jubiläum; zum Abschluss des Jubiläumsjahres fand im November 2019 eine Gala in Hamburg statt.
Thalia betreibt zusätzlich einen gleichnamigen Online-Shop sowie eine eigenentwickelte mobile App.
Am 21. Februar 2025 kündigte das Unternehmen an, seinen Firmensitz bis 2028 von Hagen nach Dortmund zu verlegen.

Seit 2009 ist Thalia exklusiver Buchpartner des größten internationalen Literaturfestivals lit.Cologne und seit 2017 auch Partner der lit.Ruhr. Außerdem ist das Unternehmen seit 2018 im Stifterrat der Stiftung Lesen. Mit mehr als 5000 Veranstaltungen im Jahr ist das Unternehmen einer der größten Lese- und Literaturförderer in Deutschland. Auch lokal engagiert sich Thalia für die Leseförderung und kooperiert mit öffentlichen Institutionen.
Die zentrale Einkaufsmacht von Großanbietern wie Thalia gilt zunehmend als geeignet, die Vertriebskonditionen der Verlage zu beeinflussen, wodurch besonders kleinere Verlage unter Druck geraten könnten. 2006 wurde Thalia für den Vorschlag kritisiert, die Verlage mögen sich finanziell am Ausbau und der Einrichtung neuer Firmenfilialen beteiligen. Mehr als ein Jahrzehnt später sind solche Aufforderungen weiterhin Teil der Verlagspolitik. Ein weiterer Kritikpunkt waren Versuche Thalias – durch Angriffe auf die Buchpreisbindung –, inhabergeführte Buchhandlungen aus dem Markt zu drängen. Widerstand gab es ab 2007 gegen die Pläne der Thalia-Gruppe zur Eröffnung einer Großfiliale im denkmalgeschützten Metropol-Kino in Bonn, was durch ein Bürgerbegehren mit 16.000 Unterschriften im Rahmen der Initiative Rettet das Metropol verhindert werden sollte. Allerdings blieben die Proteste erfolglos und die umstrittene Thalia-Filiale wurde nach Restaurierungsarbeiten im Herbst 2010 eröffnet. Ebenfalls im Jahr 2010 wurde Thalia Österreich beschuldigt, einen lokalen Verlagsbuchhändler durch Androhung der Einstellung bestehender Lieferantenbeziehungen zum Verkauf zwingen zu wollen.
Im Jahr 2017 verschickte Thalia Rechnungen für eine Werbekostenzuschuss-Pauschale an rund 1000 Verlage. Thalia verweist auf das zukünftige Entwicklungspotenzial und die „langfristige Sicherung unserer Geschäftsbeziehungen“, mit dem Ziel, die bei Thalia angebotenen Produkte der Lieferanten reichweitenstark zum Kunden zu bringen. Nach verschiedenen Enthüllungen im Börsenblatt über die Praktiken wird dem Unternehmen „die Methodik der Schutzgelderpresser“ vorgeworfen.
Eine Kooperation mit der China National Publication Import & Export Cooperation (CNPIEC) brachte Thalia 2020 eine kritische Berichterstattung ein. In drei Filialen testete Thalia eine gemeinsame Buchauswahl mit dem chinesischen Handelsunternehmen aufgrund eines behaupteten wachsenden Interesses an chinesischen Autoren. Die SPD-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der Deutsch-Chinesischen Parlamentariergruppe Dagmar Schmidt kritisierte die Kooperation und sprach sich für eine Debatte darüber aus, ob „Meinungen […], die aus einer Diktatur stammen“, als gleichwertig betrachtet werden dürfen.
Anfang 2021 kündigte Thalia dem langjährigen Betriebsratsvorsitzenden nach Umstrukturierungen; ab Mai 2021 verhandelte das Arbeitsgericht Berlin die Kündigungsschutzklage. Im selben Jahr verließ Thalia die Tarifbindung.