The Counselor

Film
Titel The Counselor
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2013
Länge Kinofassung: 117 Minuten Extended Cut: 138 Minuten
Altersfreigabe FSK/JMK 16
Stab
Regie Ridley Scott
Drehbuch Cormac McCarthy
Produktion
Musik Daniel Pemberton
Kamera Dariusz Wolski
Schnitt Pietro Scalia
Besetzung

The Counselor ist ein US-amerikanischer Thriller aus dem Jahre 2013 unter der Regie von Ridley Scott. Das Original-Drehbuch stammt von Cormac McCarthy.

Handlung

In Mexiko wird Kokain in Fässern verpackt, in einem Abwasserwagen versteckt und über die Grenze in die Vereinigten Staaten gefahren, wo es in einer Kläranlage gelagert wird.

Ein Anwalt aus Texas, der nur als „der Berater“ bekannt ist, reist nach Amsterdam, um sich mit einem Diamantenhändler zu treffen und einen Verlobungsring für seine Freundin Laura zu kaufen. Zurück in den USA besucht der Berater eine Party in Texas, die der Drogendealer Reiner und seine Freundin Malkina geben. Er bespricht mit Reiner einen bevorstehenden Drogendeal, an dem er beteiligt sein wird – seinen ersten. Das Gespräch endet damit, dass Reiner ein Gerät namens „Bolito“ beschreibt, das, nachdem es um den Hals gelegt wurde, sich selbst zuschnürt und das Opfer enthauptet. Anschließend macht der Berater Laura beim Abendessen einen Heiratsantrag, den sie annimmt.

Der Berater trifft sich mit Westray, einem Geschäftspartner Reiners, um seine Investition für das Drogengeschäft zu übergeben. Westray informiert den Berater über die Rendite von 4000 %, warnt ihn aber gleichzeitig davor, sich darauf einzulassen, da mexikanische Kartelle skrupellos seien. Trotzdem gibt sich der Berater nach außen hin zuversichtlich und unbesorgt. Im Anschluss an das Gespräch mit Westray besucht er eine Gefängnisinsassin namens Ruth, eine ihm vom Gericht zugewiesene Mandantin, die wegen Mordes vor Gericht steht. Ruth erklärt, ihr Sohn sei Motorradfahrer, kürzlich wegen Geschwindigkeitsübertretung verhaftet worden und könne die Kaution nicht aufbringen. Sie bittet den Berater um Hilfe, und dieser erklärt sich bereit, Ruths Sohn aus Gefälligkeit freizukaufen.

Malkina wittert ihre Chance, den bevorstehenden Deal des Beraters zu sabotieren und sich selbst zu bereichern. Zu diesem Zweck heuert sie den Drahtzieher an, um die Drogen zu stehlen. Nachdem er herausgefunden hat, dass der Biker für die Kartelle arbeitet und plant, einen LKW mit einer Drogenlieferung abzuholen, setzt der Drahtzieher seinen Plan in die Tat um: Er enthauptet den Biker mit einem Draht, den er über eine einsame Wüstenstraße spannt, um das benötigte Startteil zu stehlen. Mit dem Teil in seinem Besitz stiehlt der Drahtzieher den LKW mit dem Kokain.

Als Westray von dem Diebstahl erfährt, trifft er sich mit dem Berater, um ihm die wahre Identität des Bikers zu offenbaren: ein hochrangiges Mitglied des Drogenkartells, bekannt als „die Grüne Hornisse“. Er erklärt, dass der Biker nun tot ist und auch das Kokain gestohlen wurde, wodurch der Berater in den Augen des Kartells schuldig ist. Westray kündigt an, die Stadt sofort zu verlassen und rät dem Berater, es ihm gleichzutun. Er erklärt, dass die Skrupellosigkeit des Kartells sogar darin besteht, sogenannte „Snuff-Filme“ zu produzieren, in denen die Entführung von Opfern gefilmt wird, während diese enthauptet werden. Der Berater ruft Laura dringend an und verabredet sich mit ihr in einem anderen Bundesstaat, um ihr die Situation zu erklären.

Während des Drogentransports wird der Drahtzieher von zwei Kartellmitgliedern angehalten, die sich als Polizisten ausgeben. Es kommt zu einer Schießerei, bei der der Drahtzieher, sein Komplize, eines der Kartellmitglieder und ein unbeteiligter Passant ums Leben kommen. Das überlebende Kartellmitglied beschlagnahmt den LKW mit den Drogen und liefert ihn an seinen Bestimmungsort. Reiner wird bei dem Versuch, ihn festzunehmen, versehentlich von Kartellmitgliedern getötet. Anschließend entführt das Kartell Laura.

In einem letzten verzweifelten Versuch kontaktiert der Berater Jefe, ein hochrangiges Kartellmitglied, um Rat für sein weiteres Vorgehen zu erhalten und ihn zu bitten, Lauras Leben zu verschonen. Jefe beginnt, pseudophilosophisch und spöttisch zu sprechen und zitiert dabei Leben und Gedichte von Antonio Machado, um seinen Rat zu untermauern. Düster und bissig rät Jefe dem Berater, sich seinem Schicksal zu ergeben, das er durch seine längst getroffenen Entscheidungen selbst herbeigeführt hat, und dass es trotz der Bereitschaft des Beraters, sein Leben für Lauras zu opfern, zu spät sei.

Der Berater bleibt besiegt und in Trauer in Mexiko zurück. Ein Päckchen wird unter seiner Hotelzimmertür hindurchgeschoben, und darin findet er eine DVD mit der Aufschrift „Hola!“. Ihm wird klar, dass die DVD wahrscheinlich einen von dem Kartell geschickten Snuff-Film von Laura enthält, und er bricht zusammen. An einem unbekannten Ort wird Lauras enthauptete Leiche auf einer Mülldeponie entsorgt.

Malkinas gescheiterter Versuch, die Drogen zu stehlen, hält sie nicht auf. Sie spürt Westray in London auf, wo sie eine Frau anheuert, die ihn verführen und seine Bankcodes stehlen soll. Anschließend lässt sie Komplizen Westrays Laptop stehlen, und er wird mit dem „Bolito“-Gerät getötet, das Reiner zuvor beschrieben hatte. Malkina trifft sich daraufhin mit ihrem Banker Michael in einem Restaurant und erklärt ihm kühl, wie ihre Gewinne und Konten verwaltet werden sollen, und dass sie plant, nach Hongkong zu ziehen.

Hintergrund

Am 18. Januar 2012 wurde bekannt, dass Cormac McCarthy ein Drehbuch mit dem Titel The Counselor an die Produzenten Nick Wechsler, Paula Mae und Steve Schwartz, welche zuvor die Filmadaption von McCarthy’s Roman The Road produziert hatten, verkauft habe. Am 31. Januar wurde veröffentlicht, dass Ridley Scott wahrscheinlich bei dem Film die Regie übernehmen werde. Dies wurde am 9. Februar bestätigt.

Die Dreharbeiten zum Film begannen am 27. Juli 2012 in London und fanden außerdem in Spanien und in den USA statt. Am 20. August 2012 unterbrach Scott die Produktion aufgrund des überraschenden Todes seines Bruders Tony. Die Dreharbeiten wurden danach am 3. September fortgesetzt.

Der Film spielte weltweit (Stand 21. Februar 2018) über 71 Millionen US-Dollar ein.

Jefe vergleicht die Situation des Councelors mit der des spanischen Dichters Antonio Machado, der seine Ehefrau durch Tuberkulose verlor und alles dafür getan hätte, sie zu retten. Anschließend zitiert er eine Zeile aus dessen Gedichtband Campos de Castilla.

Synchronisation

Die deutsche Synchronbearbeitung wurde im Jahr 2013 von der Synchronfirma RC Production erstellt. Dialogregie führte Frank Schaf.

Rolle Darsteller Synchronsprecher
The Counselor Michael Fassbender Norman Matt
Laura Penélope Cruz Claudia Lössl
Malkina Cameron Diaz Katrin Fröhlich
Reiner Javier Bardem Carlos Lobo
Westray Brad Pitt Tobias Meister
Diamantenhändler Bruno Ganz Bruno Ganz

Filmmusik

Der Soundtrack zum Film wurde von Daniel Pemberton komponiert. Pemberton nahm den Score mit einem vollständigen Orchester bei den Abbey Road Studios auf. Pemberton äußerte sich bei einem Interview folgend: „Ridley reagiert ungewöhnlich gut auf die interessanten, teils ungewöhnlichen Geräusche im Score“. Ein Album mit dem zugehörigen Soundtrack wurde am 22. Oktober 2013 unter Milian Records veröffentlicht.

Kritiken

Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) 33 %
Metacritic (Metascore) 48/100

Der Film erhielt gemischte bis negative Kritiken. Bei Rotten Tomatoes erreichte der Film lediglich bei 34 Prozent der 207 Rezensenten eine positive Bewertung.

„‚The Counselor‘ ist ein Thriller, bei dem Gier und Angst entscheidende Faktoren bei der Entscheidungsfindung sind. Es sind Entscheidungen für den Erhalt eines ausschweifenden Lebensstandards, für die mögliche Sprengung von moralischen Grenzen und den Rattenschwanz an Konsequenzen, wenn schließlich alles den Bach runtergeht. ‚Gier ist gut‘ postulierte seinerzeit Michael Douglas als Gordon Gekko in „Wall Street“. Nicht so in „The Counselor“, da Gier die treibende Kraft des unausweichlichen Verderbens ist. Die Zeiten haben sich geändert. Allerdings verläuft diese spannende Geschichte wie ein 400 m Hürdenlauf, denn die philosophischen Einschübe aus der Feder von Spitzenautor Cormac McCarthy (welche „No Country for Old Men“ noch gut abgerundet haben) vermag der Film immer nur ganz knapp dank Ridley Scotts („Prometheus – Dunkle Zeichen“) überzeugender Thriller-Regie zu überwinden.“

– Lars Bieker: Filmfutter.com

„‚The Counselor‘ ist als filmische Erfahrung nicht ohne Unterhaltungswert. Und doch wird man das Gefühl nicht los, McCarthys Geschichte des Anwalts, dessen Karriere als Verbrecher endet, noch bevor sie begonnen hat, habe ihr wahres Zuhause auf den Seiten eines Romans. Ein Großteil des hervorragenden Casts versteht es zwar, sich die hoch stilisierte Sprache des Autors zu Eigen zu machen, bezüglich der Inszenierung von Ridley Scott lässt sich dies allerdings nicht hundertprozentig sagen. Auch wenn sie zweifellos hübsch anzusehen ist.“

– Thomas Zimmer: Serienjunkies.de

„Der Thriller nach dem ersten Kino-Drehbuch des Schriftstellers Cormac McCarthy legt mit coolen Dialogen, markanten Charakteren und eiskalten Morden eine Spur in ein zynisches Labyrinth, das sich als Sackgasse entpuppt.“

– Bianka Piringer: Spielfilm.de

„Das erste Original-Kinodrehbuch des Schriftstellers Cormac McCarthy dient als Grundlage für einen der konsequentesten „Film noir“, dessen existenzieller Pessimismus vornehmlich in langen, sarkastischen Dialogen zum Ausdruck kommt. Die Handlung erschließt sich nur allmählich in einem Irrgarten voller fatalistischer Konsequenzen und dann oft so hoffnungslos, dass man sich als Zuschauer zum Schluss am liebsten der Illusion hingeben möchte, das Ganze sei nur ein Albtraum gewesen.“

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ Freigabebescheinigung für The Counselor. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK-Nummer: 141189-b/V; abgerufen am 17. April 2026).
  2. ↑ Alterskennzeichnung für The Counselor. Jugendmedien­kommission.
  3. ↑ The Counselor. In: Box Office Mojo. Abgerufen am 5. Januar 2014.
  4. ↑ The Counselor. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 5. Januar 2014.
  5. ↑ The Counselor. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 25. November 2024 (englisch, aggregiert aus 218 Kritiken).
  6. ↑ The Counselor. In: Metacritic. Abgerufen am 3. Februar 2026 (englisch, aggregiert aus 42 Kritiken).
  7. ↑ The Counselor. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 10. Juni 2019 (englisch).
  8. ↑ Lars Bieker: The Counselor. In: Filmfutter.com. Abgerufen am 1. Dezember 2013.
  9. ↑ Thomas Zimmer: The Counselor. In: Serienjunkies.de. 26. November 2013, abgerufen am 10. Juni 2019.
  10. ↑ Bianka Piringer: The Counselor. In: Spielfilm.de. Abgerufen am 5. Dezember 2013.
  11. ↑ The Counselor. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 5. Dezember 2013.