| The Stamp-Collector's Magazine | |
|---|---|
| Beschreibung | britische philatelistische Fachzeitschrift |
| Fachgebiet | Philatelie, Postgeschichte, Philatelistische Literatur |
| Sprache | Englisch |
| Verlag | Stafford Smith & Smith; E. Marlborough & Co. (Vereinigtes Königreich) |
| Hauptsitz | Bath; London |
| Erstausgabe | 1. Februar 1863 |
| Einstellung | Dezember 1874 |
| Erscheinungsweise | monatlich |
| Chefredakteur | Charles William Viner (1863–1866); George Overy Taylor (1867–1874) |
The Stamp-Collector's Magazine war eine englischsprachige philatelistische Fachzeitschrift, die von 1863 bis 1874 im Vereinigten Königreich erschien. Sie umfasste zwölf Jahrgangsbände und gehört zu den frühesten ausschließlich dem Briefmarkensammeln gewidmeten Periodika. Als Redakteure wirkten zunächst Charles William Viner und ab 1867 George Overy Taylor.
Die erste Ausgabe erschien am 1. Februar 1863 in Bath. Die Zeitschrift entstand damit in der Frühphase der Philatelie, in der neben den ersten Briefmarkenkatalogen auch die ersten spezialisierten Sammlerzeitschriften gegründet wurden. Bereits im Dezember 1862 war in Liverpool The Monthly Advertiser, später The Stamp Collectors’ Review and Monthly Advertiser, erschienen; The Stamp-Collector's Magazine folgte wenige Wochen später und entwickelte sich zu einem der langlebigeren frühen britischen Fachblätter.
Die ersten Bände wurden von Stafford Smith & Smith in Bath verlegt. Die erhaltenen Jahrgänge nennen daneben E. Marlborough & Co. in London; die vollständige Folge umfasst die Bände 1 bis 12 für die Jahre 1863 bis 1874. Die Verlagseinbände waren teilweise in grünem oder blauem Stoff mit vergoldetem Titel und einem ornamentalen Mittelfeld gestaltet, in das eine echte Briefmarke eingeklebt wurde.

Viner war seit der Gründung der Zeitschrift deren Redakteur und leitete sie bis Ende 1866. Er gehörte zu den frühen britischen Philatelisten und später zu den Gründungsmitgliedern der Philatelic Society, London. Nach seinem Wechsel zur Redaktion von The Philatelist übernahm George Overy Taylor The Stamp-Collector's Magazine und führte sie bis zur Einstellung 1874 weiter.
Von der ersten Nummer wurde noch 1863 ein Nachdruck hergestellt. Der Philatelist Edward Denny Bacon beschrieb später typografische Merkmale, anhand derer sich Original und Nachdruck unterscheiden lassen. So wurde unter anderem ein Druckfehler in einer Anzeige der Originalausgabe im Nachdruck berichtigt. Nach Bacons Untersuchung entstand der Nachdruck wahrscheinlich im August 1863.
The Stamp-Collector's Magazine verband Nachrichten über neu erschienene Briefmarken mit Fachartikeln, postgeschichtlichen Untersuchungen, Besprechungen philatelistischer Literatur, Beiträgen zu einzelnen Ausgaben sowie Korrespondenz mit Sammlern. Bereits der erste Band enthielt Rubriken wie Postal Chitchat, Newly-Issued Stamps, Reviews of Postal Publications und Answers to Correspondents. Daneben erschienen ausführlichere Beiträge beispielsweise über die frühen Briefmarken von New South Wales sowie Ergänzungen zum Katalog von Mount Brown.
Zu den regelmäßigen Autorinnen gehörte Adelaide Lucy Fenton, eine der frühesten bedeutenden Philatelistinnen. Ihr erster Beitrag für die Zeitschrift war der im Dezember 1863 veröffentlichte Leserbrief The Bahamas Stamp – Yams versus Shells; im Juni 1864 folgte ihr erster längerer Artikel The Morality of Postage Stamps. Fenton schrieb auch unter mehreren Pseudonymen, darunter Herbert Camoens, Fentonia und SJV. Ihre von ihr selbst annotierten Exemplare von The Stamp-Collector's Magazine und The Philatelist gelangten 1909 in die Sammlungen der Royal Philatelic Society London.
Die Zeitschrift veröffentlichte neben Nachrichten über neue Ausgaben auch frühe Forschungsbeiträge zu Briefmarkenfälschungen, Papier, Wasserzeichen, Druckmerkmalen und verschiedenen Briefmarkenarten. Sie stand dabei in engem Austausch mit anderen frühen philatelistischen Publikationen. In ihren Ausgaben wurden beispielsweise Veröffentlichungen von Jean-Baptiste Moens und dessen belgischer Zeitschrift Le Timbre-Poste diskutiert.
Der britische Philatelist und Fachautor Fred J. Melville bezeichnete The Stamp-Collector's Magazine rückblickend als eine der prägenden frühen Zeitschriften der Philatelie. Nach seiner Einschätzung trug ihre zwölfjährige Erscheinungszeit wesentlich dazu bei, gesicherte und präzise Kenntnisse über die frühen Briefmarkenausgaben zusammenzutragen. Gemeinsam mit dem seit 1863 in Brüssel erscheinenden Le Timbre-Poste nahm sie damit einen wichtigen Platz in der frühen Entwicklung der philatelistischen Fachliteratur ein.
Die Zeitschrift dokumentiert zugleich die Herausbildung der Philatelie von einem zunächst verbreiteten Sammelhobby zu einem stärker systematisierten Forschungs- und Sammelgebiet. Ihre zwölf Jahrgänge gehören heute selbst zum Sammelgebiet der philatelistischen Literatur.
Die Smithsonian Libraries and Archives stellen sämtliche zwölf Bände von 1863 bis 1874 frei als Digitalisate zur Verfügung.