| The StoryGraph | |
| Lese- und Buchrezensions-Plattform | |
| Sprachen | Englisch |
|---|---|
| Entwickler und leitender Geschäftsführer | Nadia Odunayo |
| Online | seit 2019 |
| (aktualisiert 21. Okt. 2026) | |
| https://thestorygraph.com | |
The StoryGraph ist eine englischsprachige, werbefreie, digitale Lese- und Buchrezensions-Plattform, die im Jahr 2019 online ging und häufig als Alternative zu dem von Amazon 2013 übernommenen Goodreads gesehen wird. Nutzer können ihre Lektüre organisieren und archivieren, sich Empfehlungen geben lassen, mit Lesepartnern teilen, neue Lesepartner oder Buchclubs vorgeschlagen bekommen und in Wettbewerb mit sich oder anderen treten.
2025 erhielt die App einen IOS-App-Store Award der Firma Apple. Ende Januar 2026 hatte die alternative Plattform fünf Millionen Nutzer.
The StoryGraph wirbt mit dem Motto: „Denn das Leben ist zu kurz für ein Buch, auf das du gerade keine Lust hast." („Because life's too short for a book you're not in the mood for.“) und begreift sich als Unterstützung für das Finden von Lektüre für die jeweils momentane Gefühlslage.
Um das im Motto gegebene Versprechen einzulösen, verfolgen die Entwickler hinter The StoryGraph die Lesegewohnheiten nach Parametern wie gelesenen Büchern und Seiten in Liniendiagrammen, Stimmungen und Lesegewohnheiten in Tortendiagrammen und durchschnittliche Bewertungen in Säulendiagrammen. Sie wollen individuelle Leseempfehlungen mittels maschinenlernender Künstlicher Intelligenz geben und unterbreiten auf dieser Grundlage Vorschläge für die eigene künftige Lektüre, zu denen man Freunde zuladen kann, die mitlesen. Hat man keine lesenden Freunde, schlägt einem The StoryGraph auf Wunsch Lesefreunde oder Buchclubs mit ähnlichen Lesevorlieben vor. Wer Herausforderungen mag, kann gegen sich selbst oder gegen andere Nutzer weltweit durch die farbigen Statistiken antreten.
Etwaige traumatisierende literarische Themen können vermieden werden, wenn man sie im Vorfeld abwählt. Eigene zusätzliche Gedanken zum Gelesenen oder zum vorzeitigen Abbruch eines Buches können mit gespeichert werden.
Wer von einer anderen Konkurrenz-Plattform wechseln will, kann alle gespeicherten Daten und die Verlaufsgeschichte von der alten Plattform mitnehmen, was es für Nutzer leichter machen soll, bei Wunsch auf The StoryGraph umzusteigen. The StoryGraph wird gerne von Personen genutzt, die die Amazon-Plattform Goodreads nicht (mehr) nutzen wollen.
The StoryGraph enthält keine Werbung. Grundfunktionen der Plattform, wie z. B. Bücher mit Inhaltsbeschreibungen ansehen mittels App, sind kostenfrei über das Internet nutzbar und auf allen handelsüblichen Handys möglich (IOS und Android). Kostenpflichtige Angebote mit erweiterten Möglichkeiten können durch Erwerb eines Plus-Angebots mit zusätzlichen Statistiken, Angeboten und Empfehlungen gekauft werden.
Die Software-Ingenieurin und Entwicklerin Nadia Odunayo gründete 2019 in Großbritannien die Bücherplattform The StoryGraph, zunächst nur, um Leselisten zu speichern und zu teilen. Gestartet war sie nach eigener Aussage als eigenfinanziertes Indie-Unternehmen, das die Gewinnschwelle rasch erreichte. Als sie sah, dass die App so nicht überzeugen konnte, arbeitete sie mit Freunden und Buchbloggern zusammen an der Entwicklung von hochwertigen Buchempfehlungen. Im Jahr 2022 war die erste Million an Nutzern erreicht.
Im Januar 2024 brach der Server ein und war für einen Tag nicht mehr erreichbar, da sich zu viele neue Nutzer gleichzeitig anmelden wollten.
Während der US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen wechselten an einem Tag über 25.000 Personen vom Weltmarktführer Goodreads bis 12. November 2024. Per Blog genannte Begründungen waren die Missbilligung der Nähe von Jeff Bezos zum wiedergewählten Präsidenten Donald Trump bzw. der Wunsch, eine weibliche Person of Color zu unterstützen, was als Hauptgrund für Odunayo laut Eigenaussage schwer zu akzeptieren war.
Im Jahr 2025 erhielt die App einen IOS-App-Store Award der Firma Apple in der Kategorie „Kultureller Einfluss“.
Ende Januar 2026 hatte die alternative Plattform fünf Millionen Nutzer bei guter weiterer Wachstumsprognose erreicht. Im Juni desselben Jahres ging Odunayo mit dem Geschäftsführer des globalen digitalen E-Lesegeräts Rakuten Kobo (Besitzer in Tokio, Sitz in Toronto), Michael Tamblyn, eine Kooperation ein, um das Gemeinschaftserlebnis der Leser untereinander noch zu intensivieren, da der Austausch mit anderen Lesenden eine erhebliche Erhöhung des Lesevergnügens darstelle. Der Anteil der Automatisierung, wie ein gelesenes Buch als solches zu markieren, ohne dies selbst zusätzlich zum Lesen tun zu müssen, solle erhöht werden, damit sich die Leser auf das konzentrieren könnten, was sie wünschten: lesen und sich untereinander austauschen. Darüber hinaus schaltete die Plattform die Funktion frei, Bewertungen anderer Nutzer mit deren Erlaubnis zu kommentieren, um den Austausch zwischen den Nutzern weiter zu erhöhen.
Odunayo ist seit Beginn Hauptgeschäftsführerin der Plattform und will dies weiterhin bleiben. Zusätzlich wird Rob Frelow als Mitbegründer geführt, der für die KI-Entwicklung zuständig ist. Odunayo hat vor, zu keinem Zeitpunkt an eine große Firma wie Amazon zu verkaufen. Stattdessen hofft sie, dass The StoryGraph die beliebteste Bücher-App weltweit wird.
Von Nutzenden gelobt wird die detaillierte Auflistung von Kriterien wie Genre, Tempo oder Laune statt einer reinen Bewertung nach Punkten. So werde ein genaueres Bild erzielt als beim Marktführer der Branche, Goodreads. Lektürevorschläge können passgenauer auf das Individuum und seine momentanen Bedürfnisse zugeschnitten werden. Dabei ist zu beachten, dass die Lektürevorschläge nicht auf menschlich kuratierten Inhalten beruhen, sondern – wie bei allen derartigen Angeboten – durch Algorithmen generiert werden.
Positiv wird außerdem hervorgehoben, dass durch die Werbefreiheit kein Einfluss auf etwaige Buchempfehlungen von Seiten von kommerziellen Werbenden genommen wird.
Nutzer bemängeln gelegentlich, dass die Datenbank überwiegend englischsprachige Titel vorschlägt, selbst, wenn sie andere Sprachen als Favoriten eingeben.
Auch wenn man die eigenen Rezensionen auf Deutsch eingeben kann, sind die Datenbank selbst und alle Texte auf Englisch, wobei sich einige, wenige deutsche Werke (Autoren, Buchtitel) auf der Plattform finden lassen.
Da die Plattform bemüht ist, möglichst nur positive Gefühle beim Nutzenden zu erzeugen, ließ sie keine privaten Nachrichten oder Kommentare zu Bewertungen zu, damit sich niemand Sorgen über negatives Feedback machen müsste, der Rezensionen und Meinungen veröffentlichen wollte. Die Betreiber überlegten aber ab 2021, eine zusätzliche Funktion einzubauen, mit Zustimmung der Nutzer dies als Möglichkeit zuzulassen, damit diese untereinander besser in Kontakt kommen und bleiben können und schaltete die Funktion im Oktober 2026 frei.
Im Vergleich zu Goodreads hatte die Plattform den Fokus zunächst auf Statistiken und das Organisieren von Lektüre, reagierte aber durch die Kooperation mit Rakuten Kobo darauf, dass die Möglichkeiten der Vernetzung unter Lesern weniger gut als beim Konkurrenten waren und versuchte deshalb, diesen Mangel durch die Kooperation so weit wie möglich zu beheben.
Neben dem Lesevergnügen geben Nutzer an, dass sie eine gewisse Sucht danach verspüren, dass ihnen die Plattform das Speichern gelesener Bücher abnimmt, was einen gewissen Druck auf die Lesenden ausüben kann, die ihre gespeicherten Zahlen aus einer Woche mit denen aus einer anderen Woche vergleichen. Zusätzlich machen sie durch die öffentlich einsichtbare Zahl ihrer gelesenen Werke zwar den erwünschten Status als belesene Person vor anderen deutlich, erleben dies aber auch gelegentlich als sozialen Druck.
The StoryGraph profitiert davon, dass Personen sich absichtlich gegen die von Jeff Bezos über Amazon betriebene Plattform Goodreads entscheiden wollen. So heißt es unter anderem, dass The StoryGraph ein von Bezos freier, frischer Atemzug sei („breath of fresh, Bezos-free air“).
Bedingt durch die noch geringere Nutzeranzahl bleiben aber die Kontaktmöglichkeiten in absoluten Zahlen reduziert. Auch fehlen auf der Plattform bekanntere Autoren als Nutzer und eigene Buchpreis-Veranstaltungen, die weitere Personen an die Plattform binden würden.
Direkte Importe von Freunden aus anderen sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter sind wegen des Fehlens einer Schnittstellen-Synchonisation nicht möglich, was diesen Aspekt der Nutzerfreundlichkeit beeinträchtigt.