The Way of Kings ist der erste von fünf Romanen (in der deutschen Übersetzung sind es jeweils 2 Bücher) im High-Fantasy-Zyklus Die Sturmlicht-Chroniken des US-amerikanischen Autors Brandon Sanderson. Er wurde erstmals 2010 veröffentlicht. Auf Deutsch wurde der Roman in zwei Bänden unter den Titeln Der Weg der Könige und Der Pfad der Winde publiziert, die in der Übersetzung durch Michael Siefener 2011 bei Heyne erschienen. Im Jahr 2011 gewann er den David Gemmell Award für den besten Roman.
Sanderson begann Ende der 1990er Jahre an Stücken von The Way of Kings zu arbeiten und stellte 2003 den ersten Entwurf fertig. Seine Veröffentlichung wurde verzögert, als Sanderson stattdessen beschloss, sich auf seine Mistborn-Trilogie zu konzentrieren. Am 10. Juni 2010 wurden der Prolog und die ersten drei Kapitel des Buches zusammen mit einer Einführung von Sanderson als Vorschau auf der Tor-Website veröffentlicht. Am 8. Juli 2010 wurden die nächsten drei Kapitel (4–6) im Audioformat veröffentlicht. Weitere Kapitel folgten.
Die Geschichte wechselt zwischen den Standpunkten von Kaladin, Shallan Davar, Szeth-Sohn-Sohn-Vallano, Dalinar Kholin und mehreren anderen Nebenfiguren, deren Leben zunächst nicht miteinander verbunden scheinen. Szeth, ein Schin, der von seinem Volk vertrieben und dazu verurteilt ist, seinen ständig wechselnden Herren zu gehorchen, wird ausgesandt, um Gavilar, den König von Alethkar, einer der mächtigsten Nationen der Welt, zu ermorden. Szeth tut sein Bestes, um vor seinen Herren die Tatsache zu verbergen, dass er eine Ehrenklinge besitzt, eine mythische Klinge, die von den Herolden verwendet wird und jedes Material schneiden kann. Er besitzt auch die Fähigkeit zum Wogenbinden wie einst die Strahlenden Ritter, eine Fähigkeit, die als verloren angesehen wird. Sie macht es extrem schwierig, Szeth im Kampf zu besiegen.
Nachdem Szeth den Alethi-König Gavilar getötet hat, übernehmen die Parschendi, eine Rasse, die den Parscher-Sklaven anderer Nationen ähnelt, die Verantwortung für die Ermordung. Gavilars Sohn Elhokar zieht dann gegen die Parschendi in den Krieg. Die Geschichte wechselt zum Standpunkt von Großprinz Dalinar Kholin, dem Bruder des ermordeten Königs. Bevor er starb, führte sein Bruder Dalinar zu einem alten Werk namens Der Weg der Könige, das Dalinar dazu veranlasst, die kriegerische und konkurrenzbetonte Lebensweise der Alethkar in Frage zu stellen. Er beginnt Visionen zu erleben, in denen er die alten strahlenden Ritter sieht. Für Dalinar werfen diese Visionen nicht nur Zweifel an der falschen Geschichte der Strahlenden auf, sie beginnen auch, die Wahrheit über die Bringer der Leere und den aktuellen Zustand der Welt zu enthüllen. All diese Ereignisse sorgen dafür, dass Dalinar sich selbst und seine Schlachten hinterfragt. Dalinars Überzeugung wird von seinen engsten Angehörigen angezweifelt, was seine geistige Gesundheit belastet und seinen Führungsanspruch in Frage stellt. In den politischen Unruhen der Zeit ist seine von anderen ebenfalls wahrgenommene Schwäche Anlass zu dem Versuch, ihn zu beseitigen.
In der Zwischenzeit folgt die Handlung Kaladin, einem schwermütigen Dorfbewohner mit einem brennenden Hass auf helläugige Adlige. In seiner Jugend als Chirurg ausgebildet, meldet sich Kaladin freiwillig, um für die Armee eines lokalen Lords namens Amaram in den Krieg zu ziehen und um seinen Bruder Tien auf dem Schlachtfeld zu beschützen. Das gelingt ihm jedoch nicht, und Tien wird getötet. Dies treibt Kaladin dazu, ein besserer Kämpfer zu werden, der sich entschließt, andere vor dem gleichen Schicksal zu beschützen. Während einer späteren Schlacht gelingt es Kaladin, einen feindlichen Splitterträger zu töten. Obwohl er Splitterklinge und -panzer des Feindes mit Recht beanspruchen und selbst zu einem Hellauge werden könnte, weist er jedoch beides zurück und wird dann von Lord Amaram verraten. Dieser nimmt die Splitter für sich selbst und brandmarkt Kaladin als Sklaven, um den Diebstahl zu verbergen.
Dieses Ereignis zementiert Kaladins Hass auf Adlige und hinterlässt tiefe emotionale Narben. Nach mehreren Fluchtversuchen wird er als Brückenmann in einer Armee zum Kampf gegen die Parschendi in den zerbrochenen Ebenen gezwungen. Brückenmänner haben die Aufgabe, in der Schlacht die Brücken zur Überwindung der Klüfte in der zerbrochenen Ebene zu tragen. Sie werden dadurch zum Ziel für die Bogenschützen der gegnerischen Armee. Kaladin wird bald zum Führer seiner „Brücke vier“ genannten Gruppe und macht sie zu einem Team, das überleben kann. Nachdem er jedoch versehentlich eine Schlacht durch eine Änderung der Taktik ruiniert hat, wird er heftig geschlagen und während eines Großsturms draußen angebunden, um zu sterben. Er überlebt jedoch, da er die Fähigkeit besitzt, Sturmlicht aufzunehmen, was er durch dieses Ereignis zu begreifen beginnt. Während er einen Weg für seine Männer sucht, ihrem Leben als Brückenmänner zu entkommen, lernt er, seine Kräfte zu nutzen.
Shallan, eine unbedeutende, helläugige Frau, deren Familie und ihr Land in Gefahr sind, schmiedet einen gewagten Plan, um einen kaputten Seelengießer gegen einen funktionierenden auszutauschen, der Jasnah Kholin, der Schwester des Alethi-Königs, gehört. Ein solcher ist ein Gerät, mit dem entsprechend begabte Menschen, die ebenfalls Seelengießer genannt werden, Gegenstände in andere Dinge verwandeln können. Schallan bittet Jasnah, sie als Mündel anzunehmen, und durch beharrliche Bemühungen gewinnt sie Jasnahs Vertrauen und wird ihr Lehrling. Nachdem sie den Seelengießer erfolgreich gestohlen hat, ist sie frustriert über ihre Unfähigkeit, ihn zu benutzen, bis sie eines Tages versehentlich einen Kelch in Blut verwandelt. Da Shallan weiß, dass Jasnah bald am Tatort eintreffen wird, zerbricht sie einen Krug und schneidet sich, um den Anschein zu erwecken, dass das Blut von ihr stammt, was Jasnah für einen Selbstmordversuch hält. Shallan entdeckt bald, dass Jasnahs Seelengießer nicht funktionsfähig ist, sondern Jasnah ihn nutzt, um ihre ungewöhnliche inhärente Fähigkeit zum Seelengießen zu tarnen. Als Jasnah erfährt, dass Schallan ebenfalls die Fähigkeit zum Seelengießen hat, vergibt sie ihr den Diebstahl und beginnt, sie in der richtigen Verwendung ihrer gemeinsamen Macht zu unterweisen. Sie enthüllt auch ihre Forschungen zu den Ursprüngen der strahlenden Ritter und Bringern der Leere und bereitet Shallan und sich selbst darauf vor, in die zerbrochenen Ebenen zu reisen, um sich mit Jasnahs Onkel Dalinar zu treffen.
Die Hintergrundgeschichte des Romans dreht sich um eine wiederkehrende Katastrophe, die als Wüstwerdung (desolation) bekannt ist, bei der die monströsen Bringer der Leere die Welt verwüsten und das Überleben der Menschen auf dem Spiel steht. Um der Bedrohung entgegenzuwirken, besitzen die strahlenden Ritter (knights radiant; so benannt nach ihrer leuchtenden Aura und ihren Augen) magische Rüstungen und Schwerter, die als Splitterpanzer (shardplate) und Splitterklingen (shardblades) bezeichnet werden, sowie magische Kräfte. Die letzte Wüstwerdung galt als die letzte und wurde zu einer Zeit der Mythen und Legenden, insbesondere als die strahlenden Ritter ihre Waffen und Rüstungen zurückließen und in der Dunkelheit verschwanden. In Wirklichkeit konnten die strahlenden Ritter die große Last nicht mehr tragen und logen. Ihre abgelegten Rüstungen und Schwerter gehören zu den wertvollsten Erbstücken.
Die Magie der Welt basiert auf Edelsteinen, die von wiederkehrenden, mächtigen Stürmen, den sogenannten Großstürmen, aufgeladen werden und dann wochenlang im Licht leuchten. Diese Edelsteine werden auch als Währung bei Handelsgeschäften sowie als nächtliche Innenbeleuchtung in wohlhabenden Häusern und Palästen verwendet. Diese Sturmlicht-Energie ist es auch, was die magischen Talismane der Priester-Zauberer (die mit Edelsteinen besetzten Handschuhe, die Seelengießer genannt werden) antreibt, die Materie in eine andere Form umwandeln, wie Stein in Getreide oder Menschen in Stein, und angetriebene Edelsteinkonstrukte, die als Fabriale bekannt sind, wie etwa ein Fabrial, das rotes Licht und Wärme erzeugt, um Holz in einem Kamin zu ersetzen. Seelengießer und Fabriale sind normalerweise nur im Besitz des Adels. Der Adel basiert auch auf der Augenfarbe, wobei blaue Augen aufgrund der Verbindung mit den legendären strahlenden Rittern, die leuchtende Augen hatten, als das reinste im Königtum angesehen wurden.
Die Welt selbst hat Flora und Fauna, die sich an die gewöhnlichen Stürme und extrem starken Großstürme angepasst hat. Das meiste Tierleben basiert auf Krebstieren, von denen sich die meisten in den Boden eingraben können, um einen Sturm zu überleben. Auch die Pflanzen können sich dazu in den Boden zurückziehen. Da alle Stürme aus dem östlichen Ozean kommen und nach Westen ziehen, siedelt sich das Leben vor allem auf der Westseite der Felsen und Berge an.
Auch Geister namens Sprengsel (spren) existieren in verschiedenen Arten und reagieren auf die Emotionen von Menschen und der Umwelt. Starker Wind hat Windsprengsel in Form von Lichtbändern, die mit ihm fließen. Wenn Menschen unter Schmerzen leiden, erscheinen rote Schmerzsprengsel um die Wunde herum, und eine edle, aufrichtige Rede wird von Ruhmsprengseln begleitet, die als eine Korona von goldenen, funkelnden Lichtern um den Kopf des Sprechers erscheinen. Sprengsel sind so weit verbreitet, dass sie als selbstverständlich gelten. Die Sprengsel können zwischen dieser und einer Art Parallelwelt, die Schadesmar (shadesmar) genannt wird, wechseln. Neben diesen niederen und weitgehend geistlosen Sprengseln gibt es auch höhere, wie etwa die Ehrensprengsel und die Kryptiker, die eine der menschlichen vergleichbare Intelligenz besitzen und in der Lage sind, sich mit Menschen zu verbinden und ihnen die Fähigkeit zum Wogenbinden (eine Art Ausübung von Magie, durch die man die Schwerkraft überwinden kann) zu verleihen.
Die Hauptkapitel innerhalb des Buches werden aus der Sicht mehrerer Hauptcharaktere erzählt, während die Zwischenspiele des Buches aus der Sicht anderer Charaktere erzählt werden.
In der ersten Woche der Veröffentlichung war das Buch auf Platz 7 der The New York Times Best Seller list.
Eine frühe Rezension von der Website Unshelved gab dem Buch eine positive Rezension.
Die Rezension von Elitist Book Reviews wies auf einige Probleme mit dem Buch hin, gab aber eine insgesamt positive Meinung zum Buch ab.
Die Website SFReviews.net gab dem Buch eine gemischte Rezension und lobte Sandersons Schreiben und Kreativität, kritisierte jedoch seine extreme Länge und den allgemeinen Handlungsmangel. SFReviews betonte: "Die Fahrt ist luxuriös, die Landschaft ist oft atemberaubend, aber The Way of Kings ist wirklich eine lange und kurvenreiche Straße."
KeepingTheDoor.com kommentierte: "Die Sturmlicht-Chroniken ist eine Serie, die wie Robert Jordans Das Rad der Zeit, George R. R. Martins Das Lied von Eis und Feuer und Robin Hobbs The Realm of the Elderlings Epen, die jeder Fantasy-Fan, der etwas auf sich hält, gelesen haben und kennen muss. Dies wird einer der riesigen Zyklen sein, der die gesamte Szene mitgestalten wird."
Im Oktober 2016 wurden die Rechte am gesamten Cosmere-Universum von DMG Entertainment lizenziert. DMG verfolgt eine Adaption von The Way of Kings im Schnelldurchlauf. Als Drehbuchautoren wurden Patrick Melton und Marcus Dunstan engagiert. DMG-Gründer Dan Mintz wird den Film produzieren, Sanderson und Joshua Bilmes fungieren als ausführende Produzenten.
Das von Arcturus VR entwickelte VR-Spiel The Way of Kings: Escape the Shattered Plains wurde am 2. März 2018 veröffentlicht.