The Willies

Film
Titel The Willies
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1990
Länge 88 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Filmtown International, Force Majeure Productions
Stab
Regie Brian Peck
Drehbuch Brian Peck
Produktion Gary DePew, Brad Southwick
Musik Randy Miller
Kamera Tom Ingalls
Schnitt James Eaton
Besetzung
→ Synchronisation →

The Willies (Alternativtitel: Campfire – Horror Tales) ist eine US-amerikanische Horrorkomödie von Brian Peck aus dem Jahr 1990. Der Episodenfilm verbindet eine Rahmenhandlung um drei Jungen, die sich im Zelt gegenseitig Schauergeschichten erzählen, mit zwei längeren Episoden und mehreren kurzen Nacherzählungen moderner Sagen. Die Hauptrolle spielt Sean Astin. Der Film erschien in den Vereinigten Staaten direkt für den Videomarkt; in Deutschland kam er im April 1991 auf Video heraus, zunächst nur in gekürzter Fassung.

Handlung

Rahmenhandlung

Die Brüder Kyle und Josh verbringen mit ihrem Cousin Michael eine Nacht im Zelt hinter dem Haus. Um sich die Zeit zu vertreiben, tragen sie sich gegenseitig Gruselgeschichten vor, die sie jeweils als wahre Begebenheiten ausgeben. Den Anfang machen drei knappe Episoden: Eine Frau beißt in einem Schnellimbiss in eine frittierte Ratte, ein älterer Besucher einer Geisterbahn erliegt dort einem Herzinfarkt, und eine Rentnerin tötet ihren Pudel, weil sie ihn nach dem Bad in der Mikrowelle trocknen will. Anschließend kündigt Michael eine längere Geschichte an, die den beiden anderen erst richtig Angst einjagen soll.

Der Hausmeister

Der Schüler Danny wird von Mitschülern schikaniert und von seiner Lehrerin Miss Titmarch abgekanzelt. Freundlich begegnet ihm einzig der Hausmeister Mr. Jenkins. Als dieser während der Arbeit auf der Jungentoilette verschwindet, findet Danny dort seine Leiche – und ein menschenähnliches Wesen in einer der Kabinen. Die Lehrerin, die nachsehen will, wird von dem Monster getötet, ebenso die drei Peiniger, die Danny in die Toilette lockt. Schließlich zeigt sich, dass Jenkins und das Wesen dieselbe Figur sind: Der Hausmeister hat sich lediglich in einer menschlichen Hülle bewegt. Am Ende der Episode hat er die Schule gewechselt und geht auch dort gegen Rabauken vor. Michael begründet die Glaubwürdigkeit der Geschichte damit, sein Vater habe Jenkins persönlich gekannt.

Der Fliegensammler

Kyle und Josh kontern mit der Geschichte von Gordy Belcher, einem eigenbrötlerischen Jungen, der andere mit Streichen traktiert und eine Obsession für Fliegen entwickelt hat; die toten Insekten arrangiert er unter anderem in einer Modellkirche. Fasziniert ist er von einem Spezialdünger des Bauern Spivey, der Pflanzen zu außergewöhnlicher Größe treibt und den er dem Alten immer wieder stiehlt. Nachdem Gordy von der Schule geflogen ist, weil er eine Mitschülerin dazu gebracht hat, Fliegen zu essen, überlässt Spivey ihm zum vermeintlichen Friedensschluss eine neue Mischung. Zu Hause stellt Gordy fest, dass seine Mutter die Sammlung entsorgt hat; die drei verbliebenen Exemplare setzt er in das Düngerglas. Über Nacht wachsen die Fliegen zu enormer Größe heran und fallen am Morgen über ihn her. Gordy überlebt, verliert dabei aber beide Arme.

Schluss

Michael hält die Geschichte der Brüder für erfunden, diese wiederum seine. Als der Onkel am Zelt auftaucht und um Bestätigung gebeten wird, zieht er sich das Gesicht ab – darunter kommt jenes Monster zum Vorschein, von dem Michael erzählt hat.

Produktion

Brian Peck schrieb das Drehbuch und führte Regie. Gedreht wurde in Kalifornien und Connecticut.

Mehrere Neben- und Kurzrollen sind prominent besetzt. Kirk Cameron und Tracey Gold treten als Mike und Carol Seaver auf, also in ihren Rollen aus der Sitcom Unser lautes Heim; aus deren Umfeld stammen auch Jeremy Miller und Chelsea Noble. Mit James Karen und Clu Gulager standen zwei Darsteller vor der Kamera, die gemeinsam mit Peck in Verdammt, die Zombies kommen (1985) mitgewirkt hatten.

Veröffentlichung

In den Vereinigten Staaten erschien der Film am 27. Dezember 1990 direkt auf Video. Die deutsche Erstveröffentlichung erfolgte am 26. April 1991 ebenfalls auf Video, einen Kinostart gab es nicht.

Die deutsche Videofassung von UV United Video und die spätere DVD von Best Entertainment waren gekürzt und mit einer Freigabe ab 16 Jahren versehen; die ungekürzte Fassung erschien zunächst nur ungeprüft bei X-Rated unter dem Titel Campfire Horror Tales. Das Label From the Vault brachte den Film im Oktober 2025 erstmals in hoher Auflösung auf Blu-ray heraus, mit der ungekürzten Fassung (freigegeben ab 18 Jahren) und zusätzlich einer Fernsehfassung. Der Filmdienst gibt die Länge der ungekürzten Fassung mit 88 Minuten an, die der gekürzten mit 81 Minuten.

Synchronisation

Zur deutschsprachigen Synchronisation sind nur einzelne Sprechrollen überliefert.

RolleDarstellerSynchronsprecher
Mr. Jenkins / Onkel HarryJames KarenGünther Jerschke
Miss TitmarchKathleen FreemanUrsula Vogel
Farmer SpiveyRalph DrischellWolf Rahtjen
Ray BelcherMike PniewskiClaus Fuchs
Marget BelcherSuzanne Goddard-SmytheMonika Barth

Rezeption

Der Film wurde überwiegend negativ bewertet. In der Variety hieß es, die Anthologie sei uneinheitlich geraten und zeige bei den Kreaturen mehr Einfallsreichtum als beim Drehbuch; der Film ziele auf ein jüngeres Publikum ab als im Genre üblich. Der Autor J. W. Ocker erkannte dem Film zwar einzelne gelungene Einfälle und Effekte zu, hielt die Geschichten aber für schlecht gebaut. Deutlich wohlwollender äußerte sich der Horrorfilmkritiker John McCarty, der den Film als gelungene Mischung aus Horrorfilm und Comic bezeichnete.

„Mit Ausnahme der Hausmeister-Episode ein Sammelsurium minderer Qualität und schlechten Geschmacks.“

Einzelnachweise

  1. ↑ Freigabebescheinigung für The Willies. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK-Nummer: 65729/V; abgerufen am 17. September 2026).
  2. 1 2 J. W. Ocker: The New England Grimpendium. A Guide to Macabre and Ghastly Sites. Countryman Press, Woodstock (Vermont) 2010, ISBN 978-1-58157-862-1, S. 145–146.
  3. 1 2 3 4 The Willies. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 17. September 2026.
  4. ↑ The Willies (1990). In: Film Blitz. 9. August 2024, abgerufen am 17. September 2026 (englisch).
  5. ↑ The Willies bei IMDb
  6. ↑ The Willies (1990) – Fassungen. In: Schnittberichte.com. Abgerufen am 17. September 2026.
  7. ↑ The Willies (1990) – HD-Premiere mit Kinofassung + TV-Fassung im Oktober 2025. In: Schnittberichte.com. 16. September 2025, abgerufen am 17. September 2026.
  8. ↑ The Willies. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 17. September 2026.
  9. ↑ Lor.: The Willies. In: Variety, 25. Februar 1991.
  10. ↑ John McCarty: The Official Splatter Movie Guide, Volumes 1963–1992. Crossroad Press, 2016.
Weitere Filmlinks: